Archive for Januar, 2017

30. Januar 2017

05/2017: Elizabeth Blackwell, 3.2.1821

Elizabeth Blackwell

Elizabeth Blackwell

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Diese Woche in der Kategorie „Dein Liebling ist fragwürdig“ eine Frau, die viel Gutes für viele Menschen getan hat, aber aus fragwürdigen Gründen, die auch zu einigen anderen Dingen führten, die nicht so gut waren.

Auf der positiven Seite: Dieses Zitat von Elizabeth Blackwell, im Alter von 26 Jahren.

Mein Entschluss steht fest. Ich zögere nicht im geringsten bei diesem Thema; das gründliche Studium der Medizin, ich bin fest entschlossen es durchzuführen. Das Grauen und den Ekel werde ich ohne Zweifel besiegen. Ich habe stärkere Abneigungen überwunden als die, die jetzt verbleiben, und fühle mich dem Kampf voll gewachsen. Was die Meinung der Leute angeht, kümmert es mich persönlich einen Kehrricht; doch bemühe ich mich, nach meinen Grundsätzen, sie zu besänftigen und werde stets darum bemüht sein; denn ich sehe beständig, wie das höchste Gut überschattet ist von der gewaltsamen und unangenehmen Form, in der es auftritt.

Sie war die erste Studentin der Medizin in den Vereinigten Staaten – am Hobard College (damals Geneva Medical College), an dem der Dekan die 150 männlichen Studenten darüber entscheiden ließ, ob sie die junge Dame zum Studium zulassen sollten. Mit 28 Jahren schloss sie ihr Medizinstudium als erste Frau mit einem Universitätsabschluss in Medizin in den Vereinigten Staaten ab, bei der Zeugnisvergabe verneigte sich der Dekan vor ihr.

Der Verlust ihres linken Auges während ihrer folgenden europäischen Studien verhinderte, dass sie jemals Chirurgin werden konnte (sie infizierte sich mit Neugeborenenkonjunktivitis – TW Bild). Stattdessen hielt sie zunächst Vorlesungen und veröffentlichte ein Buch zur Vorbereitung junger Frauen auf die Mutterschaft. Sie eröffnete sie eine Medikamentenausgabe und vier Jahre später gemeinsam mit Marie Zakrzewska und ihrer Schwester Emily Blackwell das Krankenhaus für bedürftige Frauen und Kinder in New York; dieses besteht noch heute als das Lower Manhattan Hospital. Hier wurden auch Krankenschwestern ausgebildet, für die ein strenges moralisches Regelwerk galt, da sich das Konzept bereits einiger Kritik ausgesetzt sah.

Sie war eine Gegnerin der Sklaverei und arbeitete während des Amerikanischen Bürgerkrieges auf der Seite der Nordstaaten, gemeinsam mit Marie Zakrzewska und Dorothea Dix.

Sie war die erste eingetragene Ärztin im Register des General Medical Council in England, wo sie nach dem Sezessionskrieg ähnliche Pläne verfolgte, wie sie in New York in die Tat umgesetzt hatte. Tatsächlich war sie an der Gründung mehrerer medizinischer Bildungsinstitute für Frauen in London und vor allem des National Health Service des Vereinigten Königreiches beteiligt.

Auf der negativen Seite war ihr Ehrgeiz getrieben von einer stark christlich-moralischen Motivation. Die wissenschaftliche Seite der Medizin war weniger ihr Gebiet als der moralische Einfluss auf die Gesellschaft. Sie befürwortete Enthaltsamkeit mehr als Verhütungsmittel, war gegen Impfungen und für Eugenik. Ihr Feminismus war konservativ geprägt – zwar glaubte sie daran, dass Männer und Frauen den gleichen Geschlechtstrieb haben und gleiche Verantwortung, ihn zu bändigen, doch sah sie Frauen in der medizinischen Tätigkeit vor allem im Vorteil aufgrund ihrer „typisch weiblichen“ Merkmale. Sie legte Wert auf ihren hohen sozialen Status und strebte eine moralische Perfektion an, auch für ihre Schützlinge, die zum Scheitern verurteilt war. Mit 35 Jahren „adoptierte“ sie eine junge Irin, Kitty Barry, allerdings weniger als Tochter denn als Hausmädchen. Kittys Leben drehte sich völlig um Blackwell und ein normales, altergemäßes Sozialleben und die Verfolgung eigener Interessen wurden ihr verwehrt.

Eine Biografie von Eizabeth Blackwell ist auch auf Changing the Face of Medicine zu finden.

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This week in Your fave is problematic we have a woman who has done a lot of good for a lot of people, but for problematic reasons that have led to other things that weren’t so good.

