26. September 2016

KW 39/2016: Gertrud von Altenberg, 29. September 1227

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Gertrud von Altenberg

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Getrud war die jüngste Tochter der Heiligen Elisabeth von Thüringen und wurde als kleines Kind bereits an das Kloster Altenberg bei Wetzlar gegeben. Im Erwachsenenalter veranlasste sie als Meisterin des Konvents die Gründung von zwei Siechenhäusern. Dank ihr liegt im Kloster Altenberg die Armreliquie der Heiligen Elisabeth.

Das Kloster Altenberg liegt an der B49, die Straße, an der entlang sich im Prinzip meine Jugend abgespielt hat.

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Von 167 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 16 (inklusive Gertrud von Altenberg) Frauen:

29.9.1328 Joan of Kent
26.9.1329 Anna von der Pfalz
1.10.1461 Amalie von Brandenburg
2.10.1470 Elisabeth von Spanien
1.10.1577 Ehrengard von Isenburg
2.10.1591 Margarita Gonzaga
1.10.1639 Ida Hedwig von Brockdorff
27.9.1657 Sofia Alexejewna
29.9.1680 Luise von Brandenburg
29.9.1700 Caroline von Erbach-Fürstenau
2.10.1755 Hannah Adams
29.9.1766 Charlotte Auguste von Großbritannien, Irland und Hannover
29.9.1766 Louise Humann
29.9.1787 Johanna Neumann
29.9.1794 Rose de Freycinet

19. September 2016

KW 38/2016: Elisabeth von Adlerflycht, 23. September 1775

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Rheinpanorama von Elisabeth von Adlerflycht, 1822

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Zu Elisabeth von Adlerflycht gibt es kein Bild und nicht viel zu sagen, aber ich brauchte einfach eine Pause von den ganzen Adligen und wollte gerne etwas machen, das mir naheliegt. Das von Elisabeth von Adlerflycht erfundene Rheinpanorama ist sozusagen meine heutige Heimat, und die Darstellungsform finde ich gleichzeitig so skurril wie naheliegend, dass mich ihr Erfunden-werden-müssen amüsiert.

Elisabeth von Adlerflycht war die Tochter eines Frankfurter Malers und zeichnete auf einer Rheinfahrt im Jahr 1811 ein Panorama des Rheins zwischen Nahe und Mosel. Daraus entstand im Laufe der Zeit der im praktischen Leporelloformat herausgebrachte Rheinfahrtbegleiter.

*

Von 141 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 13 (inklusive Elisabeth von Adlerflycht) Frauen:

21.9.1051 Bertha von Savoyen
21.9.1154/55 Sancha von Kastilien
21.9.1457 Hedwig Jagiellonica
22.9.1515 Anna von Kleve
21.9.1568 Salome Alt
23.9.1598 Eleonora Gonzaga
22.9.1601 Anna von Österreich
22.9.1634 Christiana von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg
22.9.1701 Anna Magdalena Bach
23.9.1740 Go-Sakuramachi
23.9.1780 Clara Anschel
25.9.1799 Luisa Cáceres de Arismendi

12. September 2016

KW 37/2016: Maria von Ungarn, 17. September 1505

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Maria von Ungarn

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Maria von Ungarn, auch von Habsburg, von Kastilien oder von Österreich, wurde als Einjährige mit dem noch ungeborenen Kind des Königs von Ungarn und Böhmen verlobt. Die von der „Osmanischen Bedrohung“ beeinflusste Ehepolitik der europäischen Großmächte drängte auch auf eine frühe Schließung der Ehe, sodass Maria und Ludwig Jagiello als Neunjährige bei der Wiener Doppelhochzeit vermählt wurden.

