31. August 2015

KW 36/2015: Carly Fiorina, 6. September 1954

Carly Fiorina

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Eine weitere Frau in der Sortierung “spannungsreich”. Während mir von Haus aus Manager auf höchstem Posten fremd, wenn nicht gar suspekt sind, finde ich es doch gleichzeitig erfrischend, zwischen all den cis-white-hetero-males ein Frauengesicht zu sehen (wenn es auch cis-white-hetero ist). Carly Fiorina hat den überraschenden Posten bei HP mit relativem Erfolg übernommen und scheint auch abseits und im Anschluss dessen eine so genannte Powerfrau zu sein. Ob man politisch und wirtschaftlich mit ihr eins ist oder nicht, zugestehen muss man ihr die Bissigkeit und Ausdauer, in den männerdominierten Bereichen ihre Position zu halten.

Ich finde mich dann immer in einem Dilemma, der Frau applaudieren zu wollen, aber nicht dem, wofür sie eintritt.

28. August 2015

kreuzung

der beginn unserer ehe – geprägt von zufall und paradigmenwechseln

sind wir
nach langer reise angekommen
ich weiß nicht
wie es weitergeht
so geht magie
eine kreuzung im richtigen moment
da sind wir
zu langer reise aufgebrochen
ich weiß nur
dass es weitergeht

26. August 2015

anke findet sich okay

…und das ist fast revolutionär. am 27.08. um 22:00 und am 03.09. um 22:30 zeigt sie bei menschen hautnah im WDR den optimierungswahn, dem wir so gerne zum opfer fallen.

24. August 2015

KW 35/2015: Temple Grandin, 29. August 1947

Temple Grandin

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Die vielseitigen Entwicklungs- oder Informationsverarbeitungsstörungen des autistischen Spektrums und ihre Genese sind bis heute noch zu großen Teilen unverstanden. Umso aufsehenerregender ist es, wenn jemand, dem eine relativ schwere Störung im Kindesalter attestiert wurde, nicht nur eine höchst erfolgreiche Karriere hinlegt, sondern auch aus dieser “fremden Welt” berichten und anderen Betroffenen helfen kann, in ihrer Außer-Gewöhnlichkeit besser zu leben, mithin Kontakt zwischen den Welten herstellt.

Temple Grandins Eltern ließen sich von einer “Hirnschaden”-Diagnose nicht einschüchtern und förderten ihre Tochter in allem, was möglich war. So wurde aus dem Kind, das mit drei Jahren noch nicht sprach, eine Doktorin der Tierwissenschaften, Dozentin und Aktivistin, die regelmäßig Vorträge hält. Sie erfand die hug box, die Menschen mit autistischen Störungen helfen kann, sensorische Überreizung zu lindern. Sie hilft mit ihren Einsichten in ihre Wahrnehmungswelt Eltern von betroffenen Kindern, besser zu verstehen, was in und mit diesen geschieht.

Sie hat dazu noch, in ihrer Funktion als Beraterin der Nutztierindustrie, eine mir sympathische, grundlegend richtig erscheinende Haltung gegenüber den Tieren – die sie ohne Zweifel liebt: dass wir sie essen sollten bzw. dürfen (wenn wir es wollen), dass wir aber auch alles verwerten sollten (siehe pink slime), und dass wir ihnen aber dafür auch ein gutes Leben und einen schmerzlosen Tod schulden.

20. August 2015

coping

da war die beziehung nach einem halbjährlichen “ernsthaften” versuch wieder vorbei.

nein, du fehlst mir nicht
wo du sprachst
ist jetzt stille
mir fehlt nur geist
sie zu füllen

nein, du fehlst mir nicht
wo du lagst
ist jetzt raum
mir fehlt nur körper
ihn zu füllen

nein, du fehlst mir nicht
wo du warst
ist jetzt zeit
mir fehlt nur leben
sie zu füllen

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17. August 2015

KW 34/2015: Alice Schalek, 21. August 1874

Alice Schalek

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Es geht mir hier auf frauenfiguren ja nicht darum, Die Frau als das bessere menschliche Wesen darzustellen. Es geht mir hier darum, den Blick darauf zu lenken, dass Frauen ebensolche menschlichen Wesen sind wie Männer, die Großes leisten können – sich dabei in der Geschichte nur oft über größere Hürden hinwegsetzen mussten als Männer; dass Frauen das gleiche Potenzial innewohnt wie Männern, auch wenn sie eben in der Geschichtsschreibung und auch in der Gegenwart immer noch meist Nischenplätze und ihre separaten Podeste haben.

