14. April 2015

liebfrau 

 

diese titelfigur steht an der liebfrauenkirche in unserer nähe  

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13. April 2015

die filmlöwin

ganz schnell mal noch ein hinweis auf einen neuen link in meiner blogroll, nämlich die filmlöwin, das feministische filmmagazin. das ist natürlich ein go-to für mich.

13. April 2015

traum

in der zeit in amsterdam hatte ich wirklich diesen traum, wobei ich die männliche figur war – ein ziemlich offenbarendes bekenntnis, nehme ich an.

da war eine vage erinnerung an tage. an licht, schemen von bäumen, sonnenstrahlen, die durch blätter fielen. wenn er schlief, war sie da und quälte ihn mit ihrer unfassbarkeit, ihrer schlüpfrigkeit, mit der sie sich ihm immer wieder entzog. nach dem erwachen, wenn nur das rauschen der bäume, blaue schatten und der mond wirklich waren, ging ihm seine vergangenheit verloren; alles vor dem schlaf ging ihm verloren.

er trat ins freie und nahm witterung auf. er nahm andere wesen wahr als entfernte flecken von wärme, als sachtes herzklopfen, das sich von ihm wegbewegte. kein zögern hielt seinen rauschenden flug auf, als er sich auf den leisesten windstoß schwang und alle strömungen nutzte; er war wie seide auf dem wind. er bewegte sich natürlich in seinem flug und doch schien es ihm, als widerspräche alles seinem dasein, als müsse sich alles um ihn weigern, seine existenz anzuerkennen.

er fand kein leben. keiner der ehemals seinesgleichen wagte es noch, sich nachts außerhalb des scheins der fackeln zu bewegen, die seine augen blendeten. so starrte er hinüber zu den siedlungen, denen er sich nicht nähern konnte. sie hüllten sich in ihren steinernen schutz, und es blieb ihm nichts, als in seinem verzweifelten und wütenden hass im wind bis über die höchsten wipfel zu steigen. dort stieß er seinen schrillen, steindurchdringenden schrei aus, den die, die seine opfer zu sein sich weigerten, nicht hören, aber in ihren knochen und köpfen spüren konnten.

dann stieg der volle mond über den wald, sein licht schlug ihm ins gesicht. nur ein abbild der sonne, ein widerschein, brachte er ihn näher an vergangenes als die bilder seiner träume. der mond leuchtete ihm den weg, den er nicht bewußt suchte, der ihm jedoch vertraut war, als sei er ihn oft gegangen.

er führte ihn tief in den wald, an eine lichtung, bei deren anblick er zurückfuhr. es war ihm, als sähe er sie im licht der sonne; die bilder seiner träume waren hier deutlicher als jemals während des schlafes.

der see lag dort im blassen mondlicht, grünglitzernd und still. das schilf am ufer, die kleine insel, alles kam ihm vertraut vor, und strahlend hell. das licht, das in seiner erinnerung auf diese lichtung, diesen see fiel, das licht der sonne, hatte ihm hier keinen schaden zugefügt. es hatte eine zeit gegeben, in der er sich in diesem licht hatte bewegen können, in der er sich nicht davor zurückziehen mußte.

taub und schwer von wehmut ließ er sich in der biegung des ufers nieder. er erwartete etwas, er hatte hier auf etwas gewartet. wie seine träume entglitt ihm, was es war, das ihn an diesen see geführt hatte. was er in dieser nacht und in den tagen, die vor dem schlaf gewesen waren, hier gesucht hatte.

den blick leer, versuchte er, die schemen der erinnerung einzufangen, zu greifen wie steine tief unter wasser. aber die bilder blieben verschwommen, vage, und entschlüpften seinem zu langsamen griff. in dieser stillen, inneren jagd starrte er zum see hin, als könnte er dort unter der oberfläche finden, was ihm in seinem geist verborgen blieb.