On the positive side: This quote by Elizabeth Blackwell at age 26.

My mind is fully made up. I have not the slightest hesitation on the subject; the thorough study of medicine, I am quite resolved to go through with. The horrors and disgusts I have no doubt of vanquishing. I have overcome stronger distastes than any that now remain, and feel fully equal to the contest. As to the opinion of people, I don’t care one straw personally; though I take so much pains, as a matter of policy, to propitiate it, and shall always strive to do so; for I see continually how the highest good is eclipsed by the violent or disagreeable forms which contain it.

She was the first student of medicine in the United States – at Hobard College (then Geneva Medical College), where the dean let the student body of 150 male students decide whether they should allow the young lady into their lectures. At age 28, she graduated from her studies as the first woman with a medical degree in the United States, the dean bowed to her when he conferred her degree.

The loss of her left eye during the following studies in Europe prevented her from becoming a surgeon (she accidentally infected herself with neonatal conjunctivitis – TW graphic image). Instead for the time being she held lectures and published a book for the preparation of young women for motherhood. She opened a dispensary and, four years later, along with Marie Zakrzewska and her sisteer Emily she founded the New York Infirmary for Indigent Women and Children; operating to this day as the Lower Manhatten Hospital. It was also a training facility for nurses, who had to adhere to a strict moral regiment, since the concept itself was under criticism already.

She was an abolitionist and worked with Marie Zakrzwewska and Dorothea Dix during the American Civil War.

She was the first registered female doctor in the General Medical Council’s medical register, where after the war she pursued similar plans as she had put into action in New York. In fact she was partly involved in the founding of several educational institutes for women in London and above all of the National Health Service of the UK.

On the negative side, her ambition was fueled by a strong moral motivation based in Christianity. Her realm was less the scientific side of medicine but the moral influence on society. She advocated abstention from sex rather than contraception, was anti-vaccine and pro-eugenics. Her feminism was a conservative one – she did believe men and women have the same sex drive and the same responsibility to tame it, but she saw women at an advantage in medicinal occupations because of their „typically female“ traits. She valued her high social status and strove for moral perfection, for her protégées as well, that was doomed to fail. At 35 years, she „adopted“ a young Irish woman, Kitty Barry, less though as a daughter than as a maid. Kitty’s life revolved around Blackwell and normal, age-appropriate social life and the pursuit of her own interests were denied to her.

A biography of Elizabeth Blackwell can also be found on the website Changing the Face of Medicine.

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23. Januar 2017

04/2017: Marguerite Durand, 24.1.1864

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Marguerite Durand

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Eigentlich Schauspielerin und Mitglied der Comédie-Français, gab Marguerite Durand mit 24 Jahren für die Ehe mit einem politisch engagierten Anwalt ihre Karriere auf. Als die Ehe nach nur drei Jahren wieder geschieden wurde, nahm Marguerite zumindest als Gewinn mit, dass sie nun eine völlig neue Karriere im politischen Journalismus antreten konnte.

Für ihren ersten Arbeitgeber, Le Figaro, sollte sie als quasi kritische Stimme von innen einen Artikel über den Internationalen Feministinnen-Kongress 1891 schreiben. Stattdessen nahm sie von diesem Auftrag soviel mit, dass sie im Folgejahr selbst die feministische Tageszeitung La Fronde gründete. Die Zeitung wurde alleine von Frauen betrieben und setzte sich für die Gleichberechtigung der Frauen in den unterschiedlichsten Bereichen ein.

1900 organisierte Durand den Kongress für die Rechte der Frauen auf der Weltausstellung, später half sie vor allem den Rechten arbeitender Frauen mit der Gründung mehrerer Gewerkschaften.

Besondere Bekanntheit in Europa allerdings errang die Feministin mit ihrem Einsatz für die Gründung eines Haustierfriedhofs in Paris, auf dem ihr eigener zahmer Löwe namens Tiger beerdigt wurde. Mit ihrem Zeitungsarchiv, das sie im Lauf ihres Lebens aufgebaut hatte, wurde 1932 Marguerite-Durand-Bibliothek gegründet, die noch heute eine wichtige Quelle zum Thema Feminismus darstellt.

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Starting as an actress and member of the Comédie Français, Marguerite Durand gave up her career at the age of 24 for the marriage to a young lawyer with political ambitions. When the marriage was divorced only three years later, Maguerite had at least gained the possibility to start a completely new career in political journalism.

For her first employer, Le Figaro, she was supposed to write an article on the International Feminist Congress, basically as the critical voice from within. Instead she took away so much from this commission that she founded the daily feminist newspaper La Fronde in the following year. The newspaper was solely run by women and advocated the equality of women in a variety of areas.