Maria verlebte dann allerdings noch prägende Jahre mit ihrer Schwester in Innsbruck, wo sie begann, sich für Musik und die Jagd zu interessieren. Mit 16 Jahren schließlich wurde sie mit ihrem 15jährigen Ehemann in Bratislava (damals Preßburg) vereint und verliebte sich wohl heftig in ihn. Auch von seiner Seite war die Beziehung glücklich – obwohl Maria nicht die Schönste gewesen zu sein scheint und für ihre Zeit unüblich forsch und burschikos auftrat. Sie beriet ihren Mann politisch, ohne die Interessen ihrer Habsburger Familie zu vergessen; dennoch war seine Regentschaft überschattet. Tatsächlich wurde Ungarn von Magnaten regiert und der junge König hatte wenig politische Handlungsmacht. Sein nationalistischer Reichsverweser Johann Zápolya hielt die Zügel in der Hand, der Konflikt zwischen ihm und der pro-habsburgischen Fraktion des ungarischen Adels schwächte das Land mehr und mehr. Als schließlich die Osmanen in Ungarn einfielen, unterließen auch Marias Brüder ihre zuvor versprochene Hilfeleistung für ihren Schwager; in der Schlacht bei Mohács kamen die meisten politischen und religiösen Führungspersonen des Landes um, auch Ludwig starb in der Konsequenz dieser Schlacht.

Maria hatte danach in Ungarn keine Macht mehr. Zápolya als Verwalter des osmanischen Sultans, ihre habsburger Verwandtschaft sowie der osmanische Sultan selbst teilten sich die Gebiete untereinander. Maria konnte sich weiteren Heiratsvorschlägen widersetzen und wurde als Witwe mit politischer Erfahrung zur Statthalterin der Niederlande.

In den 25 Jahren, die sie diese Position innehatte, vereinte sie die bisher separaten 17 Provinzen zu einem zentral regierten Gebiet und verteidigte dieses erfolgreich gegen französische Truppen sowie gegen ihren Schwager, der sie als Gegner schlicht aufgrund ihres Geschlechts unterschätzte. Sie förderte Handwerk und Kunst und brachte die Niederlande zu ihrem wirtschaftlichen und kulturellen Höhepunkt. Als ihr Bruder Karl V. 1556 abdankte, legte auch sie ihre Krone ab und zog sich mit ihren Geschwistern auf das Altenteil in Spanien zurück, wo sie zwei Jahre später verstarb.

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Von 187 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 9 (inklusive Maria von Ungarn) Frauen:

16.9. 16 Drusilla (Schwester des Caligula)
14.9.1485 Anna von Mecklenburg
18.9.1587 Francesca Caccini
15.9.1666 Sophie Dorothea von Braunschweig-Lüneburg
13.9.1683 Maria Victoria von Savoyen
16.9.1715 Charlotte Thouret
13.9.1752 Benedikte Naubert
13.9.1775 Laura Secord

5. September 2016

KW 36/2016: Isabella Leonarda, 6. September 1620

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Isabella Leonarda

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Isabella Leonarda ist eine der ersten Komponistinnen von Instrumentalstücken. Eine Tochter aus gutem Hause, ging sie mit 16 in ein Kloster und verbrachte dort den Rest ihres Lebens. Viel weiß man nicht über sie; sie hielt verschiedene Titel innerhalb des Klostersystems und unterrichtete die anderen Nonnen wohl in Musik. Sie schrieb unterschiedliche Formen von Musikstücken, die im Barock gängig waren. Die unten eingefügte Sonate Nr. 12 ist ihr bekanntestes Stück.

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Von 243 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 22 (inklusive Isabella Leonarda) Frauen:

8.9.1413 Katharina von Bologna
5.9.1451 Isabella Neville
7.9.1457 Stephana Quinzani
5.9.1500 Maria (Jever)
7.9.1533 Elisabeth I.
8.9.1591 Angelika Arnaud
7.9.1633 Catharina Regina von Greiffenberg
10.9.1638 Maria Theresia von Österreich
11.9.1656 Ulrike Eleonore von Dänemark
7.9.1683 Maria Anna von Österreich
11.9.1699 Anna Maria von Liechtenstein
9.9.1739 Friderika Baldinger
8.9.1749 Marie-Louise von Savoyen-Carignan
11.9.1751 Charlotte von Sachsen-Meiningen
6.9.1761 Marie-Gabrielle Capet
11.9.1762 Joanna Baillie
5.9.1764 Henriette Herz
10.9.1771 Caroline Vanhove
8.9.1774 Anna Katharina Emmerick
6.9.1787 Émilie de Rodat
10.9.1788 Wilhelmine von Baden

29. August 2016

KW 35/2016: Mary Shelley, 30. August 1797

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Mary Shelley

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Bei Mary Shelley habe ich eigentlich Schreibhemmung – ein reiches, beeindruckendes, freies Leben voller Tragik und Erfolg, und eine Person, die kulturhistorisch, literaturwissenschaftlich und feministisch ausführlich untersucht und besprochen wurde.

