Posts tagged ‘film’

11. Januar 2017

auf nichts ist verlass / nothing is certain

weil die daten bei wikipedia nicht ordentlich geführt/verlinkt sind, habe ich einen ganzen beitrag geschrieben, links und alles, und dann festgestellt, dass die dame in diese woche gehört und nicht in die nächste. -_- deshalb gibt’s den clip jetzt einfach so, weil er so schön ist.

since the dates aren’t correctly sorted/linked on wikipedia, i wrote a whole post, links and all, only to find that this lady belongs in this week, not in the next. -_- so here’s the clip just so, because it’s so beautiful.

 

12. April 2016

spy

paul feig, usa 2015

wie auch bereits bridesmaids und the heat gewinnt auch dieser film bei mir schon a priori sympathien mit der geschlechterbalance der charaktere. so muss filme-kucken für männer immer gewesen sein: ein oder mehrere hauptcharaktere des eigenen geschlechts, die als reflektionsfläche dienen können, und einige augenschmeichler (und lachmuskel-trainer) des anderen als garnitur – so ließe ich mir auch viel mehr gefallen.

melissa mccarthy ist nicht nur lustig „für eine frau“, sie ist schlicht lustig, und das nicht nur selbstironisch. die spitzen gegen vorurteile gegen dicke frauen fehlen nicht, aber auch die situationskomik sowie der dick-pic-gag der extended version treffen den nerv. es ist auch deutlich zu spüren, dass die vier weiblichen (haupt-)darsteller melissa mccarthy, rose byrne, miranda hart und allison janney es genießen, sich entfalten zu können und echte figuren, nicht nur tropen geben zu dürfen. das vergnügen, nebenbei auch die vorurteile, denen frauen ihrer art begegnen, und die stereotypien des klassischen actionfilms auf die schippe zu nehmen, spürt man ebenfalls unleugbar. die männlichen darsteller – allesamt vom typ „echter kerl“ – werfen sich anstandslos und mit ebenso sichtlichem vergnügen in die parodie ihrer stereotypen, in den fluss eines films, der die arroganz und gatekeeper-mentalität, kurz den sexismus ihres geschlechts aufs korn nimmt. besonders jason statham scheint eher urlaub zu machen als es als arbeit zu betrachten, wenn er die angeberei und rüpelei seines charakters ins komische übertreibt.

der film mag wie andere parodien auch ein wenig daran kranken, dass er gleichzeitig komödie und actionfilm ist; da jedoch der witz schon in der prämisse der bürostute, die plötzlich im feld ihre frau stehen muss, besteht, und jedes klischee des spionage-actionfilms angriffsfläche für witz bietet, bleibt es kurzweilig.

ich freue mich jetzt schon auf the boss und ghostbusters.

18. März 2016

fröhliches miteinander ohne kleidung

die filmlöwin stellt einen dokumentarisch mit laiendarstellern gedrehten deutschen porno vor, der ausgesprochen sympathisch klingt. 

26. Januar 2016

sedmikrásky

vera chytilová, tschechoslowakei (damals noch) 1966

ungezogene junge leute in traumhaft strahlenden farben. die beiden maries stellen fest, dass die welt verdorben ist und beschließen, ebenfalls verdorben zu sein. „macht das was?“ „macht gar nichts!“

sie lassen sich von älteren herren zum essen, trinken und rauchen einladen und schaffen sie dann, bevor diese ihren tribut fordern können, rasch zum zug. das wird langweilig, andere ungezogenheiten müssen her. junge männer, die sich stürmisch verlieben, stammeln poesie in den telefonhörer, während die angesprochenen würste, croissants und bananen mit der schere zerteilen und lustvoll zerbeissen. große enttäuschung herrscht bei den mädchen, als der landwirt, der doch sonst nichts zu sehen bekommt als erde und pflanzen, kein bisschen interesse zeigt. gibt’s sie überhaupt noch? „uns gibt’s! uns gibt’s!“ trällern die mädchen fröhlich, weil es doch nicht die anerkennung der männer braucht. sie stürmen das aufgebaute buffet, während die oberschicht noch dem klassischen konzert lauscht, und fressen, saufen, mampfen, stampfen durch delikatessen und dekandenzen. schlimm muss es ja mit ihnen enden. wenn man ihnen eine zweite chance gäbe, würden sie sich sicher reuig zeigen…

ein wunderschöner film, bunt und anarchisch, voll von erotischem witz und verweigerung des male gaze. zu viel schönheit und anarchie für die kommunisten: nach dem prager frühling wurde der film verboten. auf der bluray von Bildstörung gibt es noch extras, die die entstehungsgeschichte und den kulturellen kontext beleuchten. ein echtes überraschungsbonbon für mich.

