Archive for ‘Lyrik-poetry’

2. Mai 2017

Tim, I’m only breathing 

These are just thoughts
and these are just feelings
These are just clouds
and I am the sky

But Tim, I’m only breathing

These are my arms
They hold and caress
They carry and lift
They don’t work for me

These are my legs
They walk and they bend
They stand up and run
They don’t work for me

This is my body
It nurtures and gives
It works all the time
But not for me

This is my time
I spend it on life
It’s going to fast
It runs out on me

These are just thoughts
and these are just feelings
These are just clouds
and I am the sky

But Tim, I’m only breathing

6. Februar 2017

06/2017: Anne Spencer, 6.2.1882

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Anne Spencer

English below

Wiki deutsch

Anne Spencer war Teil der ersten Generation Afroamerikaner nach der Sklavenbefreiung des Sezessionskrieges; ihr Vater war zwanzig Jahre zuvor noch als Sklave geboren worden. Bis zu ihrem 11. Lebensjahr nicht im Lesen oder anderen Schulfächern unterrichtet, schrieb ihre Mutter sie auf Druck des Vaters in ein theologisches Seminar der Episkopalkirche ein. Nach sechs Jahren schloss sie die Schule als Abschlussrednerin ihres Jahrgangs ab.

Sie heiratete einen Mitschüler, zog nach Lynchburg, gebar drei Kinder und arbeitete als Lehrerin und Bibliothekarin. Sie schrieb bei ihre Gedichte auf jede verfügbare Oberfläche, doch blieb unentdeckt, bis sie 40 Jahre alt war. Als eine Abteilung des NAACP in Lynchburg gegründet werden sollte, wohnte der Repräsentant dieser Organisation James Weldon Johnson für einige Zeit bei ihr und entdeckte ihre Poesie. Er verhalf ihr zu ihrer ersten Veröffentlichung und führte sie in den Kreis der Harlem Renaissance ein, in der sie zu einer wichtigen Beitragenden wurde.

Anne Spencer schrieb bis zu ihrem Tod in hohem Alter ihre Gedichte. Eine Liste mit Seiten, auf denen einige Gedichte zu finden sind, folgt am Ende dieses Beitrags.

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Wiki english

Anne Spencer was part of the first generation of African Americans after the emancipation following the Civil War; her father twenty years early had still been born a slave. Not educated in reading or any other school activity until she was 11, her mother enrolled her in the Virginia Seminary because of pressure from Anne’s father. Six years later she finished school as the valedictorian of her class.

She married one of her co-students, moved to Lynchburg, gave birth to three children and worked as a teacher and librarian. She wrote her poems on any available surface but remained undiscovered until she was 40 years old. When a chapter of the NAACP was planned to be founded in Lynchburg, James Weldon Johnson, a representative of the organisation, lived at her house for some tme and discovered her poetry. He helped to her first publication and introduced her to the circle of the Harlem Renaissance, to which she became an important contributor.

Anne Spencer wrote poems until her death of old age. A list of pages where some of her poems can be found can be found below.

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The Harlem Renaissance on U.S. History

Anne Spencer’s Biography and Poems on AfroPoets, poets.org, and on African American Registry

The Anne Spencer House and Garden Museum

3. Oktober 2016

KW 40/2016: Marie de Gournay, 6. Oktober 1565

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Marie de Gournay

Wiki deutsch Wiki englisch

Als ältestes von sechs Kindern des königlichen Schatzmeisters wurde Marie de Gournay zwar der offizielle Zugang zu Bildung versagt, sie brachte sich selbst jedoch in der Bibliothek ihres Vaters Latein und Griechisch bei, soweit, dass sie später als gebildetste Frau ihrer Zeit galt.

Von Michel de Montaignes Essais begeistert, entwickelte sie erst eine Brieffreundschaft zu ihm, aus der bald ein Besuch bei ihm in Paris zustande kam, was wiederum zu einer alles außer offiziellen Adoption der jungen Frau durch den Philosophen  führte. Sie wurde zur Verwalterin seines literarischen Nachlasses und von seiner Witwe erhielt sie den Auftrag, die dritte Auflage seiner Essays zu veröffentlichen.