tatsächlich schienen im grünen wasser formen zu glitzern wie von etwas lebendigem; das licht des mondes brach sich in den sanften wellen und glitt in der tiefe über körperhaftes. sein blick wurde von bewegungen geleitet, noch suchte er in seinem inneren, während seine augen bereits eine kontur erfassten und verfolgten. rund, fest und schillernd wie die rücken von großen fischen war da etwas, was geschmeidig durch das grüne schimmern über den boden huschte. sein bewußtsein glitt zurück ins jetzt, die erkenntnis und erwartung schoß durch seinen körper und spannte seine muskeln. als sei er auf der jagd, richteten sich seine sinne scharf auf dieses lebendige aus. seine augen ließen nicht von der bewegung, die schneller wurde, wie auf der flucht vor seinen blicken hierhin und dorthin ausbrach, kreiste, abtauchte, um schließlich nach oben und durch die wasseroberfläche zu stoßen. zwei grüne augen begegneten seinem blick, der mit silbrigen schuppen bedeckte körper spiegelte das mondlicht wider. mit dem rauschen und plätschern ihres auftauchens brandete die gesuchte erinnerung über ihn hinweg und überflutete ihn mit bildern und wissen. hierher war er gekommen, um sie zu sehen, und hier war er gefunden worden von etwas, das ihm das leben raubte. hier war er in den schlaf gefallen, der alles ausgelöscht hatte, hier hatte er sein leben des tags verloren.

die sehnsucht und das verlangen, die ihm genommen worden waren, kehrten mit macht zurück, die leere, die der schlaf in ihm zurückgelassen hatte, füllte sich mit empfindung. er fühlte den wunsch sie zu fassen, zu besitzen; jetzt war dieser wunsch nicht mehr nur zärtlich. das wesen, das ihm nach dem schlaf gegeben worden war, fügte diesem wunsch die erregung der jagd und den hunger nach leben zu, nicht mehr nur fassen und besitzen, mehr noch, ergreifen und einverleiben wollte er sich ihren glitzernden zauber, ihre perlende geschmeidigkeit.

sie blickten sich an und während seine sinne überwältigt wurden von lust und gier, sah er in ihren augen seine eigene erkenntnis. mit ihrem blick sprach sie zu ihm, als hieße sie ihn willkommen – als habe sie auf ihn gewartet. ihr blick durchdrang seine neue gestalt und fand ihn, den sie gekannt hatte vor dem schlaf, den sie an die nacht verloren hatte. er sah auch, daß sie wußte, wie verändert er war, daß sie begriff und verzieh.

einen augenblick lang versanken sie in diesem blick, dann löste sich seine zitternde anspannung, sein hunger trieb ihn voran auf sie zu, schneller als sein wille war seine nächtliche natur; mit einem satz war er im wind und über dem see. sie selbst katapultierte sich voller kraft hinaus aus dem wasser, sie warf sich ihm entgegen und empfing ihn im sprung. ihre körper trafen sich hoch über dem wasser. kurz hielt er sie dort, sah das mondlicht in ihren grünen, nass schimmernden augen, umfasste ihren leib wie ein schatten. ihre frische, kühle witterung versprach ihm frieden, sättigung. als er seine zähne in ihren hals schlug, schlang sie ihre arme um ihn wie um einen rettenden ast.

gemeinsam stürzten sie zurück in den see, sanken im wasser, wühlten es auf mit ihrem aufprall und dem gemeinsamen kampf. ihr leben sprudelte willig in ihn hinein, es schmeckte nach tau und algen und war so anders als das heiße leben der ehemals seinesgleichen, so viel erfrischender. während er von ihr trank, versuchte er sich von ihr zu lösen, aber sie hielt ihn fest, packte seinen kopf mit ihren händen und stieß seine zähne tiefer in ihre silberne haut. verschwommen wie in einem traum nahm er traurigkeit war, schmerzhafte empfindungen seiner früheren gestalt, verlust seiner selbst und ihrer existenz. sie gab sich ihm hin und mit sich ihre eigene sehnsucht und verzweiflung.

