Archive for ‘Design’

27. Februar 2017

09/2017: Beatrice Wood, 3.3.1893

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Beatrice Wood

English below

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Herausgeberin des Kunstmagazins The Blind Man, Mama des Dada, Inspiration für Marcel Duchamp, Vorbild für Titanics Rose.

Lieblingszitat:

Ich verdanke alles den Büchern über Kunst, der Schokolade und jungen Männern.

*

Wiki english

Founder and editor of The Blind Man, Mama of Dada, inspiration for Marcel Duchamp, model for the character of Titanic’s Rose.

Favourite quote:

I owe it all to art books, chocolate and young men.

*

Beatrice Wood Center for the Arts

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Beatrice Wood: Career Women

16. Januar 2017

03/2017: zwei Künstlerinnen/two artists

Sophie Taeuber-Arp 19.1.1889 deutsch/english

Clarice Cliff 20.1.1899 english

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Sophie Taeuber-Arp

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Bühnenbild mit Marionetten, „König Hirsch“/setting for marionette play „King Stag“. Sophie Taeuber-Arp 1918

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Clarice Cliff

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Konisches Kaffeeservice/conical coffee ware. Clarice Cliff 1930

19. September 2016

KW 38/2016: Elisabeth von Adlerflycht, 23. September 1775

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Rheinpanorama von Elisabeth von Adlerflycht, 1822

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Zu Elisabeth von Adlerflycht gibt es kein Bild und nicht viel zu sagen, aber ich brauchte einfach eine Pause von den ganzen Adligen und wollte gerne etwas machen, das mir naheliegt. Das von Elisabeth von Adlerflycht erfundene Rheinpanorama ist sozusagen meine heutige Heimat, und die Darstellungsform finde ich gleichzeitig so skurril wie naheliegend, dass mich ihr Erfunden-werden-müssen amüsiert.

Elisabeth von Adlerflycht war die Tochter eines Frankfurter Malers und zeichnete auf einer Rheinfahrt im Jahr 1811 ein Panorama des Rheins zwischen Nahe und Mosel. Daraus entstand im Laufe der Zeit der im praktischen Leporelloformat herausgebrachte Rheinfahrtbegleiter.

*

Von 141 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 13 (inklusive Elisabeth von Adlerflycht) Frauen:

21.9.1051 Bertha von Savoyen
21.9.1154/55 Sancha von Kastilien
21.9.1457 Hedwig Jagiellonica
22.9.1515 Anna von Kleve
21.9.1568 Salome Alt
23.9.1598 Eleonora Gonzaga
22.9.1601 Anna von Österreich
22.9.1634 Christiana von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg
22.9.1701 Anna Magdalena Bach
23.9.1740 Go-Sakuramachi
23.9.1780 Clara Anschel
25.9.1799 Luisa Cáceres de Arismendi

27. Juni 2016

KW 26/2016: Rose Bertin, 2. Juli 1747

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Rose Bertin

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Rose Bertin erlernte sehr früh das Handwerk der Modistin und ging als solche bereits mit 16 Jahren von Abbeville nach Paris, wo sie zunächst in einem Modegeschäft arbeitete. Mit 23 Jahren eröffnete sie ihr eigenes Geschäft „Au Grand Mogol“, mit dem sie bald beim Adel erfolgreich war und schließlich zur Modistin und Hutmacherin für Marie Antoinette wurde. Sie verdiente königliches Geld mit ihren Kreationen und verstand sich mehr als Künstlerin denn als Handwerkerin; die einfach Schneiderei war nicht ihr Metier, sie schuf die künstlerischen, pompösen Verzierungen und Aufbauten von Kleidern und Hüten. Zu ihrer erfolgreichsten Zeit nahm sie das Hundertfache des Tageslohnes eines gelernten Arbeiters mit einem ihrer Werke ein.

Die französische Revolution beendete auch ihren großen Erfolg, indem sie die meisten ihrer Kundinnen als Hinrichtungsopfer forderte, und sie sah sich durch das nahe, vertraute Verhältnis zum Adel selbst, nicht zu Unrecht, gefährdet. Rose Bertin gelang es, ihr Vermögen über die Dauer der Revolution zu bewahren und in England zu arbeiten; als sie jedoch nach Ende der Revolution ins Napoleonische Frankreich zurückkehrte, war ihre Rokoko-Kunst so gut wie überflüssig geworden – der schlichte, ungeschmückte Empire-Stil war nun maßgeblich. Sie übertrug zu Beginn des 19. Jahrhunderts ihr Geschäft auf ihren Neffen und verstarb 1813 in der Nähe von Paris.

*

Von 138 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 13 (inklusive Rose Bertin) Frauen:

29.6.1136 Petronella
2.7.1473 Marie von Baden
29.6.1475 Beatrice d’Este
29.6.1482 Maria von Spanien
2.7.1574 Dorothea Maria von Anhalt
3.7.1576 Anna Von Preußen
30.6.1604 Margarete Elisabeth von Leiningen-Westerburg
1.7.1627 Anna Maria von Mecklenburg
2.7.1630 Marie-Madeleine de Brinvilliers
3.7.1709 Wilhelmine von Preußen
29.6.1774 Amalie von Hessen-Homburg
28.6.1799 Amalie von Nürnberg

9. September 2013

KW 37/2013: Elsa Schiaparelli, 10. September 1890

Elsa Schiaparelli

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Ein reiner Lustbeitrag – als Grenzgängerin kann ich Elsa Schiaparelli höchstens geltend machen für ihren Flirt mit und ihren Einfluss auf die Kunst des Dadaismus.

