Archive for ‘Wissenschaft+Forschung-science+research’

3. Juli 2017

27/2017: Henrietta Swan Leavitt, 4.7.1868

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Henrietta Swan Leavitt

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Henrietta Swan Leavitt war eine der Damen, die als niedrig bezahlte ‚menschliche Rechenmaschine‘ bei Edward Charles Pickering, auch als ‚Pickerings Harem‘  bekannt, am Harvard-College-Observatorium arbeiteten. Sie war dank gehobener Abstammung nicht auf ein Einkommen angewiesen und arbeitete zunächst für Studienpunkte, später für einen Pfenniglohn. Sie war durch eine Erkrankung so gut wie taub, was jedoch keinen Einfluss auf ihre Arbeit zu haben schien; nur ihr weibliches Geschlecht machte es ihr unmöglich, selbst ein Teleskop zu handhaben.

Leavitt war beauftragt, veränderliche Sterne zu beobachten und zu katalogisieren. Dabei maß sie die Helligkeit spezieller veränderlicher Sterne, nämlich der Cepheiden, und machte dabei die Beobachtung, die der Erkenntnis und Berechnung unseres heutigen Wissens über das Weltall zugrunde liegt: Sie stellte fest, dass sich eine Beziehung herstellen ließ zwischen der Leuchtkraft und der periodischen Veränderung der absoluten Helligkeit dieser Sterne. Aus dieser Beziehung lässt sich ihre Distanz zum Beobachtungspunkt berechnen. Mithilfe Leavitts Logarithmus konnte bald darauf belegt werden, dass sich einige der katalogisierten Sterne nicht in der unseren, sondern in Lichtjahren entfernten Galaxien befanden. Die Folgen von Leavitts Erkenntnis rückte – angewandt von Harlow Shapley – nicht nur unser Sonnensystem aus dem Zentrum unserer Galaxie, sondern auch – angewandt von Edwin Hubble – unsere Galaxie aus dem Zentrum des Weltalls.

Sie starb 1921 an Krebs; vier Jahre später erst kam Gösta Mittag-Leffler, ein schwedischer Wissenschaftler, der von ihrem Tod noch nicht erfahren hatte, auf die Idee, sie für den Nobelpreis vorzuschlagen. Dieser wird nicht posthum verliehen, daher konnte Leavitt nicht nominiert werden.

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Henrietta Swan Leavitt was one of the ladies who worked as underpaid ‚human computers‘ for Edward Charles Pickering at Harvard College Observatory, also known as Pickering’s harem. Coming from a wealthy family, she was not reliant on an income and worked for study points at first, later for a few cents per hour. An illness had rendered her almost completely deaf, a fact that had ostensibly no influence on her work; it was only her female sex that made it impossible for her to operate a telescope herself.

Leavitt was assigned with the observation and cataloguing of variable stars. She measured the luminosity of a special kind of variable stars, namely Cepheid variables, and whilst doing so made the observation which underlies the discovery and computation of our current knowledge of the universe: She found a relationship between the luminosity and the periodical change of absolute brightness of these stars. From this relationship their distance from the viewing point can be extrapolated. Based on Leavitt’s logarithm it was soon possible to prove that some of the catalogued stars were not part of our, but other galaxies lightyears away. . The consequences of Leavitt’s finding – applied by Harlow Shapley – moved our sun from the centre of our galaxy and – applied by Edwin Hubble – our galaxy from the centre of the universe.

She died of cancer in 1921; it was only four years later that Gösta Mittag-Leffler, a Swedish scientist who hadn’t heard of her death, thought of proposing her to the Nobel Prize committee. The prize is not awarded posthumously, thus Leavitt could not be nominated.

5. Juni 2017

23/2017: Alicia Boole Stott, 8.6.1860

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Alicia Boole Stott

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Alicia Boole Stott fand, ohne eine ausführliche Ausbildung als Mathematikerin erfahren zu haben, die sechs regulären Polytope in vier Dimensionen. Sie fand erst später heraus, dass sie damit die Theorien eines anderen Mathematikers, Ludwig Schläfli, bestätigt hatte. Der Begriff Polytope geht auf sie zurück, sie schrieb mehrere wissenschaftliche Arbeiten mit dem Mathematiker Pieter Schoute darüber und stellte Modelle aus Pappe dazu her. Wer sich weiter mit Tesserakten, Hyperwürfeln und anderen 4- und 5-Polytopen (s.u.) auseinandersetzt, wird verstehen, was für eine Leistung das ist.

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Alicia Boole Stott, without having had an extensive education as a mathematician, discovered the six regular polytopes in four dimensions. She only found out later, that thus she had confirmed the theories of another mathematician, Ludwig Schläfli. She coined the term polytope, wrote several papers on them with the studied mathematician Pieter Schoute and actually built cardboard models of her geometrical bodies. If you concern yourself a bit more with the tesseract, hypercube and other 4- and 5-polytopes (see below), you will understand what kind of an achievement that is.