das wasser trieb sie vom glitschigen, schlammigen boden des sees wieder hinauf an die glucksende oberfläche. in einem moment klammerte sie sich noch an ihn, hielt ihn über wasser und an sich gepresst, im nächsten erschlaffte sie, ihre lebenskraft floß schwächer, ihr körper hing willenlos in seiner gierigen, verlangenden umarmung. schließlich lief ihr letzter tropfen seine lefze hinab. ihre hingabe hatte ihn belebt und gleichzeitig lebensmüder gemacht, als er sich jemals zuvor in den nächten der jagd gefühlt hatte; jetzt, da sie ihm alles gegeben hatte, wonach er auf der suche gewesen war, verließ auch ihn jeder wille. er ließ sich von den schwappenden wellen umhertreiben, hielt nur sie weiterhin fest, während das wasser ihn langsam zum ufer trug und ihn der nassen erde übergab.

so blieb er neben ihrem zerfließenden, sich auflösenden körper im schilf, bis die dämmerung über die baumwipfel schlich und schließlich die ersten sonnenstrahlen seine blasse haut ergriffen. er verglühte schweigend, wurde heiße asche inmitten der kühle des taus, den körper halb im seichten wasser des sees.

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10. April 2015

go maddie

eine 12jährige über gender diskriminierung in der spiele-welt.

8. April 2015

die piratenbraut

renny harlin, USA 1995

mehr wollen wir doch gar nicht! (naja, nicht viel mehr. ein paar frauen mehr, die auch personen sind, und dialoge, die sie nicht nur auf anhängsel der männlichen protagonisten reduzieren.)
geena davis als wilde, starke, schnelle, aggressive und entschlossene piratin, die matthew modine als übersetzer rekrutiert (tatsächlich: als objekt/sklave kauft) und ihm am ende das leben rettet. was wir davon haben, wenn frauen nicht nur die hilflosen klötze am bein sind: teams, die miteinander funktionieren und doppelt so viel action bringen.

7. April 2015

the babadook

jennifer kent, australien 2014

wenn alles zusammenkommt – trauer, stress und ein kind, das immer mehr nähe sucht, je mehr die mutter distanz bräuchte – können schreckliche dinge passieren. ein sehr psychologischer horrorfilm über die wirklichkeit, die zum elterndasein gehört: dass man sein kind auch hassen kann, wenn man es liebt. “the more you deny it, the stronger i get”, sagt der babadook.

der film hat aus feministischer sicht viele pluspunkte, angefangen bei der tatsache, dass er eine frau zeigt, die masturbiert, ohne dass es ein zeichen seelischer derangiertheit ist – im gegenteil, dass sie keine zeit für sich hat, spitzt die situation zu. weiter die realität, wie fürchterlich eine mutter sein kann und doch mitgefühl verdient. ganz allgemein sieht der film sehr schön düster aus und ist erzählerisch rund, bewegt sich ohne unnötige längen auf seine krise hin. so nah, wie das geschehen mir war, so tröstlich ist das ende.

rezension meines mannes auf critic.de

damit uns sowas nicht passiert, hier mal der beste elternratgeber, den ich je gelesen haben: don’t kill them.

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7. April 2015

…und ewig lockt das weib

roger vadim, frankreich 1956

ganz anders als der deutsche titel vermuten lässt, ein früher protest gegen moralische fragwürdigkeit lebenslustiger frauen. juliete lebt nach dem motto “ist der ruf erst ruiniert…”, da sie schon ohne ihr zutun als waisenkind als unanständig gilt. dazu ihre ungezähmte lebens- und leibeslust ergibt ein gesellschaftliches todesurteil.

gottseidank heiratet sie den einzigen mann, der nichts will als sie glücklich zu sehen. die schicksalhafte begegnung mit seinem bruder erklärt wohl den deutschen titel, doch lässt er unerwähnt, wieviel mitschuld am tragischen verlauf auch er, der arrogante macker, trägt.

ein erstaunlich fortschrittlicher und emanzipierter film mit einer jungen, frischen und wilden brigitte bardot.

11. März 2015

liebster award

vor einiger zeit hat mein mann und meistgelesener filmblogger Oliver von remember it for later mich für den liebster award mit 11 fragen bombadiert, die ich im laufe der zeit beantwortet habe. gestern abend habe ich das ding endlich rundgemacht, hier also alles über mich und film, was ihr nie wissen wolltet.