In 1900, Durand set up the Congress for the Rights of Women at the World’s Fair in Paris, later she supported mainly the rights of working women by helping to organise several trade unions.

However, the feminist gained the largest publicity with her efforts to found a pet cemetery in Paris, where her own tame lion by the name of Tiger was laid to rest. With her archive of newspapers, which she had accumulated over the course of her life, the Bibliothèque Marguerite Durand was founded, an important source on the topic of feminism to this day.

16. Januar 2017

03/2017: zwei Künstlerinnen/two artists

Sophie Taeuber-Arp 19.1.1889 deutsch/english

Clarice Cliff 20.1.1899 english

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Sophie Taeuber-Arp

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Bühnenbild mit Marionetten, „König Hirsch“/setting for marionette play „King Stag“. Sophie Taeuber-Arp 1918

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Clarice Cliff

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Konisches Kaffeeservice/conical coffee ware. Clarice Cliff 1930

12. Januar 2017

der kommissar, „tödlicher irrtum“

frau dönhoff: „ich hab gearbeitet, mein ganzes leben. wahrscheinlich verliert man dabei an… charme und, wie soll man das nennen? weiblichem nachgiebigkeitsbedürfnis.“

11. Januar 2017

auf nichts ist verlass / nothing is certain

weil die daten bei wikipedia nicht ordentlich geführt/verlinkt sind, habe ich einen ganzen beitrag geschrieben, links und alles, und dann festgestellt, dass die dame in diese woche gehört und nicht in die nächste. -_- deshalb gibt’s den clip jetzt einfach so, weil er so schön ist.

since the dates aren’t correctly sorted/linked on wikipedia, i wrote a whole post, links and all, only to find that this lady belongs in this week, not in the next. -_- so here’s the clip just so, because it’s so beautiful.

 

9. Januar 2017

02/2017: Marie Duplessis, 15.1.1824

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Marie Duplessis

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Marie Duplessis, in ärmste Verhältnisse geboren als Alphonsine Plessis, stieg vom Bauernmädchen in der Putzmacherei zur Geliebten eines Kaufmannes auf und arbeitete sich mit der dadurch gewonnen finanziellen Unterstützung zur gefragten und verehrten Kurtisane auf. Sie holte die von Haus aus mangelnde Bildung auf eigene Initiative nach, setzte sich selbst das adlige „du“ in den herkömmlichen Nachnamen und bewegte sich schließlich selbstverständlich in den intellektuellen Kreisen von Alexandre Dumas dem Jüngeren und Franz Liszt.

Ihre Schönheit und die ihr entgegengebrachte Verehrung konnten jedoch nicht verhindern, dass sie mit 23 Jahren bereits an Schwindsucht verstarb; kurz vorher hatte sie noch einen jungen Grafen geheiratet und das Leben in vollen Zügen genossen.

Nach ihrem Tod wurde ihr Hausrat rasch zur Tilgung von Schulden versteigert und ein knappes Jahr später hatte ihr Freund Dumas sie in seinem Roman „Die Kameliendame“ verewigt. Vier Jahre später hatte er auch ein Bühnenstück daraus gemacht und basierend darauf schrieb Guiseppe Verdi La Traviata. Dank dieser kulturellen Unsterblichkeit ist ihr Grab auch heute noch stets mit frischen Blumen geschmückt.

Zur Verewigung ihrer Person in Literatur und Kunst gibt es allerdings auch kritische Stimmen. Nicht nur machten die Herren, die basierend auf ihr Kunst schufen, aus traurigen Tatsachen Romantik: Die Duplessis machte durch Prostitution Karriere, und dies kann als Unangepasstheit und Entschlossenheit, empowerment, betrachtet werden, doch ist es auch nicht zu leugnen, dass einem Mädchen aus ihren Verhältnissen kein anderer Weg in einen gehobeneren Lebensstil blieb; die Autonomie dieses Lebensstils blieb also in gewisser Weise begrenzt. Außerdem wurde der Kurtisane, dem gefallenen Mädchen, in Dumas‘ Roman und Bühnenstück und in Verdis Oper noch rasch ein moralisch aufgebessertes Ende verpasst – sie durfte oder musste in ihrem fiktiven Leben noch die wahre, reine Liebe finden und sich gegen ihren vorherigen Lebensstil entscheiden. So spielen Die Kameliendame und La Travaita stark mit der Dichotomie der Hure und der Heiligen. Die reale, wirtschaftliche Not vieler junger Frauen wurde für die männliche Betrachtungsweise romantisiert und gleichzeitig die Gefahr ihrer möglichen Autonomie entschärft, indem sie doch durch einen Mann zumindest moralisch gerettet wird. Dazu schreibt auch Maggie McNeill in ihrem Blog The Honest Courtesan (sie erwähnt in Marie Duplessis Jugend allerdings auch noch eine Entführung durch „Zigeuner“, die ich nach meiner kurzen Recherche nicht bestätigen oder widerlegen kann) und der Musikjournalist Thomas May in seinem Beitrag über La Traviata.