14. Dezember 2015

bridesmaids & the heat

paul feig, USA 2011/2013

mein mann, mit und dank dem ich die beiden filme sah, hat die hoffnung geäußert, ich möge etwas dazu schreiben, wie ich geplant hatte. das ist tatsächlich leichter gesagt als getan. denn es geht dabei für mich nicht darum, die filme als unterhaltungswerke an sich zu besprechen, sondern um nichts weniger als ihre bedeutung für mich als feministin.

ich will eine erläuterung voranstellen. ich führe des öfteren diskussionen um frauen- und männerrollen in filmen. ein punkt der uneinigkeit dabei ist, was diese bedeuten für das publikum bzw. die kultur, in der der film entstanden ist und in die er wiederum als unterhaltungswerk verkauft wird. ein argument der gegenseite ist, dass hinter dem teils klar erkennbaren, teils subtileren sexismus keine „agenda“ steht; dass keine politik in dem sinne mit filmen betrieben wird. (eine gelegenheit, mich als gute zuhörerin zu prüfen: ich gebe hier mein verständnis der äußerungen anderer wider.) dass also eine diskriminierung und unterdrückung der (komplexen, realistischen) frau im film nicht mit absicht geschieht und mit dem plan, frauen in allen bereichen des lebens auszunutzen und profite aus ihrer „unterwerfung“ zu ziehen; dass sexismus mithin nicht „systematisch“ sei (im gegensatz zb. zum US-amerikanischen rassismus, dessen ausformungen heute folgen sind einer systematischen wirtschaftlichen ausnutzung menschlicher ressourcen).

ich kann dem nicht zustimmen. um das oben gesattelte pferd von hinten aufzuzäumen: 1) der vergleich des sexismus mit dem rassismus mag insoweit unpassend sein, dass es nicht diesen einen punkt in der nachvollziehbaren geschichte gab, an dem frauen aufgrund ihres frau-seins in massen eingefangen, verschleppt und „verwertet“ wurden wie die vorfahren der heute noch diskriminierten afro-amerikaner der USA. in meinem kulturkreis der westeuropäischen welt gab es jedoch auch einmal zeiten – wie man dank archäologischer funde immer wieder voller erstaunen feststellt – zu denen die engen geschlechterrollen noch nicht so galten wie heute. und es gibt eine relativ klare zeitliche begrenzung, wann es mit der gleichstellung der frau ein ende nahm: nämlich mit dem einzug der christlichen religion (und das sage ich nicht nur als atheistin). ich bin keine historikerin und keine religionsgelehrte, aber mein gefährliches halbwissen reicht soweit: die kirche schränkte den zugang auf bildung ein, verfolgte unter anderem aus wirtschaftlichen und politischen interessen gebildete und/oder reiche frauen, inkorporierte weibliche gottesbilder in form der madonnenverehrung und machte alles in allem „die frau dem manne untertan“. dies alles geschah „nur“ mit der geschwindigkeit, mit der immer mehr völker und regenten sich zum christlichen glauben missionieren ließen, und „nur“ mit der systematik der kirchlichen mission, den eigenen glauben – dem jedoch die diskriminierung der frau immanent war – als einzigen wahren glauben zu verbreiten. eine systematische unterdrückung der frauen, vergleichbar der versklavung der afrikaner für die profite weißer amerikaner, ist heute nicht mehr ersichtlich, weil die diskriminierung der frau bzw. die fortschreibung der schädlichen geschlechtervorschriften für beide geschlechter inzwischen systemimmanent ist. und es lässt sich auch nicht leugnen, dass mit diesen jede menge geld gemacht wird, weshalb es auch durchaus im interesse vieler ist, dass diese rollenschablonen beibehalten und perpetuiert werden.
2) „es ist nur ein film“ ist das andere argument, und ich verstehe natürlich, was gemeint ist: die marvel-filme wollen vor allem ihr merchandise verkaufen und nicht per se sexismus unterstützen und frauen diskriminieren. ihr wirtschaftliches interesse liegt nicht in der diskriminierung der frau; ihre strategien sind „nur“ aufgrund des bestehenden sexismus der potentiellen konsumenten sexistisch. und die geschlechterrollen in filmen sind eben, wenn es nicht ausdrücklich zb. feministisch bewegte filme sind, eine abbildung dessen, was in ihrer ursprungskultur der fall ist, und nicht jede figur in jedem film kann, muss und soll eine politische umwälzung erwirken. soweit kann ich zustimmen; gleichzeitig sind aber filme eben nicht nur produkte ihrer kultur sondern auch bausteine derselben. bedeutet, aus filmen wird vom publikum auch das wieder entnommen, was sie zeigen, und wenn filme unter dieser prämisse eben eingrenzende, diskriminierende geschlechterrollen immer weiterschreiben, werden die in der kultur bestehenden beständig perpetuiert. dabei kostet es weder mehr zeit noch mehr geld, statt der restriktiven gendervorschriften menschen unterschiedlichen geschlechts mit unterschiedlichen charaktere statt der müden alten klischeeschablonen zu zeigen.