Was ist dein Anspruch, wenn du Texte über Filme schreibst? Wann sagst du: “Ich bin zufrieden”?
wenn ich für mein blog über filme schreibe, kann der anspruch sehr unterschiedlich sein. manchmal möchte ich meinen leserinnen meine begeisterung für einen film vermitteln, manchmal mir nur schriftlich gedanken machen, manchmal (leider selten) gerate ich in einen analyserausch und muss eine erkenntnis in worte fassen. da ich auf frauenfiguren keine “endgültigen wahrheiten” postulieren möchte, sondern zum nachdenken anregen, eine perspektive anbieten möchte, sind es oft mehr fragen als antworten, die ich in die sphäre werfe.
wenn ich für Hard Sensations schreibe, mache ich das möglichst nur über filme, die mir am herzen liegen – da möchte ich den lesern vermitteln, warum ich den film mag und warum sie ihn auch mögen könnten. da bin ich anspruchsvoller – und erst zufrieden, wenn das, was ich geschrieben habe, annähernd meine empfindungen ausdrückt. stilistisch probiere ich mich gerne aus, daraus resultiert der größte druck für mich: ich möchte immer den bestmöglichen text herausbekommen. aber wenn ich eine woche später noch mal lese, finde ich sowieso immer noch etwas, was ich hätte besser machen können…

Du könntest deine “Bloggerkarriere” rebooten. Wie würdest du dich neu erfinden? Was würdest du anders machen? Warum?
tatsächlich habe ich das im prinzip ja schon gemacht. als ich zum ersten mal von blogs hörte, war es für mich klar: das muss ich machen. ich wollte und will immer schreiben, und ich will auch gelesen werden. also habe ich damals, 2006 war das glaube ich, ein blog gestartet (zorasworte bei blogspot, ist aber inzwischen ent-öffentlicht). das war ein reines tagebuch. mein leben war nur leider nicht so rasend interessant, dementsprechend waren die texte mal mehr mal weniger blah. das es sinniger ist, bei all den worten da draußen ein thema zu haben, einen roten faden und einen anlass für regelmäßige einträge, habe ich erst wirklich nach fast 3 jahren verstehen wollen. dann kam unser erstes kind und im jahr danach ein job, der mehr raum ließ für mich, und da habe ich meine “bloggerkarriere” rebootet. die idee kam mir übrigens bei der sichtung von 20,000 leagues below the sea… weil da zwar keine einzige frau mitspielt, aber trotzdem immer von “she/her” die rede ist, nämich von der nautilus.
in diesem blog mache ich nicht alles anders, aber ein thema habe ich, einen roten faden und einen anlass für regelmäßige einträge. und am allerwichtigsten: ich setze mich nicht mehr unter druck, immer nur den wichtigsten text des tages zu schreiben. manchmal reicht auch nur ein satz.
also, um die frage ganz richtig zu beantworten: gar nicht, nichts, weil ich dieses blog mag und mit dem erfolg, den ich habe, zufrieden bin (ich freue mich über jeden follower und auf die listung bei featurette bin ich immer noch stolz wie bolle…!). so kann’s weitergehen!

Warum schaust du dir Filme an? Was erwartest du von ihnen? Was versprichst du dir für dich davon?
das ist so unterschiedlich wie die filme, die ich schaue. manche schaue ich, weil du (mein lieber gatte), sie anschleppst ;). manche schaue ich zur unterhaltung, manche zur herzens- und hirn-bildung. manche schaue ich immer wieder, weil ich lachen oder weinen, einen rausch fühlen will – manche schaue ich auch nur, weil ich manche männer gerne sehe…
ich bin eine schlechte wissenschaftlerin (mit der tatsache habe ich mich inzwischen angefreundet), denn ich nähere mich filmen zuerst auf der gefühlsebene. ich freue mich, wenn mir technische details auffallen, aber in erster linie lasse ich den film auf mich wirken. meine erwartung ist da eigentlich “nur”, dass der film… vielleicht ist der richtige ausdruck: “mit sich im reinen ist”. ein film, der als unterhaltungsfilm konzipiert ist, sollte mich unterhalten – wenn es ihm gelingt, mir etwas mehr zu geben, ist das super, aber ein mangel an politischer aussage oder lebensweisheit enttäuscht mich nicht. von einem film, der mir eine große, wichtige geschichte, eine wahrheit erzählen will, erwarte ich, dass er mir nicht eine meinung unterjubeln will. ein film, der vor allem dynamisch, körperlich ist, darf eine schlichte story haben. am liebsten sind mir aber doch die filme, die mir vielleicht auch noch dabei helfen, die welt, das leben besser zu nehmen – filme, aus denen ich ein gefühl mitnehme, das ich in meinem leben wiederfinde.