22. Mai 2017

21/2017: Lillian Moller Gilbreth, 24.5.1878

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Lillian Moller Gilbreth

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Lillian Gilbreths Biografie macht beim Lesen atemlos. Die deutschstämmige Amerikanerin war selbst zweites von elf Kindern und rauschte zunächst durch ihre Schul- und Hochschulbildung. Mit 22 hatte sie einen Bachelor in Englischer Literatur und ließ zwei Jahre später einen Master folgen; zwischenzeitlich hatte sie Psychologie studiert, musste dies jedoch aus gesundheitlichen Gründen abbrechen.

Mit 24 Jahren traf sie ihren baldigen Ehemann Frank Bunker Gilbreth (Sr.), einen Erfinder und Wirtschaftsingenieur, der ihren Wunsch nach einem Dutzend Kindern teilte. In den folgenden 17 Jahren gebar Gilbreth 13 Kinder, von denen eines tot geboren wurde und eines im Alter von fünf Jahren an Diphterie (Warnung: Bildinhalte) starb. Weil es ihr möglich war, die meiste Zeit eine Vollzeit-Haushaltshilfe zu beschäftigen (und dementsprechend die Kinder betreut zu wissen), konnte sie zwischen den jährlichen Schwangerschaften und Geburten auch noch eine Doktorarbeit in Psychologie schreiben (mit fünf bzw. vier Kindern – die Doktorarbeit, die Geburt und der Tod eines Kindes fielen alle ins Jahr 1911) und schließlich einen Doktortitel erringen (mit sechs Kinder und der Schwangerschaft eines Sternenkindes im Jahr 1915).

Gilbreth arbeitete mit ihrem Mann in dem Wissenschaftsbereich, der später die Ergonomie wurde, und brachte dabei ihre Expertise als Ingenieurin, Psychologin, Haushälterin (was ihr „selbstverständlichster“ Arbeitsbereich als Frau war) und Mutter ein. Sie schrieben gemeinsam zwei Bücher, die jedoch nur unter seinem Namen veröffentlicht wurden – einer weiblichen Autorin wurde keine Authorität  im wissenschaftlichen Bereich zugesprochen, dabei war sie diejenige mit dem Doktortitel.

Nachdem ihr Mann 1924 gestorben war – das älteste Kind war 19, das jüngste gerade zwei Jahre alt – konzentrierte sich Gilbreth vor allem auf die Arbeitsökonomie und -psychologie im Speziellen der Hausfrauen zu. Die gemeinsame Firma für mit ihrem Mann benannte sie in Gilbreth Inc. um, und sie erfand diverse Details, die bis heute den Alltag im Haushalt erleichtern – die Struktur der Kücheneinrichtung, den Mülleimer, der sich mit Fußpedal öffnen lässt, die Fächer auf der Innenseite der Kühlschranktür (inklusive Butterdose und Eierhalter) und Wandlichtschalter gehen alle auf sie zurück. Sie arbeitete auch als in der Marktforschung für Johnson&Johnson und Macy’s.

Nachdem sie schon mehrfach Vorlesungen an der Purdue University gehalten hatte, wurde sie dort 1935 zunächst Gastprofessorin – die erste weibliche Professorin im Fachbereich Ingenieurswissenschaft – und fünf Jahre später voll angestellte Professorin in mehreren Ingenieurs- und Ökonomie-Fachbereichen. Sie las als Gastprofessorin an mehreren anderen Universitäten und hielt noch mit 86 Jahren Vorlesungen am MIT.

Sie starb mit 94 Jahren. Zwei ihrer Kinder verfassten gemeinsam Bücher über das Leben in der Gilbreth-Familie, die auch verfilmt wurden.

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Lillian Gilbreth’s biography leaves you breathless. The American of German heritage was herself second of eleven siblings and first of all rushed through her school and college education. At age 22 she had a bachelor degree in English Literature and followed that up with a Master two years later; she had studied psychology in between but had to quit it due to health issues.

At age 24 she met her soon-to-be husband Frank Bunker Gilbreth (Sr.), an inventor and industrial engineer who shared her wish for a family with a dozen children. In the following 17 years, Gilbreht gave birth to 13 children, one of which was still-born, another one died of diphtheria (warning: graphic images) at age 5. Because she was able to employ full-time help in the house (and knowing her children supervised accordingly), she was able, in between yearly pregnancies and births, to write a dissertation in psychology (with five resp. four children – the dissertation, one birth and the death of a child all fell into the year 1911) and finally earning a Ph.D. (with six children and the pregnancy that ended with a still-born child in 1915).

At first, Gilbreth worked in the field that would later become ergonomics, and brought into the work her expertise as an engineer, psychologist, housekeeper (her most „natural“ field as a woman) and mother. They wrote two books together, which however were published only under his name – a female author wasn’t regarded as an authority in science, even though she was the one with the Ph.D.

After her husband has died in 1924 – the oldest child was already 19, the youngest just two years old –, Gilbreth concentrated on working in domestic management and work psychology especially for housewives. The shared company of her husband’s she renamed as Gilbreth, Inc. and she invented several household details that facilitate housekeeping to this day – the work triangle, the foot pedal trash can, the shelves on the refrigerator door (with butter box and egg holders) and wall-switches for the light are all her doings. She also worked as a market researcher for Johnson&Johnson and Macy’s.