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Marie Duplessis, born into poverty as Alphonsine Plessis, rose from peasant girl working at a dress shop to lover of a merchant and, with financial backing from that relationship, she worked herself up to a desired courtesan in high demand. She caught up on the education she lacked in her upbringing, added the noble „du“ to her name and finally moved naturally in the intellectual circles of Alexandre Dumas, fils, and Franz Liszt.

Her beauty and the adoration she received could not however prevent her dying from consumption at age 23; shortly before her death she had just married a young count and enjoyed life to the fullest.

After her death, her possession were quickly auctioned off to pay off her debts, and about  a year later her friend Dumas had immortalized her in his novel Camille. Four years later he had made a play out of his novel and based on that play, Guiseppe Verdi wrote La Traviata. Thanks to this cultural immortality, her grave to this day still is adorned with fresh flowers always.

Yet, there are critical voices too when it comes to the perpetuation of her person in literature and art. Not only did the gentlemen who created art based on her life romanticise the sad facts: the Duplessis made a career of prostitution, and this can be seen as maladjustment and determination, as empowerment, but it cannot be denied that there was no other way for a girl from her origin to have a better life; thus the autonomy of this lifestyle was limited in a way. They both also gave the courtesan, the fallen girl, in Dumas‘ novel and play and Verdi’s opera an ending that is morally improved – she was allowed or forced to finding the true, pure love in these fictional lives and turn against her former ways. With this, Camille and La Traviata are playing heavily on the dichotomy of the Madonna and the whore. The real economic hardship of many young women was romanticised for the perception of the male audience and the danger of her possible autonomy was defused by having her saved – morally, at least – by a man. Maggie McNeill writes about this in her blog The Honest Courtesan (she also writes about an abduction by „gypsies“ in Marie Duplessis youth which after my short research I can neither confirm nor refute) and so does music journalist Thomas May in his post on La Traviata.

2. Januar 2017

01/2017: Fanny Bullock Workman, 8.1.1859

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Fanny Bullock Workman

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Fanny Bullock wurde in priviligierte Umstände geboren und genoss eine tiefgreifende Ausbildung in den Vereinigten Staaten (New York), Frankreich (Paris) und Deutschland (Dresden). Schon in ihrer Schulzeit war sie von Abenteuerlust und Fernweh getrieben.

Mit 22 Jahren heiratete sie Hunter Workman, der ihre Expeditionsfreude teilte und ihre Begeisterung für das Bergsteigen weckte. Es war dabei ihr Vorteil, dass amerikanische Bergsteiger-Clubs, anders als die europäischen, für Frauen offen waren. Fannys feministische Überzeugung wurde von dieser Tatsache geprägt; das Thema der Möglichkeiten und Rechte der Frau blieb für sie Zeit ihres Lebens mit dem des Bergsteigens verbunden.

Die Ehe brachte auch zwei Kinder hervor. Die Tochter Rachel, 1884 in Worcester, Mass. geboren, jedoch in Internaten und von Kindermädchen großgezogen wurde und der Sohn Siegfried, 1889 in Dresden geboren, mit etwa 4 Jahren an Lungenentzündung starb. Fanny sah sich selbst als eine Neue Frau, die sich in einer von Männern dominierten Welt nicht mit den traditionellen Rollen und Verhaltensmustern der Frauen zufriedengab. Dementsprechend hatte sie keinen Ehrgeiz für häusliche Pflichten und Kindererziehung. Ihrer Tochter schadete dieses Vorbild keineswegs.

Die Workmans verlegten nach dem Tod ihrer beider Eltern, der sie wirtschaftlich auf Lebzeiten absicherte, ihren Wohnsitz nach Deutschland und begannen von dort aus zunächst, die umgebenden Länder mit dem Fahrrad zu erkunden und darüber Reiseberichte zu schreiben. Ihre ersten Fahrradtouren führten in die Niederlande, Frankreich, Italien und die Schweiz; sie unternahmen eine einjährige Fahrradexpedition nach Spanien und Marokko und brachten dabei 4.500km unter die Reifen. Weiterhin durchquerten sie Palästina, Syrien und die Türkei und legten dabei in 10 Jahren 22.500km mit dem Rad zurück. Von dort aus wendeten sie sich schließlich dem Orient zu und bereisten, auf Fannys Initiative hin, Indien und den Himalaya.

