KW 8/2016: Elisabeth von Luxemburg, 28. Februar 1409, und Helene Kottanerin, um 1400

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Elisabeth von Luxemburg

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Elisabeth von Luxemburg wurde 1422 13jährig mit dem 25 Jahre alten Thronanwärter Albrecht V. verheiratet (verlobt waren sie bereits seit ihrem 2. Lebensjahr). Nach den ersten zehn Jahren Ehe bekam sie ihr erstes von vier Kindern; fünf Jahre später wurde ihr Gemahl durch den Tod seines Vaters römisch-deutscher König sowie König von Ungarn, Kroatien und Böhmen. Elisabeth war im fünften Monat mit dem vierten Kind schwanger, als er 1439 während eines Feldzuges gegen die in Ungarn einfallenden Türken an der Ruhr verstarb. Entgegen dem politischen Drängen des Adels, den 15jährigen polnischen König Wladislaw III. zu heiraten – weil ein männlicher König gleich welchen Alters und Charakters für das Land im Krieg gegen die Türken „sicherer“ sei –, ergriff sie selbst die Regentschaft, um so bald als möglich ihren Sohn Ladislaus Postumus zum König zu machen. Bevor der Adel Wladislaw per Königswahl vor ihren Sohn setzen konnte, bemächtigte sich Elisabeth der Stephanskrone, die als heilig betrachtet wurde und deren Besitz den König von Ungarn legitimierte. Hierfür sandte sie ihre Kammerfrau Helene Kottannerin in die Plintenburg, aus der die Kottannerin die Insignie erfolgreich entführte und mit einer Schlittenfahrt über die gefrorene Donau (es war Februar) zu ihrer Königin brachte. Die Kottannerin schrieb darüber später in ihren Memoiren „Denkwürdigkeiten“. Elisabeth krönte ihren Sohn zum König von Ungarn, Kroatien und Böhmen und behielt die Stephanskrone auch, nachdem sie sie eigentlich hatte zurückgeben sollen, durch einen Betrug in ihrem Besitz.

In dem Bürgerkrieg, der anschließend zwischen ihr und Wladislaw entbrannte – dieser hatte sich mit einer anderen Krone aus dem Schrein des heiligen Stephan ebenfalls krönen lassen –, mangelte es ihr wohl an Geld und schlußendlich auch an Verbündeten, an politischer Entschlossenheit und Intelligenz jedoch nicht im Geringsten, was die Unterstellung des Adels an einen weiblichen Regenten gewesen war.

Nach zwei Jahren Krieg ließen sich die Parteien auf eine Vermittlung ein zugunsten des Volkes und der militärischen Geschlossenheit gegen die immer noch bedrohlichen Türken. Kurz nach der Einigung starb Elisabeth plötzlich und unerwartet, was zu dem Verdacht führte, Wladislaw habe sie vergiftet. Der Sohn, für dessen Thronfolge sie gekämpft hatte, war zu diesem Zeitpunkt zwei Jahre alt.

Wladislaw wurde dadurch zunächst als König unangefochten legitimiert; als er drei Jahre später 1445 in der Schlacht von Varna fiel, wurde Ladislaus mit 5 Jahren ebenso unangefochten König aller Länder, über die sein Vater geherrscht hatte. Er starb noch vor seinem 18. Geburtstag, wahrscheinlich an Leukämie oder der Beulenpest.

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Von 180 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 11 (inklusive Elisabeth von Luxemburg) Frauen:

28.2.1261 Margrete Aleksandersdotter
24.2.1535 Éléonore de Roye
26.2.1644 Elisabeth Lemmerhirt
25.2.1726 Wilhelmine von Hessen-Kassel
22.2.1760 Sophie von Sachsen-Hildburghausen
23.2.1762 Johanna Antoni
23.2.1766 Caroline von Humboldt
24.2.1773 Charlotte Kanitz
28.2.1775 Sophie Tieck
23.2.1800 Adelheid von Anhalt-Bernburg-Schaumburg-Hoym

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