Eine spannungsreiche Figur und deswegen interessant unter dieser Prämisse ist Alice Schalek. Eine jüdische Frau, die sich als Journalistin und Kriegsberichterstatterin über die traditionellen Geschlechterrollen hinwegsetzte und – auf der anderen Seite – dabei eine Sichtweise auf den Mensch und den Krieg offenbarte, die Karl Kraus dazu veranlasste, sie eine Kriegstreiberin zu nennen. Eine Feministin, die in ihrer Anfangszeit die Emanzipation forderte, während des Krieges jedoch die Frauen selbst völlig in den Hintergrund stellte und die Männer, die im Krieg kämpften, idealisierte; nur um später wieder für die Frauenrechte einzutreten.

Die Frau als Mensch mit menschlichen Stärken und Schwächen zu sehen, sie aus der Dichotomie von “Hure und Heilige” herauszuholen, ist ein wichtiger Schritt in der Emanzipation; statt eines schwarz-weißen Weltbildes, in dem der Feminismus ein Gegenteil vom Humanismus sei, weil er die Rollen umkehren wolle – also eine Dominanz der Frauen über die Männer anstrebe -, muss Feminismusgegnern der Wind aus den Segeln genommen werden, wenn sie meinen, mit Negativbeispielen die gesamte Bewegung diskreditieren zu können. Keine Frau ist perfekt, so wie kein Mann perfekt ist. Viele kluge Männer und Frauen haben in einem Bereich Großes und sich in anderen moralisch Fragwürdiges geleistet. Es geht nicht darum, eine Person oder ein ganzes Geschlecht idealistisch zu überhöhen, sondern Menschen egal welchen Geschlechts die gleichen Chancen zu gestatten.

10. August 2015

KW 33/2015: Serena Nanda, 13. August 1938

Serena Nanda

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Aus irgendwelchen Gründen gibt es leider gar keinen englischen Wiki-Eintrag zu Serena Nanda, und der deutsche ist auch nur sehr kurz. Dabei hat Serena Nanda zu einem der faszinierendsten Themen der Genderforschung  – was mich angeht, jedenfalls – ein Fachbuch geschrieben: und zwar zu den Hijras in Indien und Umgebung.

Das erste Mal bin ich dem Konzept begegnet in John Irvings Zirkuskind. Ich hielt das zunächst für dichterische Freiheit und schlug es nach; meine Faszination mit einem “dritten Geschlecht” hat seither nicht abgenommen.

In der Diskussion hierzulande über “Gender-Gaga” (diese Formulierung muss ich selbst immer wieder mit sarkastischem Tonfall verwenden, damit ihre Existenz mich nicht rasend macht) werden die alten, kulturell akzeptierten Formen der Genderfluidität bzw. -transgression wohl deshalb nicht herangezogen, weil es sich dabei um nicht-abendländische Kulturen handelt. Da gibt es die Burnesha in Albanien und eben die Hijras im südostasiatischen Kulturkreis. Selbst eine Machokultur wie die mexikanische hat die Muxes (kommt vom altspanischen Wort für Frau – diese Menschen leben in einer Kultur, die noch unter stärkerem Einfluss der Zapotheken steht als der spanischen – katholischen – “Einwanderer”). Aber wir hier müssen natürlich alle nach den gleichen Prinzipien des römischen-katholischen Menschenbildes leben und fühlen – nur am äußersten Rand der Skala von Männlich- und Weiblichkeit gibt es eine dünne Marge der “Normalität”, wenn es nach der Vorstellung mancher geht. Nunja. Wenn wir uns als Kultur langsam unter dem Schirm der abendländischen Religion herausbewegen können – in Richtung eines offenen, auch nicht religiösen Humanismus -, bleiben solche Normierungen vielleicht auch zurück.

7. August 2015

switch and suffer

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6. August 2015

zur eheschließung

meiner besten freundin aus schulzeiten zur hochzeit

reden
lachen
übereinander

schweigen
träumen
miteinander

wachsen
sich binden
aneinander

sich ausruhen
sich finden
beieinander

fremd sein
mutig sein
füreinander

wut haben
lust haben
aufeinander

vieles mögen
alles verstehen

bringt einander
durcheinander

lasst einander
liebt einander

Schlagwörter: , ,
3. August 2015

KW 32/2015: Shirley Ann Jackson, 5. August 1946

Shirley Ann Jackson

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Von der Forschungsarbeit und deren Erkenntnissen von Shirley Ann Jackson verstehe ich leider ausgesprochen wenig (was ich nicht auf mein Geschlecht schiebe, sondern auf eine stärkere Neigung zum Geisteswissenschaftlichen… wenn überhaupt, dann auf die leider gegenderten Lehrmethoden meiner STEM-Lehrer…).

Was ich aber verstehe, sind die Titel und Positionen, die sie als afro-amerikanische Frau innehat: erste afro-amerikanische Doktorin am MIT, zweite afro-amerikanische Doktorin in den Vereinigten Staaten, erste Frau, erster Mensch afro-amerikansicher Herkunft mit der Präsidentschaft über das Rensselaer Polytechnic Institute.

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