Deshalb möchte ich versuchen, mich auf die wesentlichen Dinge beschränken. Sie war die Tochter von Mary Wollstonecraft, die bei ihrer Geburt starb. Sie wuchs unter dem Namen der Ägide ihres Vaters William Godwin auf, der ihr und ihrer älteren Halbschwester Fanny Imlay eine verhältnismäßig umfassende Bildung und seine politische Ausrichtung zum Anarchismus angedeihen ließ. Sie verliebte sich mit 16 in einen Bewunderer ihres Vaters, Percy Bysshe Shelley, der zu diesem Zeitpunkt noch verheiratet war, folgte ihm auf einer Reise quer durch Europa und kehrte nach zwei Jahren von ihm schwanger nach England zurück. Das Verhältnis der beiden, zumal seine damalige Frau sehr unter seiner Untreue litt, war ein Skandal, den auch ihr Vater nicht guthieß; Mary sah in ihrem Lebensstil wohl die reale Umsetzung der frühen Ideen ihres Vaters. In London wohnte Mary mit ihrer Stiefschwester Claire Clairmont zusammen, die sie auch auf der Europareise begleitet hatte, ihr Liebhaber und Vater ihres Kindes lebte wegen Schulden im Untergrund und war selten bei ihr. Ihr erstes Kind, eine Tochter, verstarb kurz nach der Geburt, was Mary in eine Depression stürzte. Sie wurde jedoch bald wieder schwanger und gebar einen Sohn, der mit ihr, Shelley und Clairmont an den Genfer See reiste. Das Ziel für den Sommerurlaub 1816 wurde entschieden, weil sich dort Lord Byron aufhielt, von dem Claire Clairmont schwanger war. Mit dessen Leibarzt John Polidori zu fünft, verbrachte die Gesellschaft den Sommer in der Villa Diodati, während der Säugling von einem Kindermädchen betreut wurde.

Die Geschichte darum, wie in diesem Sommer Mary Shelleys bekanntestes Werk, „Frankenstein„, zu Stande kam, ist halb Wahrheit, halb selbst gesponnene Legend. Tatsächlich war es wohl ein verregneter Tag, der die Gesellschaft im Hause festhielt, an dem Byron vorschlug, jeder von ihnen solle eine Schauergeschichte verfassen. Legende ist jedoch eher, dass Mary zunächst keine Idee hatte, aber von einem Wachtraum inspiriert wurde, in dem sie Frankensteins Monster neben seinem Schöpfer vor sich sah. Ihr eigenes Tagebuch dieses Zeitraums existiert nicht mehr, John Polidori notierte jedoch in seinem, dass alle außer ihm sofort an einer Geschichte arbeiteten.

Bevor Frankenstein allerdings veröffentlicht wurde, ließen sich Percy Shelley und Mary in England nieder, erlebten die Selbstmorde von Percys erster Ehefrau und Marys Halbschwester Fanny Imlay. Der junge Witwer und die erneut schwangere Autorin heirateten, eigentlich nur, um das Sorgerecht für Percys Kinder aus erster Ehe zu gewinnen, und Mary gebar eine zweite Tochter. Anfang 1818 kam Frankenstein zunächst ohne Angabe des Verfassers heraus, kurz darauf verließ die Familie Shelley England mit dem Gedanken, nie mehr zurückzukehren.

Die Familie reiste mit Kindermädchen durch Europa und fand überall Freunde und Unterstützer. Dann starben beide Kinder kurz hintereinander in Italien und Mary verfiel erneut in schwere Depression. Das Schreiben und die Geburt ihres vierten und letzten Kindes halfen ihr über den Schmerz hinweg; Percys Interesse für andere Frauen, das über den Rahmen einer offenen Beziehung hinausging, eine weitere Fehlgeburt und der Verlust eines adoptierten Mädchens (dessen Herkunft ungeklärt ist) hingegen trugen nur zum tragischen Verlauf ihres Lebens bei.

Nachdem Percy Shelley bei einem Bootsunfall im Mittelmeer ums Leben gekommen war, hatte Mary kein weiteres ernsthaftes Interesse an Bindung. Sie arbeitete weiterhin als Autorin und Verlegerin, hatte auch amouröse Begegnungen, aber die wichtigste Beziehung blieb die zu ihrem Sohn Percy Florence. Zu ihrer späteren Schwiegertochter entwickelte sie noch ein inniges Verhältnis, sie litt zum Zeitpunkt der Hochzeit ihres Sohnes jedoch bereits an Symptomen einer Erkrankung, bei der es sich vermutlich um einen Hirntumor handelte, an dem sie einige Jahre später 53jährig verstarb.

