mutters abschied

wie ich schon das eine oder andere mal erwähnt habe, habe ich auch einen schwarzen hund. an manchen tagen ist er sehr groß, schwer und träge. aber wenn ich schon diesen schwarzen hund habe, kann ich wenigstens artistischen nutzen daraus ziehen. was ist die beste suicidal ideation wert, wenn man nicht darüber schreiben kann? wer ganz starke nerven hat und keine fremdscham kennt, kann sich das originaldiktat anhören.

wenn ich gehe, dann will ich es nicht leise tun
es soll nicht wie ein unfall aussehen
mit einem großen messer will ich mir den hals aufschlitzen
rot besudeln die welt
mit allem, was in mir war
auf die gewischten fliesen
auf die saubere wäsche
alles, was ich nicht sagen konnte
was keiner hören wollte

nur meinen kindern sagt ihr nichts
meine kinder beschützt ihr vor mir
sagt ihnen
mama hat sie lieb, aber sie musste gehen
es war nicht genug

 

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3 Kommentare to “mutters abschied”

  1. wirklich gelungen! Kunst! Weiter, mehr! Trotz Abstraktionsfähigkeit macht sich die Leserin natürlich Sorgen und hofft, dass der schwarze Hund sich verkrümelt, sobald das Leben durchs Nachbarzimmer hopst

  2. Ich bin nicht sicher, was ich dazu sagen kann… Es tut mir leid, dass du den schwarzen Hund auch kennst. Und ich hoffe, dass du ihn im Griff hast. Diese Gedanken schöpferisch zu verarbeitenstatt sie umzusetzen, ist hoffentlich ein (für dich) guter Weg – das Ergebnis ist, wie die Vorkommentatorin schon sagte, wirklich gelungene Kunst.

    Ich wünsche dir alles Gute.

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