Was muss ein Film leisten, damit er dir gefällt? Gibt es einen Film, der deinen Idealvorstellungen krass widerspricht und den du trotzdem oder gerade deshalb besonders liebst?
wie ich oben schrieb: er sollte nicht versuchen, etwas anderes zu sein, als er ist. vom schreiben her kenne ich das prinzip, dass weniger mehr ist: oft gewinnt ein text durch kürzungen. ich kann also eher auf ausführliche biografien oder humoristische einlagen verzichten, wenn sie dem film die stringenz nehmen.
seit einiger zeit ist für mich tatsächlich auch der bechdel test relevanter geworden. ich werde nicht einen film nicht schauen, weil er diesen test nicht besteht, aber besonders bei neueren filmen lege ich an die frauen-repräsentation höhere maßstäbe an. bei älteren muss man da natürlich kulant sein – früher waren die dinge anders – aber dennoch fällt mir auch dann auf, wie tief die zum teil arbiträre differenz zwischen mann und frau in unserer kultur verwurzelt ist.
in diesem sinn ist ask any girl der film, der mir spontan zu dieser frage einfällt. david niven und shirley maclaine sind wundervoll, diese ganze konstruktion, dass sie aus den “spezialitäten” vieler frauen zusammengebastelt wird, um den einen mann zu binden – wie frankensteins monster! der film ist wunderbar charmant – aber seine prämisse und viele aussagen sind zutiefst konservativ (klar, schließlich ist er von 1959) und furchtbar restriktiv. besonders gegenüber der weiblichen sexuellen freiheit. als ich den zuletzt gesehen habe, habe ich mich echt ein bisschen geschämt. aber rod taylor!

Was hältst du für das größte Manko des gegenwärtigen Kinos/Films?
ich tue mich mit der frage schwer. aus der arbeit in der werbung weiß ich: es gibt oft eine gute idee, aber die kostet geld – und hat dann am ende möglicherweise nicht den erfolg wie das gute alte prinzip “8s story, 6s benefit, 6s packshot”. also wird dann doch immer wieder der gleiche spot gemacht – weil die, die das geld hinlegen, angst haben.
mein erster impuls wäre zu sagen: es fehlt am mut zum scheitern. nur verliere ich selbst auch nicht gerne geld, bringe da also irgendwie verständnis auf. allerdings geht es eben in der werbung ganz grundsätzlich ums geld-machen. und bei film denke ich ganz idealistisch: es sollte um mehr gehen. ich könnte auch auf das achte sequel oder die nächste verfilmung eines obskuren comics verzichten (obwohl, guardians of the galaxy würde ich gerne sehen…!) und hätte statt jeder woche den neuesten, austauschbaren blockbuster lieber einmal im monat einen film, der für sich steht, den ich von anderen filmen auch später in meiner erinnerung noch unterscheiden kann, der richtig was bringt.
also, vielleicht mangelt es am mut zum scheitern, weil es tatsächlich am verständnis mangelt, das film eine kunstform ist. eine, die auch der unterhaltung dient, aber eben kunst – bei der neue dinge ausprobiert werden müssen, mal was nicht nach den regeln laufen darf, vielleicht auch mal grandioses scheitern erlebt werden muss.