In den folgenden 14 Jahren erkundete und erkletterte Fanny mit ihrem Mann große Teile des Himalaya und fügte ihren bisherigen Rekorden weitere hinzu. In den europäischen Jahren hatte sie als eine der ersten Frauen bereits den Mont Blanc, die Jungfrau und das Matterhorn bestiegen. Im Himalaya bestieg sie als erste Frau den Pinnacle Peak und stellte damit den Höhenrekord für Frauen auf, bei 6.930m. Sie bestieg als erste Frau den Koser Gunge und als erste Frau aus dem Westen den Siachengletscher, den sie mit ihrem Mann auch kartografierte.

Fanny Bullock Workman gründete 1902 den American Alpine Club mit, war die zweite Frau, die Mitglied der Royal Geographical Society werden durfte, und nachdem sie und ihr Mann ihre Expeditionstätigkeit hauptsächlich wegen des Ersten Weltkrieges aufgeben mussten, war sie die erste Frau, die an der Sorbonne in Paris Vorlesungen halten durfte – dies tat sie je nach Publikum auf Englisch, Deutsch oder Französisch.

Insgesamt veröffentlichte sie mit ihrem Mann acht Bücher über ihre Reisen, von denen sieben als Online-Lesematerial zu finden sind. Trotz oder gerade wegen ihrer eigenen priviligierten Herkunft und Situation hatte sie stets einen Blick für die Schwierigkeiten der Frauen in den Ländern, die sie bereiste, und setzte sich für Gleichberechtigung, bessere Bildungschancen für Mädchen und gemäß ihrer anderen Leidenschaft für frauengerechte, praktische Bergsteigerbekleidung. Sie selbst absolvierte ihre Expeditionen und Höhenrekorde in Röcken.

1925 starb sie in Cannes.

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Fanny Bullock was born into privilege and received a profound education in the US (New York) France (Paris) and Germany (Dresden). Already during her school years she was driven by a zest for adventure and wanderlust.

When she was 22, she married Hunter Workman, who shared her joy in expeditioning and aroused her enhusiasm for mountaineering. It was to her advantage that the American climbing clubs allowed women, as the European did not. Fanny’s feminist conviction was shaped by this fact; the topic of possibilities for and rights of women were for her connected to the topic of climbing throughout her life. 

The marriage produced two children as well. The daughter Rachel, born 1884 in Worcester, Mass. , was raised in private schools and by nannies, and the son Siegfried, born 1889 in Dresden, died of pneumonia at about 4 years old. Fanny saw herself as one of the New Women, who weren’t satisfied with traditional roles and behaviour patterns of a male dominated world. Correspondingly she had no ambition in chores or parenting. It doesn’t seem that her daughter took harm from her example.

After both their parents had died, financially securing them for the rest of their lives, the Workmans changed their place of residence to Germany and started at first to eyplore the neighbouring countries be bike and writing travel books about it. Their first bike tours took them to the Netherlands, France, Italy, and Switzerland; they ventured on a year-long bike expedition to Spain and Marocco, cycling a good 2,800m. Furthermore they crossed the Palestine, Syria and Turkey and by that covered a distance of approx. 14.000miles in ten years. From there they turned to the rient and traveled to Indiy and the Himalaya region, mainly on Fanny’s initiative.

In the following 14 years, Fanny and her husband explored and climbed wide parts of the Himalayas, adding more to her previous records. During the European years, she had climbed the summit of the Mont Blanc, the Jungfrau and the Matterhorn as the first woman to do so. In the Himalayas, she was the first woman to climb Pinnacle Peak, setting the altitude record for women at the time at 22,735feet. She was the first woman to climb the Koser Gunge and the first Western woman on the Siachen glacier, which she mapped with her husband.

In 1902, Fanny Bullock Workman co-founded the American Alpine Club, was the second woman to be allowed a member of the Royal Geographical Society, and after she and her husband had to abandoned their expeditioning, mainly due to the First World War, she was the first woman to lecture at the Sorbonne in Paris – she did this in English, German or French, depending on the audience.

She and her husband published eight books about their travels, seven of which can be found and read online. Despite or maybe because of her own privileged origin and situation, she always had an eye for the struggles of women in the countries she visited, and promoted equality, better education for girls and, in accordance with her other passion, practical and suitable climbing attire for women. She herself got through her expeditions and altitude records in skirts.

She died in Cannes in 1925.