„Frankenstein“ blieb ihr wichtigstes Werk; eine Geschichte, die sich unter anderem mit elterlicher Verantwortung, Forscherdrang, Fortschrittsangst, Wissenschaftshybris, Identitätsfindung, Moralität und der Frage, was gutes Leben ist, beschäftigt, und nebenbei schon das Uncanny Valley entdeckte.

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Von 230 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 13 (inklusive Mary Shelley) Frauen:

1.9.1286 Elisabeth Richza von Polen
29.8.1540 Elisabeth von Brandenburg-Küstrin
4.9.1557 Sophie von Mecklenburg
31.8.1629 Anna Margarete von Hessen-Homburg
1.9.1647 Anna Sophie von Dänemark
2.9.1648 Magdalena Sibylla von Sachsen-Weißenfels
4.9.1729 Juliane von Braunschweig-Wolfenbüttel
2.9.1763 Caroline Schelling
29.8.1769 Philippine Rose Duchesne
30.8.1798 Virgine Déjazet
30.8.1800 Auguste Gräfin von Harrach
4.9.1800 Pauline von Württemberg

22. August 2016

KW 34/2016: Juliana Blasius, 22. August 1781

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Juliana Blasius

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Leider, so ungern ich es tue, schreibe ich diese Woche wieder über eine Frau, die vor allem für ihre Verbindung zu einem Mann Bekanntheit erlangt. Das ist das weibliche  Leben im christlichen Abendland vor dem 19. Jahrhundert in seiner Essenz.

Juliana Blasius war die letzte (von neun) Räuberbraut des Schinderhannes. Die 15jährige (Halb-)Waise begegnete dem Gesetzesbrecher wahrscheinlich bei einem ihrer Auftritte als Bänkelsängerin und Geigenspielerin. Sie behauptete später, entführt worden zu sein, und nach heutigen Erkenntnissen über das Stockholm-Syndrom und andere Verhaltensweisen bekannter Entführungsopfer lässt sich eine solche Aussage nicht allein mit späteren Fluchtmöglichkeiten widerlegen. Dennoch besteht durchaus die Möglichkeit, dass sie diese Aussage nur machte, um schuldfrei aus ihrem Prozess zu kommen.

Jedenfalls lebte das „Julchen“ fortan mit dem Schinderhannes und seinen Räubern und nahm auch selbst, gelegentlich in Männerkleidung, an seinen Raubzügen und Überfällen teil; sie fiel dabei nicht als besonders unwillige Komplizin auf, im Gegenteil. Sie gebar demSchinderhannes außerdem zwei Kinder, eine Tochter, die jung verstarb, und einen Sohn, der in Haft geboren und von einem redlichen Bürger adoptiert wurde. Juliana wurde aufgrund entlastender Aussagen des Schinderhannes nur für zwei Jahre in Gent in ein Korrektionshaus verwiesen, der Schinderhannes in Mainz hingerichtet.

Nachdem sie ihre Strafe abgesessen hatte, trat sie als beim Adoptivvater ihres Sohnes in Dienst, verließ diesen aber wegen Vorfälle sexueller Belästigung. Sie heiratete einen entfernten Verwandten, der als Polizeidiener arbeitete, und gebar diesem sieben Kinder, nur zwei allerdings wurden davon erwachsen. Sie verbrachte ihren Lebensabend als lebende Legende, die gerne auch mal unter Mithilfe alkoholischer Zungenlöser von ihrer besten Zeit als Räuberbraut schwärmte.