After having given lectures at Purdue University before, she was appointed at first a visiting professor in 1935 – the first female professor in Engineering – and, five years later, was granted full professorship in several engineering and economy departments. She gave lectures as visiting professor at several other universities and at 86 years of age, still, at MIT.

She died at 94 years old. Two of her children wrote books about life in the Gilbreth family together, which were also made into movies.

8. Mai 2017

19/2017: Inge Lehmann, 13.5.1888

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Inge Lehmann

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Inge Lehmann brauchte, wohl aufgrund äußerer und innerer Umstände, eine lange Zeit, um zu ihrer Berufung als Seismologin zu finden. Sie studierte ausgedehnt und von Phasen der beruflichen Tätigkeit unterbrochen Mathematik; die Schwierigkeiten, die einer Frau in einem männlich dominierten Umfeld begegnen, dürften nicht unerheblich zu ihren seelischen Problemen beigetragen haben, die sie vom Studium in die einträgliche und unauffällige Arbeit bei Versicherungsgesellschaften trieben.

Nachdem sie schließlich ihr Studium der Mathematik abgeschlossen hatte, arbeitete sie in der Geodäsie, wohin es sie durch die Arbeit mit dem Geodäten Nørlund verschlagen hatte.

Ihre Erkenntnis, dass der Erdkern nicht vollständig flüssig sei, sondern einen festen inneren Kern haben muss, veröffentlichte sie 1936 mit 48 Jahren in einem Artikel mit der Überschrift P‘ – denn sie war anhand des Studiums der P-Wellen auf Seismogrammen zu dieser Erkenntnis gekommen. Dies wurde recht bald von anderen Wissenschaftlern akzeptiert, fand aber erst weitere Verbreitung, nachdem die These 1971 mithilfe von Computern berechnet und bestätigt werden konnte.

Der Zweite Weltkrieg und einige persönliche Enttäuschungen führten zu einem unruhigen späteren Lebenslauf, immerhin jedoch führte dieser jedoch zur Entdeckung einer weiteren Diskontinuität, die dann auch nach Inge Lehmann benannt wurde.

Lieblingszitat:

Sie sollten wissen, mit wie vielen inkompetenten Männern ich konkurrieren musste – vergeblich.

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Inge Lehmann needed a long time, assumably due to inner and outer circumstances, to find her calling as a seismologist. Her study of math was prolinged and disrupted by times of working a job; the difficulties a woman meets in a male dominated field will  have been a negligible contribution to her mental helath issues, which drove her from her studies into a profitable and inconspicuous job at insurance companies.

After finishing her degreein math she worked in geodesy, to which she was brouht by her work with the geodesist Nørlund.

She published her finding that earth’s core is not completely liquid, but with a solid inner core, in 1936 at age 48 in an article headlined P‘ – because it was was her study of P-waves on seismograms that led her to it. Other scientists accepted it quite quickly, but it only found wider distribution after the theory was calculated and proven with the help of computers in 1971.

World War II and several personal disappointments led to a restless course of life later on, at least though it brought her to the discovery of another discontinuity which sure enough was named after Inge Lehmann.

Favourite quote:

You should know how many incompetent men I had to compete with – in vain.

24. April 2017

17/2017: Hertha Ayrton, 28.4.1854

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Hertha Ayrton

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Die Tochter einfacher polnisch-jüdischer Immigranten wurde nach dem Tod ihres Vaters zu ihrer Tante in Obhut gegeben, die eine Schule in London betrieb. Dort erhielt sie ihre frühe schulische Ausbildung. Mit 16 Jahren arbeitete sie zunächst als Gouvernante, mit 20 begann sie ihr Studium der Mathematik am Girton College, nach ihrem Abschluss sechs Jahre später arbeitete sie dort auch als Lehrerin. Sie entwickelte in dieser Zeit ein Sphygmomanometer (oder auch Blutdruckgerät). Neben vielerlei sozialem Engagement bestand sie auch mit 26 Jahren eine mathematische Prüfung für Studenten der University of Cambridge, aber die vergab zu dieser Zeit keinen akademischen Grad an Frauen, nur Zertifikate. Ein Jahr später erhielt sie jedoch von der Universität London einen Bachelor of Science für eine ähnliche Prüfung.

In London entwickelte sie auch ein Instrument, mit dem man Linien in gleichlange Teile zerlegen kann, das Künstler, Architekten und Ingenieure verwenden können. Die Eintragung des Patentes wurde von den Feministinnen Louise Goldsmid und Barbara Bodichon finanziell unterstützt. Es war das erste von 26 Patenten, die Ayrton im Lauf ihres Lebens eintragen ließ.

Mit ihrem Ehemann, der zuvor ihr Lehrer gewesen war, betrieb sie Studien in der Elektrotechnik, Mathematik und Physik. Sie schrieb mehrere Publikationen unter anderem über die Bogenlampen-Technik und deren Verbesserung. 1899 wurde sie schließlich als erste Frau Mitglied der Institution of Electrical Engineers (IEE), durfte aber dennoch – aufgrund ihres Geschlechts – ihre Schrift nicht selbst bei der Royal Society vortragen, ein männlicher Kollege musste dies für sie tun.