De Gournay fand viele Freunde und Befürworter im Adel und in wissenschaftlichen Kreisen: Justus Lipsius stellte sie in ganz Europa als gebildete Frau vor, sie schrieb für die Königinnen von Frankreich Margarete von Valois und Maria de’Medici, sowie für deren beider Mann Heinrich IV und den nachfolgenden König Ludwig XIII. Dennoch oder gerade deswegen sah sie sich auch harscher Kritik ausgesetzt – eher an ihrer Person, doch auch ihrer Arbeit, wobei letzteres auch eher Gründe vornehmlich in ihrem Geschlecht als ihrer tatsächlichen Tätigkeit hatte.

Sie übersetzte Werke mehrerer Philosophen ins Französische und schrieb selbst über Philosophie, Moral, Theologie und zum Thema der Frauenrechte, weshalb sie als eine der Mütter des Feminismus gilt. Am Höhepunkt der Hexenverbrennungen in Europa verwies sie auf die systematische Unterdrückung der Frauen durch die Verweigerung von Bildung: „Frauen sind das Geschlecht, dem man alle Güter versagt […] um ihm als einziges Glück und ausschließliche Tugend die Unwissenheit, den Anschein der Dummheit und das Dienen zu bestimmen.“

Zum Zeitpunkt ihres Todes mit 79 Jahren hatte sie 1.000 Seiten Material geschrieben – als Autodidaktin. Sie gilt heute als erste weibliche Literaturkritikerin und erste Person, die für die Gleichberechtigung von Mann und Frau argumentierte.

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Von 114 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 7 (inklusive Gertrud von Altenberg) Frauen:

4.10.1585 Anna von Österreich-Tirol
5.10.1640 Françoise-Athénaïs de Rochechouart de Mortemart, marquise de Montespan
5.10.1658 Maria Beatrice d’Este
7.10.1675 Rosalba Carriera
9.10.1772 Mary Tighe
9.10.1791 Amalie Schoppe

23. Mai 2016

KW 21/2016: Mary Wortley Montagu, 26. Mai 1689

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Mary Wortley Montagu

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Neben einer regen schriftstellerischen Tätigkeit, unter anderem mit Berichten aus den Frauenräumen des Osmanischen Reiches als Ehefrau des englischen Botschafter in Istanbul, als Lyrikerin und Verfasserin politischer Texte, war Mary Wortley Montagu eine Pionierin des medizinischen Fortschritts. Nachdem sie ihren Bruder an die Pocken verloren  und selbst eine Erkrankung mit deutlichen kosmetischen Schäden überlebt hatte, brachte sie aus dem Osmanischen Reich die Variolation (Inoculation) mit: das gezielte Infizieren durch die Erreger eines milden Falles der Pocken. Sie ließ dies nicht nur bei ihren beiden eigenen Kindern durchführen, nachdem sie die Erfolge der Osmanen damit gesehen hatte, sondern brachte auch den englischen König George I. und dessen Tochter Caroline dazu, ihre Kinder bzw. dessen Enkel so gegen die Pocken zu immunisieren – selbstverständlich erst, nachdem die Variolation zunächst an zum Tode verurteilten Verbrechern getestet wurde. Diese waren danach nicht nur gegen die Pocken immun, sondern auch wieder auf freiem Fuß. Die Variolation blieb für etwas 50 Jahre die Methode der Wahl für die Immunisiserung, bis die Impfung, wie wir sie heute kennen, entwickelt wurde.

Zu Mary Wortley Montagus literarischer Arbeit ist noch zu sagen, dass sie, wohl zu Recht, über die bisherigen Reiseberichte aus dem Orient recht gehässig sprach – dass dort Männer ihre Fantasien auslebten, weil sie schlicht nicht wüssten, was in den ihnen unzugänglichen Orten wirklich vorging. Es zirkulierten über die Frauenbadehäuser selbstverständlich Gerüchte und Vorstellungen davon, dass in diesen reinen Frauen-Räumen sexuelle Ausschweifung und Freizügigkeit herrschte – weil Frauen allein gelassen untereinander natürlich nichts als Sex im Kopf haben können. Lady Montagu rückte das Bild mit ihren eigenen Erfahrungsberichten gerade: dass dort schlicht das soziale Leben stattfand, ohne die störenden Einflüsse der Männer. Trotzdem fanden vor allem ihre Beschreibungen der orientalischen weiblichen Körper Beachtung und wurden wiederum für die Auswertung in erotischen künstlerischen Darstellungen verwendet.