So hat sie mit Dalí an Kleidern gearbeitet, die in die Modegeschichte eingingen:

The Tear Dress – das Zerrissene Kleid

The Lobster Dress – das Hummer Kleid

The Shoe Hat – der Schuh Hut

The Skeleton Dress – das Skelett Kleid

Warum ich solche Lust auf sie hatte? Weil sie ihren Eintritt in die Modewelt hatte mit einem selbstgestrickten Pullover. Das legt sie mir näher ans Herz als alle anderen Kandidatinnen diese Woche, etwa Irène Joliot-Curie oder Laura Secord.

Das hier ist der Pullover:

Trompe l’oeil Sweater – der Optische Täuschung Pullover

29. August 2012

immortals

tarsem singh, USA 2011

anlässlich der sichtung dieses finster-raphaelitischen gemäldes von einem film möchte ich mal über eine frau sprechen, deren arbeit im film, wenn man es weiß, unverkennbar und unabdingbar für die tarsem-ästhetik ist.

eiko ishioka ist die kostümbildnerin von tarsem singh für the cell, the fall, immortals und mirror, mirror gewesen. davor hat sie als kostümbildnerin schon coppolas bram stoker’s dracula optisch geprägt. davor hat sie paul schraders mishima – a life in four chapters ausgestattet. und bevor sie kostümbildnerin beim film wurde, hatte sie sich bereits in japan mit werbung und modedesign einen namen gemacht. leider ist sie anfang diesen jahres verstorben, wie ich bei der recherche bei der new york times lesen musste. kurze artikel zu ihr gibt es auch bei Wiki deutsch und Wiki englisch.

über jemanden, dessen lebenswerk so im visuellen besteht, will ich aber nicht weiter schreiben, lieber bilder teilen. nur kurz sei gesagt: wegen der phantastischen kostüme, aber auch der gesamten inszenierung, fand ich immortals unglaublich stark und die wirkung seiner bilder über seine dauer hinweg anhaltend. die liberal gehandhabte griechische mythologie beiseite, ist die merkwürdig tableauartige bildgestaltung, die mich manches mal an luxuriös ausgestattete bühnenbilder erinnerte, im nachhinein der einzig denkbare weg, mythologie, archtypen und kulturelle memes im film darzustellen. alles ist gewichtig und gravitätisch, mit einer unglaublichen wucht, die einem jedes einzelne jahr des pergamon-altars und des ischtar-tores auf die seele legt. mein mann ist da relativ d’accord, wie ich meine.

werbung für parco, idee und design von eiko ishioka:

kostüme und production design für mishima- a life in four chapters:

bram stoker’s dracula:

the cell:

the fall:

immortals:

6. August 2012

KW 32/2012: eine Möbeldesignerin, eine Keramikdesignerin

Eileen Gray, 9. August 1878

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Margerete Heymann-Loebenstein-Marks, 10. August 1899
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Sie interessiert mich nicht nur wegen ihrer umwerfenden schönen, klaren und farbenfrohen Designs, sondern auch, weil die Geschichte um ihre Enteignung im Dritten Reich und die anderen Frauen, die dabei eine Rolle spielten, nämlich Hedwig Bollhagen und Gretel Schulte-Hostedden (die 2 Tage und 3 Jahre später, am 12. August 1902 geboren wurde und also auch ein Geburtstagskind dieser Woche ist), mich fesselt. Die Frage, die mich dabei beschäftigt, ist, wie problematisch ich das sehe, dass die beiden anderen Designerinnen von dieser Enteignung so profitiert haben – auch wenn Gretel Schulte-Hostedden sich ganz klar gegen das Naziregime geäußert hat. Da sind so viele Grauzonen drin, dass ich mit meinen Überlegungen zu keinem Schluss kommen kann.

Übrigens gibt es einen schönen Beitrag über sie bei Margaret Almon, bei dem ich auch die Bilder oben gefunden habe.

11. Juni 2012

KW 24/2012: zwei Künstlerinnen

Anni Albers, Textildesignerin/Weberin, 12. Juni 1899

Wiki deutsch Wiki englisch

Es gibt eine Albers Foundation, einen Eintrag bei FemBio und auf der Bauhaus-Seite (Anni Albers, fotografiert von Lucia Moholy).

Ilse Schüle, Typografin, 17. Juni 1903

Wiki deutsch

Ilse Schüle entwarf die Schrift Rhapsodie:

Ich hatte noch nie eine Typografin im Kalender… Einige Informationen zur Schrift findet man auf Fraktur.de. Wenn man „Ilse Schüle Rhapsodie“ googlet, findet man unheimlich viele Bilder von wunderschönen bis irrwitzigen Schriften.

2. April 2012

KW 14/2012: Vivienne Westwood, 8. April 1941

Wiki deutsch Wiki englisch

Eigentlich wollte ich Vivienne Westwood nicht als Frau/Geburtstagskind der Woche auswählen – wegen Schuhen wie diesen hier:

weil mit denen solche Sachen passieren können: und highheels ja generell eins der übelsten chauvinistischen Instrumente der Unterdrückung sind, die perfiderweise auch noch von Frauen selber perpetuiert werden…

…wenn man sie aber nicht als Modedesignerin sieht – also davon ausgeht, dass die von ihr designte Kleidung zum Tragen von echten Personen gedacht ist -, sondern als Künstlerin, deren Ausdrucksmittel Kleidungsstücke sind, dann darf man die Grand Dame der britischen Modewelt ruhig diese Woche feiern und ein paar Bilder zeigen. Zu diesem Zwecke also nur der Link zu ihren Werken im Victoria&Albert, the world’s greatest museum of art&design.