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Von 228 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 26 (inklusive Juliana Blasius) Frauen:

25.8.1473 Margarethe von Münsterberg
27.8.1487 Anna von Brandenburg
24.8.1510 Elisabeth von Brandenburg
26.8.1557 Sibylle von Jülich-Kleve-Berg
26.8.1568 Antonie von Lothringen
25.8.1588 Elizabeth Poole
25.8.1610 Susanna Margarethe von Anhalt-Dessau
25.8.1611 Magdalene von Hessen-Kassel
27.8.1619 Anne Geneviève de Bourbon-Condé
23.8.1624 Anna Elisabeth von Sachsen-Lauenburg
27.8.1630 Maria van Oosterwijk
26.8.1666 Henriette Amalie von Anhalt-Dessau
28.8.1667 Louise zu Mecklenburg
27.8.1669 Anne Marie d’Orléans
28.8.1691 Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel
27.8.1708 Giovanna Maria Farussi
28.8.1744 Friederike Auguste Sophie von Anhalt-Bernburg
28.8.1748 Amalie von Gallitzin
24.8.1750 Laetitia Ramolino
23.8.1757 Charlotte Ackermann
26.8.1771 Karoline von Hessen-Homburg
28.8.1774 Elisabeth Anna Bayley Seton
28.8.1779 Antoinette von Sachsen-Coburg-Saalfeld
25.8.1785 Zoé Talon
28.81789 Stéphanie de Beauharnais

15. August 2016

KW 33/2016: Dorothea Schlözer, 18. August 1770

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Dorothea Schlözer

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Dorothea Schlözer vereint einige interessante Aspekte in sich. Als eine der Universitätsmamsellen aus Göttingen promovierte sie als zweite Frau Deutschlands (Dorothea Christiane Erxleben möchte ich auch gerne einmal besprechen, weiß aber noch nicht, wer sonst in der KW im November ansteht), allerdings nur rite (dh. mit der schlechtesten Note), in klassischer Literatur, Bergbau, Baukunst und Mathematik. Schon die außergewöhnliche Teilhabe an Bildung, die ihr Vater, ein Professor an der Göttinger Uni, ihr gewährte, stieß bei Zeitgenossen und -genossinnen auf Unverständnis und Ablehnung. Ihr Promotion wurde auch von großen Geistern als „Farce“ (Schiller) gesehen.

Nichtsdestotrotz fand sie einen Mann, an dessen Seite sie ihre eigenen Interessen, ja, ihre eigenen Moralvorstellungen leben konnte: Bei der Eheschließung mit Mattheus Rodde nahm sie seinen Namen an und behielt ihren eigenen, wurde so zu Frau Dr. Rodde-Schlözer und hat damit wohl den Doppelnamen in Deutschland erfunden. Außerdem führte sie in dieser frühen Zeit bald, als nämlich durch ihren aufgeklärten Salon der französische Philosoph Charles de Villers in ihr Leben trat, eine polyamouröse Beziehung. Ihr Mann nahm sie auf verscheidene diplomatische Missionen mit, und sie wiederum nahm Villers und ihre Kinder mit. So traf sie in Paris verschiedene Philosophen und Künstler, die sie auch in ihren Werken abbildeten; bei einer zweiten Paris-Reise einige Jahre später traf sie sogar die französische Kaiserin, die an ihr als Madame Docteur ein besonderes Interesse hatte.

Nach diesem Zenit ging es leider für sie steil bergab. Ihr Zweitmann Villers konnte 1806 eine Plünderung ihres Hauses in Lübeck durch französische Soldaten noch einmal abwenden, doch drei Jahre später stellte sich heraus, dass ihr Ehemann im Prinzip bankrott war. Es gelang ihr, wieder mit Hilfe Villers, das eigene Vermögen vor der Pfändung zu bewahren und mit der ganzen polyamourösen Familie nach Göttingen umzusiedeln. Ihr Ehemann litt gesundheitlich stark und wurde frühzeitig zum Pflegefall, ihr Geliebter Villers starb, kurz darauf auch zwei ihrer Kinder. Als auch die jüngste Tochter an Tuberkulose erkrankte, sollte eine Reise nach Marseille Besserung bringen, doch dort war es zum Ankunftszeitpunkt zu kühl und feucht. Inzwischen war auch Dorothea selbst erkrankt, auf dem Rückweg endete für sie in Avignon die Reise und, 55jährig, auch das Leben.