Nach ihrem Vortrag beim International Electrical Congress in Paris 1900 festigte sich ihr Ruf als Kompetenz in der Elektrotechnik. Ihr Beispiel veranlasste die British Science Association dazu, Frauen in Kommittees unterschiedlicher Fachbereiche zuzulassen. Erst 1905 durfte sie als Frau bei der Royal Society vortragen, Mitglied in dieser Vereinigung wurde sie jedoch nie. 1906 erhielt sie die Hughes-Medaille für ihre Arbeit zu Bogenlampen, damit war sie die fünfte Person, die diese Ehrung erhielt; erst 2008 erhielt wieder eine Frau, Michele Dougherty, diesen Preis.

Während des Ersten Weltkrieges entwickete Ayrton ein lebensrettendes Instrument zur Giftgasbeseitigung, den Ayrton Fan.

Die Agnostikerin setzte sich auch für die Frauenrechte ein und benannte ihr erstes Kind nach der Feministin Barbara Bodichon – diese wurde Member of Parliament für die Labour Party und Mutter des Künstlers Michael Ayrton, der den Namen der mütterlichen Linie für seine professionelle Identität wählte. Hertha Ayrton starb mit 69 Jahren an einer Blutvergiftung.

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The daughter of plain Polish and Jewish immigrants, after her father’s death, was committed into the care of her aunt who ran a school in London. She received her early education there. At the age of 16 she worked as a governess, at 20 she began her studies of mathematics at Girton College, after finishing her studies she also worked as a teacher there. During that time she developed a sphygmomanometer. Besides a lot of social engagement she also passed the Mathematical Tripos at the University of Cambridge at 26 years old, but they did not hand certificates only to women, not degrees. She did receive a Bachelor’s degree from the University of London for passing a similar exam.

In London she also invented an instrument to divide lines in equally long parts, which can be used by artists, architects and engineers. The patenting of this invention was supported financially by the feminists Louise Goldsmid and Barbara Bodichon.  It was the first of 26 patents Ayrton would register in her lifetime.

With her husband, who had been her teacher before, she worked on studies in electrical engineering, mathematics and physics. She penned several publications, among others about arc lighting and its improvement. In 1899 she became the first female member of the Institution of Electrical Engineers (IEE), but – because of her gender – was not allowed to read her work at the Royal Society, a male colleague had to read it for her.

After her lecture at the International Electrical Congress in Paris 1900 her reputation as a competence in electrical enginieering was consolidated. Her example prompted the British Science Association to allow women on committees of various topics. It was in 1905 only that she could speak before the Royal Society, but she was never registered as a member. In 1906 she received the Hughes Medal for her work on arc lighting, as the fifth person awarded this honour; only in 2008 this prize was won by a woman, Michele Dougherty, again.

During World War I Ayrton developed an life-saving instrument for the dispelling of poisoned gas, the Ayrton fan.

The agnostic also advocated for women’s rights and named her first child after Barbara Bodichon – she became a Member of Parliament for the Labour Party and mother to artist Michael Ayrton, who took the name of his mother’s family for his professional identity. Hertha Ayrton died of blood poisoning at 69 years of age.

20. Februar 2017

08/2017: Lydia Becker, 24.2.1827

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Lydia Becker

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Die englische Nachfahrin deutscher Einwanderer (ihr Großvater war Thüringer) in pflegte im privaten Unterricht zu Hause ihre Leidenschaft für die Biologie und Astronomie. Sie veröffentlichte mit 37 Jahren ein Buch, „Botanik für Anfänger“, und stand in regem Kontakt mit Charles Darwin. Erste Schritte in die Suffragetten-Bewegung machte sie bereits mit der Gründung einer Ladies‘ Literary Society in Manchester; auch in ihrem besonderen Interesse an zwei- oder wechselgeschlechtlichen Pflanzen lässt sich ihre Haltung zur „natürlichen Rangordnung der Geschlechter“ erkennen.

1866 begann sie sich nach einer Versammlung der National Association for the Advancement of Social Science für die Erringung des Stimmrechts der Frauen zu begeistern. Mit der Gründung des Committees „Manchester National Society for Women’s Suffrage“ war sie eine der ersten, die die politische Frauenbewegung in Gang setzte. Einige Monate später wusste sie einen administrativen Fehler für ihre Ziele zu nutzen: eine verwitwete Ladeninhaberin war fälschlicherweise im Wählerregister eingetragen worden. Becker holte die Dame ab und begleitete sie zur Wahlstation, wo der eingetragenen Wählerin die Stimmabgabe gestattet wurde. Aus diesem Fall wusste Becker ein Exempel zu statuieren, sie begann damit den Kampf um das Frauenwahlrecht, wenn auch zunächst mit einigen Niederlagen.

Becker gründete das Women’s Suffrage Journal mit ihrer Freundin Jessie Boucherett und beeindruckte bei einem Auftritt in Manchester die junge Emmeline Pankhurst. Sie setzte sich für den Rest ihres Lebens für gleichberechtigte, nicht geschlechtsspezifische Bildung und das Frauenwahlrecht ein, bis zu ihrem Tod an Diphterie (TW Bild) 1890. Erst 1928 errangen ihre Mitstreiterinnen und Nachfolgerinnen das allgemeine Frauenwahlrecht in Großbritannien.

