born of fire

jamil dehlavi, england 1987

ein recht einfaches stück für mich: die frau in diesem film, die auch nur „die frau“ heißt, ist weniger charakter, als vielmehr archetyp. weise frau, irdisches prinzip, wahrsagerin, verführerin, mutter, gefäß für neues leben, aber auch für das böse. ihre handlungen beziehen sich vollständig auf die männlichen pro- und antagonisten. am ende stirbt sie: einmal als mutter – das ultimative opfer der frau, beim hervorbringen neuen lebens ihres zu geben – und zweitens wird sie als ausgeburt des bösen, als schlange und satan, durch die kreative macht des mannes vernichtet.

man kann dies dem film nicht wirklich vorwerfen, da er sich das islamische äquivalent der luzifer-geschichte zur grundlage gemacht hat. dass dabei die frauen (die herkömmliche dualität mutter:geliebte) durch eine einzige, namenlose figur repräsentiert sind, sagt ebensoviel aus über die wahrnehmung der frau im monotheistisch-christlich-islamischen kulturkreis, wie die tatsache, dass diese eine frau so viele verschiedene züge und potentiale in sich vereint.

ich könnte sehr lange über die frage nachdenken, wie und warum die patriarchalisch-maskulin dominierten monotheistischen religionen judaismus-chrsitentum-islam die dominanz oder zumindest gleichberechtigung weiblicher göttlichkeit in den meisten polytheistischen religionen nicht nur verdrängen, sondern mit gewalt und radikalität eliminieren mussten und konnten. dies übrigens nur, um im falle der katholischen kirche der frau via der mutter gottes dann doch wieder göttlichkeit einräumen zu müssen, durch starke marienkulte in vielen missionierten gebieten. welche ängste und politischen interessen sich da so ungut durchgesetzt haben, werde ich wohl nie zur gänze durchschauen.

anyway, der film ist ansonsten sehr schön anzuschauen – wenn ich die exotisch anmutende erzählung mit irgendetwas vergleichen müsste, würden mir am ehesten die märchen von rafik schami einfallen. europäische stringenz, die sich in orientalischer trance auflöst. dabei übrigens bilder wie gemalt (und das ist kein zufall), die zwar sicherlich von den unglaublichen „locations“ profitieren, aber auch die muss man in szene zu setzen wissen.

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