KW 24/2016: Fanny Burney, 13. Juni 1752

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Fanny Burney

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Heute ist es also mal passiert – in Erwartung großer Veränderung im Alltag habe ich mein Augenmerk zu sehr auf die Vorbereitung der kommenden Monate gelegt und darüber die nächstliegende Priorität übersehen…
Fanny Burney war eine Schriftstellerin, die im England des 18. Jahrhunderts Bildungsromane schrieb, bevor diese als solche beliebt wurden. Jane Austen war eine Bewundererin ihrer Werke und von ihr beeinflusst; während sie Zeit ihres Lebens als Autorin erfolgreich war, wurde nach ihrem Tod ihr Schaffen vom Interesse an ihrem Privatleben – das sie in Tagebüchern ausführlich beschrieb – überschattet.

Neben ihren Werken verdanken wir ihr jedoch auch eine Beschreibung einer Mastektomie ohne Narkose. 1810 stellte sich bei Fanny Burney der Verdacht auf Brustkrebs ein, und um ihr Leben zu retten, unterzog sie sich dieser Behandlung – um später eindringlich darüber zu schreiben. Es folgt meine eigene Übersetzung (Originaltext auf der englischen Wikipedia-Seite), nicht für empfindliche Gemüter:

„Ich bestieg also ungefragt das Lager – und M. Dubois legte mich auf die Matter, & legte ein Batisttuch auf mein Gesicht. Es war jedoch durchsichtig & ich sah, dadurch, dass das Lager augenblicklich umkreist war von den 7 Männern und meiner Krankenschwester. Ich weigerte mich, festgehalten zu werden; doch als ich, hell durch das Batist, den Glanz des polierten Stahls sah – schloss ich meine Augen. (…) Jedoch – als der fürchterliche Stahl in die Brust gestoßen wurde – durch Venen, Arterien, Fleisch, Nerven schneidend – benötigte ich keine Anweisungen, meine Schreie nich tzu unterdrücken. Ich begann einen Schrei, der ununterbrochen andauerte über die ganze Dauer des Schnittes – und ich wundere mich fast, dass er mir nicht noch immer in den Ohren schallt? so quälend war die Pein. Als die Wunde gemacht war und das Instrument zurückgezogen wurde, schien der Schmerz ungemildert, denn die Luft, die plötzlich in diese empfindlichen Bereich trieb, fühlte sich an wie eine Masse winziger doch scharfer und spitzer Dolche, die die Ränder der Wunde zerrissen. Ich schloß, dass die Operation vorüber sei – Oh nein! sofort wurde das fürchterliche Schneiden wieder aufgenommen – & schlimmer als je, um den Boden, das Fundament der scheußlichen Drüse zu trennen von den Bereichen, an denen sie hing – Wieder wäre jede  Beschreibung müßig – jedoch wiederum war es nicht vorüber, – Dr. Larry ruhte nur seine Hand aus, & – Oh Himmel! – dann fühlte ich das Messer an das Brustbein gebracht, um es zu abzuschaben!“

Seien wir dankbar für die Zeit, in der wir leben dürfen.

*

Von 99 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 7 (inklusive Fanny Burney) Frauen:

13.6.1561 Anna Maria von Anhalt
15.6.1584 Anna Sophia von Anhalt
16.6.1644 Henrietta Anne Stuart
13.6.1672 Anna Maria Franziska von Sachsen-Lauenburg
15.6.1727 Charlotte Elisabeth Nebel
18.6.1754 Anna Maria Lenngren

5 Kommentare to “KW 24/2016: Fanny Burney, 13. Juni 1752”

  1. Ich habe thorwalts jahundert der chirogie und das weltreich der chirogie verschlungen und es ist unglaublich, wie es in vergleichbar so kurzer zeit zu so einem technischen stand in der medezin kommen konnte. Gerade die schritte der frauenheilkunde sind sehr interessand!!!
    Lovis

    • Meine Kenntnisse sind marginal, aber was mich immer wieder in Staunen versetzt ist die Geschichte um die Erkenntnis, dass Ärzte sich vielleicht die Hände waschen sollten, bevor sie Geburtshilfe leisten… *schauder*

      • Ja darüber steht in den dicken wälzern viel drin, „saubere hände“, semmelweis ist zur krankenhausleitung gegangen und hat ihnen die schmutziegen bettlaken um die ohren gehauen, damit erreichte er, dass sie in regelmäßiegen abständen und bei neubelegung gewechselt wurden, er ist damals an seiner erkenntnis zerbrochen, fühlte er sich vor sich selbst als massenmörder entlarft und vor der unbelehrbarkeit seiner kollegen. Er starb ebenfalls an einer sepsis, ein student hatte ihn mit einem skalpell verletzt an dem leichensekret klebte, seine frau hatte ihn einweisen lassen, wegen seiner desressionen und in der klinik starb er dann qualvoll…der retter der mütter…
        Lovis

      • Achso, auf der station starben etwa 10 % der frauen an kindbettfieber, er untersuchte noch gründlicher um der ursache auf den grund zu gehen, im jahr darauf waren es 12%, er war verzweifelt, ein kollege und lieber freund von ihm starb, nachdem er bei einer sektion ebenfalls einen schnitt mit einem skalpell erlitt, bei ihm fand semmelweis genau die gleichen folgen, wie bei den an kindbett verstorbenen. Als er anfing das hände schrubben zu gebieten sanken die fälle des kindbettfiebers unter die der nonnenstation. Leider hatte er ein problem mit vorträgen und dem verfassen von texten. Desshalb und wegen seiner eigenen art verhallte sein ruf, der abermillionen von frauen gerettet und vermutlich, wegen der überbevölkerung zu früheren weltkriegen, auf jeden fall aber zu anderen geschichtlichen ereignissen geführt hätte, er hatte übrigens ein deutsches pondon, der ebenfalls einen kampf für saubere hände und das überleben der mütter führte. Leider nahm er erst ein paar wochen nach semmelweiss tod kontakt zu ihm auf und leider wählte auch er den freitod, kurz bevor koch das milzbrandbakterium entdeckte. Verhängnisvoll, denn kurz darauf war karbol entdeckt und die medezin überschlug sich…
        Hinter all diesen männern standen frauen, die sie mit rat und tat unterstützten und ohne die sicherlich keine dieser erkenntnisse so errungen worden wären!!!

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