Link: Frauenwahlrecht in Deutschland

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The British descendant of German immigrants (her grandfather was a Thuringian) cultivated her passion for biology and astronomy in homeschooling. At 37 years old, she published a book, „Botany for Novices“, and was in brisk correspondence with Charles Darwin. She took her first steps in the direction of the Suffragettes with the founding of a Ladies‘ Literary Society in Manchester; her special interest in bisexual and hermaphroditic plants also reflects her stance on a „natural hierarchy of sexes“.

In 1866, after a meeting of the National Association for the Advancement of Social Science, she became enthusiastic for the voting rights for women. Founding the Manchester Women’s Suffrage Committee, she was one of the first to set in motion the women’s political movement. Some months later she was able to use a slip-up in administration for her goals: a widowed shop owner had been wrongly entered in the voters‘ register. Becker picked the lady up to accompany her to the polling station, where the registered female was granted her vote. Out of this case Becker knew to make a case, she advanced the struggle for women’s voting rights, though with several defeats in the early years.

Becker along with her friend Jessie Boucherett founded the Women’s Suffrage Journal and impressed the young Emmeline Packhurst during an appearance in Manchester. For the rest of her life, she fought for equal opportunity, non-gendered education and women’s right to vote, until her death of diphtheria (TW images) in 1890. In 1928 only her combattantes and followers won the case for general voting rights for women.

Link: Woman Suffrage Memorabilia

 

30. Januar 2017

05/2017: Elizabeth Blackwell, 3.2.1821

Elizabeth Blackwell

Elizabeth Blackwell

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Diese Woche in der Kategorie „Dein Liebling ist fragwürdig“ eine Frau, die viel Gutes für viele Menschen getan hat, aber aus fragwürdigen Gründen, die auch zu einigen anderen Dingen führten, die nicht so gut waren.

Auf der positiven Seite: Dieses Zitat von Elizabeth Blackwell, im Alter von 26 Jahren.

Mein Entschluss steht fest. Ich zögere nicht im geringsten bei diesem Thema; das gründliche Studium der Medizin, ich bin fest entschlossen es durchzuführen. Das Grauen und den Ekel werde ich ohne Zweifel besiegen. Ich habe stärkere Abneigungen überwunden als die, die jetzt verbleiben, und fühle mich dem Kampf voll gewachsen. Was die Meinung der Leute angeht, kümmert es mich persönlich einen Kehrricht; doch bemühe ich mich, nach meinen Grundsätzen, sie zu besänftigen und werde stets darum bemüht sein; denn ich sehe beständig, wie das höchste Gut überschattet ist von der gewaltsamen und unangenehmen Form, in der es auftritt.

Sie war die erste Studentin der Medizin in den Vereinigten Staaten – am Hobard College (damals Geneva Medical College), an dem der Dekan die 150 männlichen Studenten darüber entscheiden ließ, ob sie die junge Dame zum Studium zulassen sollten. Mit 28 Jahren schloss sie ihr Medizinstudium als erste Frau mit einem Universitätsabschluss in Medizin in den Vereinigten Staaten ab, bei der Zeugnisvergabe verneigte sich der Dekan vor ihr.

Der Verlust ihres linken Auges während ihrer folgenden europäischen Studien verhinderte, dass sie jemals Chirurgin werden konnte (sie infizierte sich mit Neugeborenenkonjunktivitis – TW Bild). Stattdessen hielt sie zunächst Vorlesungen und veröffentlichte ein Buch zur Vorbereitung junger Frauen auf die Mutterschaft. Sie eröffnete sie eine Medikamentenausgabe und vier Jahre später gemeinsam mit Marie Zakrzewska und ihrer Schwester Emily Blackwell das Krankenhaus für bedürftige Frauen und Kinder in New York; dieses besteht noch heute als das Lower Manhattan Hospital. Hier wurden auch Krankenschwestern ausgebildet, für die ein strenges moralisches Regelwerk galt, da sich das Konzept bereits einiger Kritik ausgesetzt sah.

Sie war eine Gegnerin der Sklaverei und arbeitete während des Amerikanischen Bürgerkrieges auf der Seite der Nordstaaten, gemeinsam mit Marie Zakrzewska und Dorothea Dix.

Sie war die erste eingetragene Ärztin im Register des General Medical Council in England, wo sie nach dem Sezessionskrieg ähnliche Pläne verfolgte, wie sie in New York in die Tat umgesetzt hatte. Tatsächlich war sie an der Gründung mehrerer medizinischer Bildungsinstitute für Frauen in London und vor allem des National Health Service des Vereinigten Königreiches beteiligt.