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Von 239 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 14 (inklusive Dorothea Schlözer) Frauen:

16.8.1355 Philippa Plantagenet, 5. Countess of Ulster
16.8.1573 Anna von Österreich
18.8.1575 Anna Maria von Pfalz-Neuburg
19.8.1596 Elisabeth Stuart
18.8.1611 Luisa Maria Gonzaga
20.8.1613 Sophie Elisabeth von Mecklenburg
19.8.1637 Æmilie Juliane von Barby-Mühlingen
20.8.1695 Marie Louise Élisabeth de Bourbon-Orléans
19.8.1743 Marie-Jeanne Bécu, Comtesse du Barry
20.8.1752 Friederike Caroline Luise von Hessen-Darmstadt
15.8.1776 Sophie Brentano
17.8.1786 Victoire von Sachsen-Coburg-Saalfeld
21.8.1793 Dorothea von Sagan

10. August 2016

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nach vier jahren stoße ich nun zum ersten mal auf den namen des effekts, gegen den ich anschreibe.

8. August 2016

KW 32/2016: Théroigne de Méricourt, 13. August 1762

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Théroigne de Méricourt

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Théroigne de Méricourt ist ein bisschen das Gegenmodell zu Charlotte Corday; zumindest stand sie politisch die meiste Zeit auf der anderen Seite.

Nach einem recht bewegten jungen Leben in Frankreich und England, während dessen sie einige Tätigkeiten erlernte und eine hochdotierte Schenkung eines abgewiesenen Freiers entgegennahm, kam sie 1785 nach Paris und wurde unter aktiver Teilnahme in die Wirren der französischen Revolution verstrickt. Sie schloss sich den Jakobinern an, entgegen mancher Behauptungen jedoch nahm sie nach eigenen Angaben weder am Sturm auf die Bastille noch am Marsch nach Versailles mit den Poissarden teil. Statt dessen lebte sie in Versailles, wo sie eine politische Gesellschaft, den „Klub der Menschenrechte“, gründete und sich in Männer-Reiterkleidung zeigte. Allein dies und ihre Unterstützung für gemischt-geschlechtliche und weibliche Patriotenvereine ließen sie in der damaligen Zeit fragwürdig und „lose“ erscheinen. Die Presse hetzte gegen sie und streute Gerüchte, außerdem wurde schließlich ein Haftbefehl gegen sie erlassen, sodass sie 1790 in ihre Heimat Lüttich floh; dort wurde sie von der kaiserlichen österreichischen Polizei festgenommen und ein Jahr in Kufstein in Tirol inhaftiert gehalten. Der Gefängnisaufenthalt hatte verheerende Auswirkungen auf ihre körperliche und geistige Gesundheit, unter denen sie den Rest ihres Lebens litt. Als klar wurde, dass sie mitnichten eine der Anführerinnen der Revolution war, entließ man sie nach Wien, wo sie ein weiteres Jahr lebte, bevor sie 1792 nach Paris zurückkehrte.

Während dieses zweiten Aufenthaltes in Paris wurde sie wegen ihrer Hafterfahrung als Heldin der Revolution gefeiert und war nun tatsächlich am Tuilleriensturm beteiligt. Sie erhielt die Bürgerkrone und sprach vor der Nationalversammlung und der Versammlung der Jakobiner von ihrer Zeit im Gefängnis. In dieser Zeit wurde sie als „Amazone der französischen Revolution“ bekannt, weil sie lautstark für das Recht der Frauen auf Bewaffnung eintrat. Sie näherte sich allerdings politisch stärker den Girondisten an, was ihr zum Verhängnis wurde: Am 15. Mai 1793 wurde sie von mehreren Frauen der Sansculotten-Bewegung (die den Jakobinern nahestanden) angegriffen, entkleidet und von Schlägen schwer am Kopf verletzt. Es war der Jakobiner Jean-Paul Marat, der ihr zu Hilfe eilte und zunächst das Leben rettete. Doch dieser Anschlag bedeutete das Ende ihrer politischen Aktivität, da sie nun unter Schmerzen und den seelischen Folgen der Attacke litt. Ihr Verhalten wurde unberechenbar und im September des Folgejahres, 1794, wurde sie in eine Anstalt eingeliefert, in der sie die letzten 23 Jahre ihres Lebens verbrachte.

