jeden tag

als ich meinem mann mal von den erlebnissen erzählte, die ich mit sexueller belästigung hatte (die früheste, wenn ich mich nicht täusche, schon im grundschulalter), war er angemessen betreten und fremd-beschämt. aber ich denke, gleichermaßen überrascht von der tatsache, dass es tatsächlich diese kleinen ekligen oder schmerzhaften momente auch in meinem leben gegeben hat. ich habe ihm diese anekdoten nur deswegen erzählt, weil wir zuvor ein gespräch darüber geführt hatten, wie schmerzhaft es für mich ist zu wissen, dass ich meine tochter vor diesen momenten nicht werde beschützen können, weil ich weiß, dass jede frau in ihrem leben mehr oder wengier traumatische erlebnisse hat.

in meinem fall waren es zwar nur „kleinigkeiten“ im vergleich zu den massiven übergriffen, die manche frauen erleiden. nichtsdestotrotz haben sie mich – als mensch, aber auch als frau – geprägt. sie haben dazu beigetragen, dass ich bestimmte situationen, körperhaltungen, ja, auch kleidungsstücke meide. ich definiere meine motivation dabei so, dass ich den tätern ihre sache so schwer wie möglich machen will; aber wir alle wissen, dass es auch immer wieder das opfer ist, das beschuldigt wird: „warum gehst du auch nachts alleine nach hause!“, „warum streckst du deinen po auch so heraus!“, „warum trägst du auch so kurze röcke!“

die tätlichen übergriffe, aber auch die mehr oder weniger subtilen verbalen sexismen unseres alltags werden aus aller welt auf der seite des everyday sexism project gesammelt. was man da liest, treibt einem die zornesröte ins gesicht. und es kann vielleicht auch befreiend sein, seine eigene geschichte, seinen eigenen ärger beizutragen. auf dass es manchem vielleicht noch die augen öffne.

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