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Von 102 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 4 (inklusive Mary Wortley Montagu) Frauen:

29.5.1627 Anne Marie Louise d’Orléans
27.5.1653 Liselotte von der Pfalz
25.5.1775 Charlotte Joachime von Spanien

8. Februar 2016

KW 6/2016: Karoline von Günderrode, 11. Februar 1780

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Karoline von Günderrode

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Die „Sappho der Romantik“ lebte und schrieb im Kreise Clemens Brentanos und Bettina von Arnims; sie rang zeitlebens mit den Erwartungen an die Rolle der Frau in der Gesellschaft, die so gar nicht ihrem Naturell entsprachen.

Als Lyrikerin relativ erfolgreich, wenn auch von anderen Vertretern der Romantik überschattet, erlitt sie im Privatleben immer wieder Zurückweisung. Nachdem ihre erste Liebe Friedrich Carl von Savigny eine andere geheiratet hatte, verliebte sich Karoline in einen verheirateten Mann, Friedrich Creuzer, für den sie ihren Freundeskreis vernachlässigte, der sich jedoch selbst nicht in der Lage sah, seine Frau für sie zu verlassen.

Karoline von Günderrode wählte mit 26 Jahren den Freitod per Dolchstoß, nachdem ihr Geliebter die Beziehung beendet hatte.

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Von 200 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 11 (inklusive Karoline von Günderrode) Frauen:

13.2.1457 Maria von Burgund
11.2.1466 Elizabeth of York (Königin)
14.2.1640 Anna Magdalena von Pfalz-Birkenfeld-Bischweiler
11.2.1715 Margaret Cavendish Bentinck
13.2.1752 Luise von Göchhausen
9.2.1769 Susette Gontard
13.2.1772 Henriette Hendel-Schütz
12.2.1775 Louisa Adams
9.2.1777 Louise Brachmann
8.2.1794 Agnes Franz

30. Oktober 2015

willd 

ichwilld
ichganzwild
ichwilldich
ganzwild
ichwilldichganz
wildich

2004

Schlagwörter: , ,
26. Oktober 2015

KW 44/2015: Leta Semanedi, 26. Oktober 1944

Leta Semanedi

Wiki deutsch

Leta Semanedi schreibt Gedichte auf Deutsch und Vallander, einem rätoromanischen Dialekt – was das ist, was mich an ihr interessiert.

So wie Pflanzen und Tiere durch Abschottung vom Rest der Welt ihre eigenen Entwicklungswege gehen, so machen Sprachen das auch. Rätoromanisch bzw. seine verschiedenen Formen sind Vermischung einer wahrscheinlich nicht indogermanischen Sprache – der Räter, die zu den Kelten gezählt werden – und des Latein ihrer römischen Eroberer. Tatsächlich finden sich in diesen Dialekten lateinische Formen mit den weichen Nuschellauten, die man aus dem „gewöhnlichen“ Schwyzerdüütsch kennt, was eine faszinierende Mischung aus Fremdem und Vertrautem ergibt.

So etwas kann sich niemand ausdenken.

6. Oktober 2015

fremdbild

dein bild von mir
zerreiss es
mal es weiss

so fahl

dein bild von mir
zerreiss es
mal es rot

so grell

dein bild von mir
zerreiss es
mal es schwarz

so finster

dein bild von mir
zerreiss es
mal es nicht

Schlagwörter: , ,
23. September 2015

und du so

nach den ersten drei worten meines mannes zu mir

und du so
dreist
verführst und verschlingst mich

und du so
geduldig
erwartest und eroberst mich

und du so
feurig
entdeckst und entfachst mich

und du so
liebevoll
beschützt und bestärkst mich

Schlagwörter: ,
28. August 2015

kreuzung

der beginn unserer ehe – geprägt von zufall und paradigmenwechseln

sind wir
nach langer reise angekommen
ich weiß nicht
wie es weitergeht
so geht magie
eine kreuzung im richtigen moment
da sind wir
zu langer reise aufgebrochen
ich weiß nur
dass es weitergeht