Archive for April, 2013

29. April 2013

KW 18/2013: Bertha Benz, 3. Mai 1849

Bertha Benz

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Die entzückende junge Dame rechts ist die erste Person, die sich traute, eine Fernfahrt mit dem so genannten Automobil zu machen.

Nachdem ihr Mann Carl Benz das Auto erfunden hatte, fand es nicht so reißenden Absatz wie erhofft – die Menschen trautem dem Gefährt nicht. Also setzte sich Bertha mit ihren zwei Söhnen, ohne das Wissen ihres Mannes, in den Wagen und legte die Strecke zwischen Mannheim und Pforzheim zurück. Sie bewies damit nicht nur die Sicherheit und Bequemlichkeit der Erfindung ihres Mannes – was den Erfolg des Produktes maßgeblich beeinflußte -, sondern vor allem Pioniergeist und Entschlossenheit.

Das sollten wir im Hinterkopf behalten, wenn wir das nächste Mal „Frau am Steuer“ hören (oder sagen…) – Frauen waren das erste Geschlecht am Steuer, und die Fahrt ging ohne Unfälle und Beulen ab. Außerdem bedeutet es, dass das Interesse daran, dass das Auto umweltfreundlich fährt und dass es einwandfrei funktioniert, ebenfalls genderunspezifisch sein sollte. Wenigstens den Reifen sollte jeder Mensch, der ein Auto hat, wechseln können. Und es schadet auch Männern nicht, eine Nylonstrumpfhose bei sich zu haben…

Es gibt eine eigene Webseite für die Bertha Benz Memorial Route – von touristischem Interesse – sowie eine Seite für die alljährliche (?) Bertha-Benz-Fahrt. Demgegenüber gibt es auch eine Bertha-Benz-Challenge für nachhaltiges Autofahren. Und schließlich gibt es noch den Bertha-Benz-Preis der Daimler und Benz Stiftung, der jährlich einer jungen Ingenieurin zukommt.

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22. April 2013

KW 17/2013: Johanna Mestorf, 25. April 1828

Johanna Mestorf

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Johanna Mestorf war die erste (deutsche) Professorin Preußens. Außerdem nahm sie sich der Konservierung und Untersuchung des Danewerks an. Das macht sie gleich in zweifacher Hinsicht zur Grenzgängerin.

Sie prägte unter anderem auch den Begriff Moorleiche, was mich einerseits in meine Jugend entfführt, in der ich panische Angst vor dem Bild des Tollundmannes hatte, das im Wohnzimmer meiner Großtante Oma Tante Käthe hing, und vor dem Grauballe-Mann, der mich in einem Sommerurlaub in Dänemark verfolgte (sogar die verfluchten Brötchen waren nach den ledrig-schwarzen Überresten benannt!). Es bringt mich andererseits aber auch in die Klickschleife, mich über alle verzeichneten Moorleichen schlau zu machen, denn heutzutage pflege ich meine Faszination an konservierten Toten.

Johanna Mestorf ist ein Eintrag auf der Seite der Stadt Kiel und einer auf der Seite der Uni Kiel gewidmet.

18. April 2013

what’s important

zu dem zugegebenermaßen effektiven Dove-video, das gerade auf facebook die runden dreht, gibt es hier einen unglaublich treffenden und meiner meinung nach wichtigen artikel über die immanente manipulation darin.

16. April 2013

noorddütsche deern’n

vollweib auf westerland

vollweib auf westerland

pacha mama an der nordsee (mit luft- und wasser-geist)

pacha mama an der nordsee (mit luft- und wasser-geist)

beide bilder sind freundliche leihgabe von nadine.

15. April 2013

KW 16/2013: Mina Benson Hubbard, 15. April 1870

Mina Benson Hubbard

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Mina Benson Hubbard ist eine dieser Frauen, wie ich sie im Sinn hatte, als ich mir für dieses Kalenderjahr „Grenzgängerinnen“ zum Thema setzte. Nachdem ihr Mann auf einer Expedition durch Labrador verhungerte und obendrein von einem Überlebenden der Expedition quasi allein verantwortlich für das Scheitern gemacht wurde, machte sich Madame Benson Hubbard mit einem anderen Überlebenden der Expedition, wohlausgestatteten Vorräten und einem eisernen Willen daran, die Expedition erneut und erfolgreich durchzuführen. Das Rennen gegen den Schmäher gewann sie mit ihrer Ankunft an der Mündung des George River um sechs Wochen.

Was an Mina Benson Hubbard und Frauen ihres Schlages erkennbar wird: Wie arbiträr und überwindbar die tradierten Rollenmodelle und die ihnen zu Grunde liegenden Klischees sind: angefangen beim Mythos vom schwachen Geschlecht, über die angeblich mangelnden Fähigkeiten bis hin zu den gesellschaftlichen Hürden für eine Frau, sich als Leiterin einer Expedition quasi allein – soll heißen: ohne Ehemann als Grund und Begleitung – in die Wildnis aufzumachen. Alles Humbug und kein Hindernis, das zu tun, was sie sich in den Kopf gesetzt hat.