Auf der negativen Seite war ihr Ehrgeiz getrieben von einer stark christlich-moralischen Motivation. Die wissenschaftliche Seite der Medizin war weniger ihr Gebiet als der moralische Einfluss auf die Gesellschaft. Sie befürwortete Enthaltsamkeit mehr als Verhütungsmittel, war gegen Impfungen und für Eugenik. Ihr Feminismus war konservativ geprägt – zwar glaubte sie daran, dass Männer und Frauen den gleichen Geschlechtstrieb haben und gleiche Verantwortung, ihn zu bändigen, doch sah sie Frauen in der medizinischen Tätigkeit vor allem im Vorteil aufgrund ihrer „typisch weiblichen“ Merkmale. Sie legte Wert auf ihren hohen sozialen Status und strebte eine moralische Perfektion an, auch für ihre Schützlinge, die zum Scheitern verurteilt war. Mit 35 Jahren „adoptierte“ sie eine junge Irin, Kitty Barry, allerdings weniger als Tochter denn als Hausmädchen. Kittys Leben drehte sich völlig um Blackwell und ein normales, altergemäßes Sozialleben und die Verfolgung eigener Interessen wurden ihr verwehrt.

Eine Biografie von Eizabeth Blackwell ist auch auf Changing the Face of Medicine zu finden.

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This week in Your fave is problematic we have a woman who has done a lot of good for a lot of people, but for problematic reasons that have led to other things that weren’t so good.

On the positive side: This quote by Elizabeth Blackwell at age 26.

My mind is fully made up. I have not the slightest hesitation on the subject; the thorough study of medicine, I am quite resolved to go through with. The horrors and disgusts I have no doubt of vanquishing. I have overcome stronger distastes than any that now remain, and feel fully equal to the contest. As to the opinion of people, I don’t care one straw personally; though I take so much pains, as a matter of policy, to propitiate it, and shall always strive to do so; for I see continually how the highest good is eclipsed by the violent or disagreeable forms which contain it.

She was the first student of medicine in the United States – at Hobard College (then Geneva Medical College), where the dean let the student body of 150 male students decide whether they should allow the young lady into their lectures. At age 28, she graduated from her studies as the first woman with a medical degree in the United States, the dean bowed to her when he conferred her degree.

The loss of her left eye during the following studies in Europe prevented her from becoming a surgeon (she accidentally infected herself with neonatal conjunctivitis – TW graphic image). Instead for the time being she held lectures and published a book for the preparation of young women for motherhood. She opened a dispensary and, four years later, along with Marie Zakrzewska and her sisteer Emily she founded the New York Infirmary for Indigent Women and Children; operating to this day as the Lower Manhatten Hospital. It was also a training facility for nurses, who had to adhere to a strict moral regiment, since the concept itself was under criticism already.

She was an abolitionist and worked with Marie Zakrzwewska and Dorothea Dix during the American Civil War.

She was the first registered female doctor in the General Medical Council’s medical register, where after the war she pursued similar plans as she had put into action in New York. In fact she was partly involved in the founding of several educational institutes for women in London and above all of the National Health Service of the UK.

On the negative side, her ambition was fueled by a strong moral motivation based in Christianity. Her realm was less the scientific side of medicine but the moral influence on society. She advocated abstention from sex rather than contraception, was anti-vaccine and pro-eugenics. Her feminism was a conservative one – she did believe men and women have the same sex drive and the same responsibility to tame it, but she saw women at an advantage in medicinal occupations because of their „typically female“ traits. She valued her high social status and strove for moral perfection, for her protégées as well, that was doomed to fail. At 35 years, she „adopted“ a young Irish woman, Kitty Barry, less though as a daughter than as a maid. Kitty’s life revolved around Blackwell and normal, age-appropriate social life and the pursuit of her own interests were denied to her.

A biography of Elizabeth Blackwell can also be found on the website Changing the Face of Medicine.

2. Januar 2017

01/2017: Fanny Bullock Workman, 8.1.1859

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Fanny Bullock Workman

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Fanny Bullock wurde in priviligierte Umstände geboren und genoss eine tiefgreifende Ausbildung in den Vereinigten Staaten (New York), Frankreich (Paris) und Deutschland (Dresden). Schon in ihrer Schulzeit war sie von Abenteuerlust und Fernweh getrieben.

Mit 22 Jahren heiratete sie Hunter Workman, der ihre Expeditionsfreude teilte und ihre Begeisterung für das Bergsteigen weckte. Es war dabei ihr Vorteil, dass amerikanische Bergsteiger-Clubs, anders als die europäischen, für Frauen offen waren. Fannys feministische Überzeugung wurde von dieser Tatsache geprägt; das Thema der Möglichkeiten und Rechte der Frau blieb für sie Zeit ihres Lebens mit dem des Bergsteigens verbunden.

Die Ehe brachte auch zwei Kinder hervor. Die Tochter Rachel, 1884 in Worcester, Mass. geboren, jedoch in Internaten und von Kindermädchen großgezogen wurde und der Sohn Siegfried, 1889 in Dresden geboren, mit etwa 4 Jahren an Lungenentzündung starb. Fanny sah sich selbst als eine Neue Frau, die sich in einer von Männern dominierten Welt nicht mit den traditionellen Rollen und Verhaltensmustern der Frauen zufriedengab. Dementsprechend hatte sie keinen Ehrgeiz für häusliche Pflichten und Kindererziehung. Ihrer Tochter schadete dieses Vorbild keineswegs.