was mich zum eigentlichen anlass dieses postings bringt, nämlich den wundern der komödien von paul feig. bei beiden filmen – bridesmaids von 2011 und the heat von 2013 – handelt es sich um eigentlich gängige genres: eine komödie, im weitesten sinn vielleicht eine rom-com, am ehesten ähnelt der film aber den nasties à la old school oder verschiedenen adam-sandler-filmen; und eine polizei-komödie um zwei unterschiedliche charaktere, die sich für den kampf gegen das verbrechen zusammenraufen und ihre differenzen nicht nur überwinden, sondern sich auch gegenseitig bereichern. diese filme sind gleichzeitig so alltäglich wie revolutionär, denn sie konzentrieren sich in ihrer klaren genrezugehörigkeit auf frauen in rollen, die sonst männer vorbehalten sind. sie zeichnen ihre weiblichen hauptfiguren mit soviel komplexität wie möglich ist im rahmen ihres genres – welche jedoch schon eine komplexität ist, die sonst den weiblichen nebenrollen nicht vergönnt ist.

der effekt, den das auf mich als zuschauerin hat, ist nicht zu unterschätzen – und, mann möge es mir verzeihen, nicht zu erklären für jemanden, der zeit seines lebens seine eigene peer group weiß/männlich(cis)/hetero als die maßgebliche zielgruppe kennt, an die alle mediale kommunikation gerichtet ist. in diesen filmen muss ich mich bei der identifikation mit den hauptfiguren nicht in ein anderes gender hineindenken, muss mich selbst nicht maskieren, bleibe nicht als zuschauerin außen vor, sondern finde mich in einer lebenswelt, einem erfahrungshorizont wieder, in dem die identifikation mühelos und ohne umkehrung der vorzeichen funktioniert. was das für meine eigenwahrnehmung bedeutet, ist schwer zu erklären; frauen in filmen als handelnde personen mit authentischen, differenzierten persönlichkeiten zu sehen gibt mir als frau das gefühl einer erhöhten akzeptanz meiner selbst. die eingeschränkten rollenbilder in vielen filme bieten mir als reflektionsfläche ein entsprechend eingeschränktes bild, die themen, um die sich die auseinandersetzung mit diesen rollen dreht, sind leider meist noch immer: attraktivität, sexuelle verwertbarkeit, beziehungsverhalten. die frauen in bridesmaids und the heat mit ihren ausdifferenzierten charakteren, mit ihren vorzügen und makeln, bieten mir in der reflektion die möglichkeit, mich selbst als person – statt „nur“ als frau (und das auch nur im männlichen blick) – wahrzunehmen, mehr: zu akzeptieren. statt mich einzuschränken und jede individuelle abweichung vom traditionellen frauenideal als mangel meinerseits annehmen zu müssen, sind diese weiblichen hauptfiguren der schlüssel zu einer welt der möglichkeiten, wie eine frau, also auch ich, sein kann.

