KW 45/2012: Dorothea Viehmann, 8. November 1755

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Als Märchenliebhaberin komme ich an Dorothea Viehmann, der Quelle eines Großteils der Grimm’schen Märchen, einfach nicht vorbei. Schon gar nicht dieser Tage, habe ich doch gerade meine Testlesung der Grimm’schen Märchen beendet, um zu prüfen, welches Märchen ich meiner Tochter dann schon bald vorlesen kann und welche zunächst zensiert werden (dass der Vater seine eigenen Kinder verspeist, von der Mutter gekocht, dass muss ja nicht unbedingt mit 3 oder 4 Jahren sein…).

Dabei sind sogar die Grimm’schen Märchen, wie wir sie zu lesen bekommen, schon zensiert: Bei den beiden Literaten ist nämlich meist die Stiefmutter die Böse – was wir heute als „nicht leibliche, nach Verwitwung angeheiratete“ Mutter verstehen. In der ursprünglichen Form der Märchen ist es aber durchaus schon häufiger die eigene, leibliche Mutter der Kinder, die da mordend und neidend die Kinder – besonders die Töchter – verfolgt. Nach einer Theorie, die ich aus dem Buch „Märchen von Müttern und Töchtern“ habe, ist das „Stief-“ der Mutter angewachsen, weil es aus einem etymologischen Irrtum stammt, dass nämlich das „Stief“ die Mutter als „schlecht“ bezeichnet – und nicht notgedrungen als „nicht leiblich“. (So habe ich die Argumentation jedenfalls im Kopf, bitte nicht drauf festnageln. Da ich über das Buch sowieso eigentlich schon seit der ersten Lektüre was schreiben will, werde ich ggf. korrigieren.)

Also, die hessische Mutter der Märchen hat diese Woche Geburtstag. Vielleicht zur Feier des Tages mal zur Knallhütte fahren und ein gutes hessiches Gericht bestellen.

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