Die Workmans verlegten nach dem Tod ihrer beider Eltern, der sie wirtschaftlich auf Lebzeiten absicherte, ihren Wohnsitz nach Deutschland und begannen von dort aus zunächst, die umgebenden Länder mit dem Fahrrad zu erkunden und darüber Reiseberichte zu schreiben. Ihre ersten Fahrradtouren führten in die Niederlande, Frankreich, Italien und die Schweiz; sie unternahmen eine einjährige Fahrradexpedition nach Spanien und Marokko und brachten dabei 4.500km unter die Reifen. Weiterhin durchquerten sie Palästina, Syrien und die Türkei und legten dabei in 10 Jahren 22.500km mit dem Rad zurück. Von dort aus wendeten sie sich schließlich dem Orient zu und bereisten, auf Fannys Initiative hin, Indien und den Himalaya.

In den folgenden 14 Jahren erkundete und erkletterte Fanny mit ihrem Mann große Teile des Himalaya und fügte ihren bisherigen Rekorden weitere hinzu. In den europäischen Jahren hatte sie als eine der ersten Frauen bereits den Mont Blanc, die Jungfrau und das Matterhorn bestiegen. Im Himalaya bestieg sie als erste Frau den Pinnacle Peak und stellte damit den Höhenrekord für Frauen auf, bei 6.930m. Sie bestieg als erste Frau den Koser Gunge und als erste Frau aus dem Westen den Siachengletscher, den sie mit ihrem Mann auch kartografierte.

Fanny Bullock Workman gründete 1902 den American Alpine Club mit, war die zweite Frau, die Mitglied der Royal Geographical Society werden durfte, und nachdem sie und ihr Mann ihre Expeditionstätigkeit hauptsächlich wegen des Ersten Weltkrieges aufgeben mussten, war sie die erste Frau, die an der Sorbonne in Paris Vorlesungen halten durfte – dies tat sie je nach Publikum auf Englisch, Deutsch oder Französisch.

Insgesamt veröffentlichte sie mit ihrem Mann acht Bücher über ihre Reisen, von denen sieben als Online-Lesematerial zu finden sind. Trotz oder gerade wegen ihrer eigenen priviligierten Herkunft und Situation hatte sie stets einen Blick für die Schwierigkeiten der Frauen in den Ländern, die sie bereiste, und setzte sich für Gleichberechtigung, bessere Bildungschancen für Mädchen und gemäß ihrer anderen Leidenschaft für frauengerechte, praktische Bergsteigerbekleidung. Sie selbst absolvierte ihre Expeditionen und Höhenrekorde in Röcken.

1925 starb sie in Cannes.

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Fanny Bullock was born into privilege and received a profound education in the US (New York) France (Paris) and Germany (Dresden). Already during her school years she was driven by a zest for adventure and wanderlust.

When she was 22, she married Hunter Workman, who shared her joy in expeditioning and aroused her enhusiasm for mountaineering. It was to her advantage that the American climbing clubs allowed women, as the European did not. Fanny’s feminist conviction was shaped by this fact; the topic of possibilities for and rights of women were for her connected to the topic of climbing throughout her life. 

The marriage produced two children as well. The daughter Rachel, born 1884 in Worcester, Mass. , was raised in private schools and by nannies, and the son Siegfried, born 1889 in Dresden, died of pneumonia at about 4 years old. Fanny saw herself as one of the New Women, who weren’t satisfied with traditional roles and behaviour patterns of a male dominated world. Correspondingly she had no ambition in chores or parenting. It doesn’t seem that her daughter took harm from her example.

After both their parents had died, financially securing them for the rest of their lives, the Workmans changed their place of residence to Germany and started at first to eyplore the neighbouring countries be bike and writing travel books about it. Their first bike tours took them to the Netherlands, France, Italy, and Switzerland; they ventured on a year-long bike expedition to Spain and Marocco, cycling a good 2,800m. Furthermore they crossed the Palestine, Syria and Turkey and by that covered a distance of approx. 14.000miles in ten years. From there they turned to the rient and traveled to Indiy and the Himalaya region, mainly on Fanny’s initiative.

In the following 14 years, Fanny and her husband explored and climbed wide parts of the Himalayas, adding more to her previous records. During the European years, she had climbed the summit of the Mont Blanc, the Jungfrau and the Matterhorn as the first woman to do so. In the Himalayas, she was the first woman to climb Pinnacle Peak, setting the altitude record for women at the time at 22,735feet. She was the first woman to climb the Koser Gunge and the first Western woman on the Siachen glacier, which she mapped with her husband.

In 1902, Fanny Bullock Workman co-founded the American Alpine Club, was the second woman to be allowed a member of the Royal Geographical Society, and after she and her husband had to abandoned their expeditioning, mainly due to the First World War, she was the first woman to lecture at the Sorbonne in Paris – she did this in English, German or French, depending on the audience.

She and her husband published eight books about their travels, seven of which can be found and read online. Despite or maybe because of her own privileged origin and situation, she always had an eye for the struggles of women in the countries she visited, and promoted equality, better education for girls and, in accordance with her other passion, practical and suitable climbing attire for women. She herself got through her expeditions and altitude records in skirts.

She died in Cannes in 1925.

27. Dezember 2016

R. I. P. Vera Rubin

Die Frau, die die Existenz von Dunkler Materie nachgewiesen hat, ist gestorben. 