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Von 216 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 34 (inklusive Théroigne de Méricourt) Frauen:

10.8.1439 Anne of York
14.8.1473 Margaret Pole, 8. Countess of Salisbury
10.8.1520 Madeleine von Frankreich
10.8.1549 Katharina von Brandenburg-Küstrin
12.8.1566 Isabella Clara Eugenia von Spanien
11.8.1582 Sabina Catharina
12.8.1591 Luise von Marillac
10.8.1597 Charlotte Louise von Hanau-Münzenberg
12.8.1629 Isabella Clara von Österreich
8.8.1646 Eleonore Charlotte von Sachsen-Lauenburg
12.8.1646 Luise Elisabeth von Kurland
12.8.1651 Margarita Theresa von Spanien
10.8.1658 Susanna Maria von Sandrart
11.8.1660 Henrietta Wentworth, 6. Baroness Wentworth
11.8.1667 Anna Maria Luisa de’Medici
9.8.1669 Jewdokija Fjodorowna Lopuchina
12.8.1674 Maria von Lothringen
12.8.1676 Dorothea Friederike von Brandenburg-Ansbach
12.8.1704 Karoline von Nassau-Saarbrücken
11.8.1706 Marie-Auguste von Thurn und Taxis
14.8.1727 Anne Henriette de Bourbon
14.8.1727 Marie Louise Élisabeth de Bourbon
11.8.1730 Charlotte Amalie von Hessen-Philippsthal
11.8.1737 Augusta von Hannover
9.8.1738 Anna Pestalozzi
13.8.1743 Marie Elisabeth von Österreich
13.8.1752 Maria Karolina von Österreich
11.8.1763 Louise Eleonore zu Hohenlohe-Langenburg
9.8.1764 Caroline Auguste Fischer
12.8.1767 Friederike Leisching
14.8.1767 Christine Englerth
8.8.1768 Elisabeth Eleonore Bernhardi
13.8.1781 Betty Gleim
13.8.1792 Adelheid von Sachsen-Meiningen

1. August 2016

KW 31/2016: Kōgyoku, 7. August 594

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Kōgyoku

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Als Takara no himemiko (Prinzessin Takara) geboren, regierte Kōgyoku als 35. und 37. Tenno im Japan des 7. Jahrhunderts. Das erste Mal kam sie auf den Thron als Witwe des 34. Tenno, nach drei Jahren wurde sie von ihrem eigenen Sohn in einem Staatsstreich abgesetzt. Ihr Bruder Karu wurde japanischer Kaiser unter dem Namen Kōtoku, verstarb jedoch nach vier jahren Regierungszeit. Als der Thron wieder frei wurde, war zwar eigentlich ihr Sohn Naka no Ōe der Erbberechtigte, Takara nahm jedoch zunächst wieder die Regierung an sich, dieses Mal unter dem Namen Saimei. Sie regierte noch einmal 6 Jahre lang, gegen Ende ihrer Regierungszeit trat Japan in einen Konflikt mit Korea ein. Kōgyoku starb mit 67 Jahren, ihr Sohn wurde anschließend Kaiser Tenji.

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Von 229 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 33 (inklusive Kōgyoku) Frauen:
4.8.1469 Margarete von Sachsen
4.8.1470 Lucrezia di Lorenzo de’Medici
5.8.1581 Hedwig von Dänemark
4.8.1586 Dorothea von Ahlefeldt
1.8.1589 Alexandrine von Taxis
7.8.1600 Eleonore Marie von Anhalt-Bernburg
2.8.1612 Saskia von Uylenburgh
6.8.1619 (getauft) Barbara Strozzi
1.8.1627 Luise Christine von Savoyen-Carignan
6.8.1644 Louise de La Vallière
3.8.1662 Sophia Henriette von Waldeck
4.8.1666 Franziska Barbara
6.8.1666 Marie Sophie von der Pfalz
2.8.1684 Sophia von Sachsen-Weißenfels
4.8.1696 Maria Anna von Bayern
2.8.1704 Maria Caroline Charlotte von Ingenheim
3.8.1713 Elisabeth Albertine von Sachsen-Hildburghausen
5.8.1715 Charlotte Sophie Bentinck
7.8.1734 Maria Anna von Bayern
3.8.1735 Juliane Charlotte Friederike Grimm
3.8.1739 Dominika von Gillern
7.8.1751 Wilhelmine von Preußen
5.8.1756 Maria Gottliebin Kummer
7.8.1760 Anna Margaretha Zwanziger
4.8.1765 Rose Lacombe
1.8.1776 Francesca Scanagatta
7.8.1776 Amalie von Nassau-Weilburg
2.8.1780 Marie-Anne Gaboury
7.8.1783 Amalia von Großbritannien, Irland und Schottland
3.8.1795 Anne Bignan
3.8.1796 Anna Lühring
1.8.1799 Sophie de Ségur