Du darfst Produzent spielen und den Film machen, auf den die Welt bislang vergeblich gewartet hat. Du bist dabei weder finanziell, noch in Zeit und Raum gebunden. Welchen Stoff würdest du verfilmen, wer dürfte Regie führen, Drehbuch schreiben, den Soundtrack komponieren etc. Wer spielte die Hauptrollen? Alles ist möglich!
also, stoff ist einfach: die verfilmung meines lieblingsbuches stein und flöte. regie müsste entweder peter jackson oder guillermo del toro machen – irgendein megalomaniac mit fantasy-hut. drehbuch sollte jemand schreiben, der das buch liebt und versteht und nichts weglässt oder gar besser machen will. der film müsste dem buch 1:1 entsprechen, also vielleicht am besten hans bemmann selber. der soundtrack wäre bei angelo badalamento gut aufgehoben, glaube ich. die hauptrolle des haarigen lauscher könnte ich mir super an seth rogen vorstellen.
eine andere wahnsinns-idee wäre tad williams’ otherland. totaler wahnwitz wäre dann nicholas winding refn als regisseur. der sucht dann auch die passende musik aus. hauptrollen gibt es einige, tom hardy in irgendeiner davon wäre das sahnehäubchen.

Welche Filme würdest du gern zu ihrer Erstaufführung im Kino sehen? Beschränke dich auf maximal drei.
da bin ich wahrscheinlich ziemlich klassisch. the great train robbery als erste wahrnehmung der erzählerischen möglichkeiten würde mir bestimmt freudiges herzrasen machen.
als zweites fällt mir total langweilig psycho ein – um diesen schock mitzuerleben, dass die vermeintliche protagonistin nach 20 min. (oder wieviel) tot ist…
ein film, den ich dringend sehen muss, und wenn ich könnte, würde ich ihn gerne in seiner eigenen zeit sehen, ist the women – und zwar das original von 1939!

Du darfst dir drei DVD-/Bluray-Veröffentlichungen bislang nicht erhältlicher Filme wünschen. Welche wären es?
ich habe leider keine ahnung, welche filme es nicht auf heim-medien gibt… da ich ein ziemlich vanilliges filminteresse habe und mir die abwegigen juwelen eher von anderen vorbeigetragen werden, kann ich da jetzt wirklich keine antwort drauf geben.

Wie sieht dein ideales Kino aus?
mittelgroß, viel beinfreiheit, großzügige sessel – ich denke da an die tollen drehsessel, die im weilmünsterer kino in den ersten reihen stehen/standen… überhaupt wäre das pastori lichtspielgasthaus in weilmünster, so, wie es in meiner jugend war, wohlmöglich mein ideales kino, die hatten nämlich (neben der raucherlaubnis) auch noch die bar im saal *herzchen*. vor allem aber: nur mit besuchern gefüllt, die film lieben und respektieren und verstehen.

Wenn du in einem Film einziehen könntest, welcher Film wäre es?
das ist beinahe einfach. nach kurzem nachdenken ganz klar: we’re no angels!!!

Nenne einen Film, den du gern mögen würdest, es aber einfach nicht schaffst.
erste assoziation: a bout de souffle. wichtiger film, godard der lieblingsregisseur meiner eltern – mir sagt der film wenig. einmal im fernsehen eingeschaltet und mit schlechtem medienwissenschaftler-gewissen angeschaut, fand ich ihn leider prätentiös und langweilig. ich habe eben einfach keinen geschmack.

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10. März 2015

zurück zu stein

aus unterschiedlichen gründen trieb mich eine sehnsucht nach gefühllosigkeit um – heute weiß ich, weiche gelassenheit ist besser. die marmorfrau hat mich seitdem aber nie mehr verlassen. (eines der lieblingsgedichte meines vaters.)

in weißem marmor erstarren –
nie zittern;
in lässiger geste verharren,
verwittern.

amsterdam – 1999

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10. März 2015

under the skin

jonathan glazer, UK 2014

meditative fremd/körper-betrachtung. hypnotische faszination bis zur selbstvergessenheit, zur aufgabe eines selbsterhaltungstriebs, die der weibliche körper auf männer ausüben kann. beängstigende selbstbestimmte weibliche sexualität im nicht-einsatz. merkwürdige geheimnisse im genitalbereich. sexualangriff aus gelegenheit. verstörung, häutung. vernichtung.

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