26. Dezember 2016

KW 52/2016: Jane Marcet, 1. Januar 1769

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Jane Marcet

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Die in London geborene Tochter eines wohlhabenden Schweizer Kaufmanns wurde im eigenen Haushalt gemeinsam mit ihren Brüdern in Latein, den Wissenschaften und anderen, für Mädchen üblicheren Fächern unterrichtet. Als die Mutter starb, Jane war 15, übernahm sie die Mutter- und Haushaltsvorstandsrolle. Nebenbei allerdings pflegte sie auch noch ihr Talent in der Malerei.

Mit 30 Jahren heiratete sie einen Schweizer Exilanten, Alexander Marcet, der sich in London als Arzt niederließ. Die Ehe brachte vier Kinder hervor und war auch in anderer Hinsicht gelungen. Janes Vater pflegte eine enge Beziehung zu seiner Tochter und seinem Schwiegersohn und hinterließ, als er 1817 starb, ein ansehnliches Erbe, dass es dem Ehepaar Marcet ermöglichte, sich ganz auf die Leidenschaft und das Interesse an den Wissenschaften, vornehmlich der Naturphilosophie, der Chemi und der Wirtschaftswissenschaft, zu konzentrieren. Jane machte es ihrem Mann möglich, sich zur Ruhe zu setzen und zu forschen, er im Gegenzug beteiligte sie an seinen Forschungen und ließ ihr alle Freiheit, sich selbst zu profilieren.

Bereits in den Jahren zuvor waren die Marcets Mitglieder eines intellektuellen Kreises, Alexander selbst unterrichtete und Jane folgte selbst Vorlesungen ihres gemeinsamen Interessengebietes der Chemie. Als sie sich ganz auf ihre Forschungen konzentrieren konnten und Jane die Druckvorlagen eines Buches, das ihr Mann geschrieben hatte, prüfte, kam sie selbst auf den Gedanken, Bücher zu verfassen, die die schwierigen wissenschaftlichten Gebiete einfachen Lesern zugänglich zu machen, vor allem den Frauen, die nicht in den Genuss ausführlicher Bildung gekommen waren.  Das erste ihrer später grundlegenden Bücher, Conversations on Natural Philosophy, schrieb sie bereits mit 36, doch veröffentlicht wurde es erst 14 Jahre später. Das folgende, Conversations on Chemistry, Intended More Especially For The Female Sex, wurde direkt 1805 veröffentlicht, allerdings anonym. Es behandelte das Thema der Chemie ausführlich in der Form eines Gespräches zwischen zwei Schülerinnen, Caroline, ein eher flapsiger Charakter, und Emily, einem ernsthaften Mädchen, und ihrer Lehrerin, Mrs. Bryant, genannt „Mrs. B“.  Jane illustrierte das Buch selbst und legte Wert darauf, Theorie und Praxis in der Chemieforschung ausgewogen zu betonen. Das Buch wurde zur Basis der Ausbildung junger Mädchen im Fach Chemie und inspirierte auch Michael Faraday, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Ihren Namen als Autorin sah Jane Marcet darauf erst bei der 12. Ausgabe, 1832.

Nach dem Erscheinen der Conversations zum Thema Naturphilosophie befasste sich Jane Marcet auch mit dem Thema der Wirtschaftspolitik. Es wurde zwar später gerne als vereinfachte Populärwissenschaft abgetan, die Motivation war jedoch, grundsätzlich Frauen zu der Auseinandersetzung mit dem Thema hinzuführen und als Teilnehmer einer Gesellschaft mündig zu werden. Dieses Buch bekräftigte Marcets Freundin Harriet Martineau darin, sich ebenfalls mit Wirtschaftsthemen zu befassen.

Der unerwartete Tod Alexanders 1822 warf einen Schatten über Jane Marcets Leben, und sie verblieb in England, statt wie mit ihm geplant in die Schweiz umzusiedeln. Sie schrieb weitere Conversations und andere Bücher, die Menschen ohne Vorbildung, insbesondere Frauen, und Kinder gerichtet waren. Sie lebte und starb 89jährig bei ihrer Tochter in London.

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Von 189 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 23 (inklusive Jane Marcet) Frauen:

27.12.1390 Anne de Mortimer
1.1.1442 Margarete von Bayern
31.12.1493 Eleonora Gonzaga della Rovere
31.12.1499 Diana von Poitiers
1.1.1507 Anna von Brandenburg
1.1.1516 Margareta Eriksdottir Leijonhufvud
28.12.1526 Anna Maria von Brandenburg-Ansbach
30.12.1609 Anna Maria von Brandenburg-Bayreuth
26.12.1618 Elisabeth von der Pfalz
1.1.1638 Antoinette Deshoulières
1.1.1685 Theresa Katharina Lubomirska
29.12.1709 Elisabeth (Russland)
29.12.1721 Jeanne-Antoinette Poisson, Madame de Pompadour
1.1.1732 Julie Bondeli
31.12.1741 Isabella von Bourbon-Parma
29.12.1753 Wilhelmine von Lichtenau
1.1.1767 Maria Edgeworth
28.12.1785 Dorothea von Lieven
31.12.1790 Toni Adamberger
1.1.1792 Therese Malfatti
27.12.1797 Manuela Sáenz
1.1.1800 Filipina Brzezińska