Sicher gehört dazu, dass schon dem Mädchen Mina ein Selbstbewusstsein gestattet wurde, das es ihr als Frau ermöglichte, ihren Willen durchzusetzen. Wahrscheinlich begründet in der reinen Notwendigkeit, dass zu damaligen Zeiten in den weniger priviligierten Schichten der Gesellschaft auch weibliche Kinder so rasch wie möglich zu den Einkünften der Familie beitragen mussten bzw. nicht auf einen Ehemann warten konnten, um die Eltern von der finanziellen Bürde zu befreien. Einem Mädchen zu sagen, dass es dieses oder jenes nicht könne, weil es ein Mädchen ist oder es allein in der Hoffnung auf einen „guten Fang“ zum reinen Ansichtsobjekt zu erziehen, widersprach schlicht den ökonomischen Bedürfnissen. (Ja, ich spiele damit darauf an, dass wir uns offenbar derzeit in einer Wohlstandsgesellschaft befinden, die es sich leisten kann, der Hälfte seiner Bevölkerung zu vermitteln, dass sie a) begrenzte Möglichkeiten der Berufswahl hat und b) Erfolg sich in der Erlangung klar umrissener Ziele in der äußeren Erscheinung bemisst. Ich erinnere mich dunkel an eine Analye, die darlegte, dass der Trend, Frauen auf die drei großen K zu beschränken, ganz klar mit der Lage der Wirtschaft verbunden ist. Von daher muss man sich fast wünschen, dass es uns in Zukunft lieber wieder etwas schlechter gehen sollte…)

Interessanterweise gibt es keinen englischen, aber einen französischen Wikipedia-Eintrag – ich nehme an, der ist franko-kanadisch. Dafür widmet die Canadian Encyclopedia ihr einen Beitrag und beim Arctic Institute of North America kann man sich ihren gescannten Eintrag im Lexikon als PDF ansehen (etwas umständlich umschrieben…).

11. April 2013

wer nie sein brot im bette aß, weiß nicht wie krümel pieksen

um three days of fun, food and sex geht es im sechsten beitrag zu Forced Entry auf Hard Sensations: Tabloid ist ein dokumentarfilm über eine britin, die einen jungen amerikanischen mormonen entführte, um ihn zu befreien (ihre version) bzw. ihn zu vergewaltigen (seine version).

ich kann mich Marias schilderung ihrer phantasie nur anschließen: das sexieste an so einem jungen, unberührten gläubigen mormonen ist doch die vorstellung, wie ihn die verlockung des fleisches einfach übermannt und alle ideologischen hürden davonspült – schuld macht sex doch erst kinky.

aber wir sollten die finger von diesen verbotenen früchten lassen. das lehrt uns der film und die besprechung von Maria und Silvia.

8. April 2013

Margaret Thatcher, gestorben 8. April 2013

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die Iron Lady ist heute verstorben. eine frau, die ihr land geprägt hat.

in ihrem unpolitischen vorleben hat sie an der erfindung des softeises mitgewirkt. noch ein grund mehr sie zu hassen.

eins meiner lieblingslieder zum mitsingen beginnt mit ihrem namen und ist sehr deutlich gegen ihre politik gerichtet:

8. April 2013

KW 15/2013: Anne Sullivan Macy, 14. April 1866

Anne Sullivan Macy

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Anne Sullivan Macy hatte in ihrer Kindheit und Jugend einiges durchzustehen, und doch führte einer der Schicksalsschläge – die Erblindung durch Trachom – auch zu ihren menschlichen und beruflichen Erfolgen. Durch den Besuch einer Blindenschule erlernte sie das Fingeralphabet – das Buchstabieren in die Hände -, welches sie wiederum als erste erfolgreiche Lehrerin Helen Keller zu vermitteln in der Lage war.

Als Frau, die Helen Kellers Leben grundlegend veränderte – weil sie die Barriere zu dem taubstummen und blinden Kind durchbrach, das aufgrund sensorischer Deprivation zu Wutausbrüchen neigte und keine einfache Schülerin war – blieb sie stets im Schatten der später erfolgreichen Autorin und wissenschaftlichen Sensation. Sie war damit nicht unglücklich, aber das ist kein Grund, ihr nicht als die Grenzgängerin, die Helen Kellers Karriere möglich machte, die Ehre zu erweisen.

Ihre Beschreibung des Moments, in dem Helen Keller verstand, was die Lehrerin ihr in die Handfläche tippte – die ihr mithin Worte gab und damit den Austausch mit der Welt ermöglichte – treibt mir immer wieder Tränen in die Augen. Einen schöneren Text über die Lebensnotwendigkeit der Kommunikation für ein menschenwürdiges Dasein gibt es kaum.

Einen schönen Text zu ihr gibt es auch noch bei den History Chicks, die ich gleich mal in meine Blogroll aufnehme.

3. April 2013

ausnahmezustände

im fünften beitrag zu Forced Entry auf Hard Sensations befassen sich Silvia und Maria mit Dario Argentos Sindrome di Stendhal, den ich auch vor kurzem gesehen habe. ihre gender- und kunstphilosophisch umfassende analyse liest sich wie immer flüssig und feminin-intuitiv.

1. April 2013

KW 14/2013: Bette Davis, 5. April 1908

Bette Davis

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