und dabei zähle ich als weiße, cis-hetero-frau noch nicht einmal zu den kleinsten randgruppen. was es bedeutet, handelnde figuren im fokus zu sehen, die merkmale seiner selbst spiegeln, kann man auch an den beispielen home und mad max: fury road sehen.

paul feigs filme zeigen, dass es möglich ist, filme zu machen, die die restriktiven geschlechterrollen aufbrechen, ohne dies zum eigentlichen inhalt und thema des films zu machen. dass es möglich ist, filme für ein breites publikum zu machen, die frauen zu den hauptakteuren machen; im ausgleich zu den vielen filmen, die für das massenpublikum gemacht werden, in denen wieder und wieder männer als hauptakteure eingesetzt werden. sie zeigen, dass männern nichts genommen wird, wenn frauen mehr raum gegeben wird, eher das gegenteil ist der fall; dass frauen nicht nur für frauen witzig sind; dass frauen vor allem menschen sind, die unterschiedliche geschichten, charakterzüge und handlungsmöglichkeiten haben. die feministische umwälzung in den medien ist möglich, ohne verluste. es ist noch ein langer weg, aber er liegt vor uns.

ich werde paul feigs ghostbusters mit sicherheit im kino sehen.

7. Oktober 2015

Die Frau am Schneidetisch 

5 women who broke the Hollywood system

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27. Mai 2015

mad max: fury road

george miller, australien/usa 2015

seht diesen film. fragt nicht, geht einfach ins kino und seht ihn.

die gründe dafür können vielfältig sein. ist MM:FR der neue maßstab für actionfilme, visuell wie inhaltlich? ja. der film geht nach vorne ohne jemals zu bremsen, er flemmst euch die stoppeln vom sehnerv, bläst das kondenswasser aus den ventrikeln, brennt sein markenzeichen in die schaulust. er legt eine post-apokalyptische welt dar, die aus pop-kultur-wahnwitz und phallozentrischer technik-verehrung gebastelt wurde, lässt den erklärbär aber wunderbar gelassen im winterschlaf.

ist MM:FR auch die „feministische propaganda“, die in manchen finsteren winkeln des internets gewittert wurde? die meinungen gehen auseinander, ich aber sage laut und mit strahlendem lächeln: ja. wobei man heute eben ruhig von „feministischer propaganda“ sprechen darf, wenn männer und frauen schlicht mengenmäßig und in ihren handlungsmöglichkeiten gleichberechtigt eingesetzt werden. wenn der bechdeltest ohne die geringste schwäche bestanden wird. wenn ein actionfilm eine frau und einen mann als hauptpersonen einsetzt und diese beiden keine liebesbeziehung eingehen. wenn männer und frauen kooperieren, um ein system zu stürzen, das beide geschlechter in enge, erniedrigende und tödliche korsette zwängt.

mein neuer absoluter lieblingsfilm – er hat natürlich wieder tom hardy und er hat vor allem charlize theron. geht, seht, liebt.

The Mary Sue: MM:FR is a lovely orgasm for your eyes

We All Agree that Mad Max: Fury Road is Great. Here’s Why It’s Also Important.

7 ways ‘Mad Max: Fury Road’ sublimely subverts movie sexism

hey girl feminist mad max tumblr

27. April 2015

hört die scheiße niemals auf?

ich bin so naiv. ich dachte, wenn man es zu einem gewissen grad an karriere geschafft hat, hört es auf mit den geschlechter-vorurteilen, den subtilen und offenen anmachen und dem dilemma, als frau nicht zu freundlich (= nicht ernstzunehmend), aber auch nicht zu streng (= muttihaft oder unweiblich) sein zu dürfen. turns out i was wrong.

überall.

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13. April 2015

die filmlöwin

ganz schnell mal noch ein hinweis auf einen neuen link in meiner blogroll, nämlich die filmlöwin, das feministische filmmagazin. das ist natürlich ein go-to für mich.

8. April 2015

die piratenbraut

renny harlin, USA 1995

mehr wollen wir doch gar nicht! (naja, nicht viel mehr. ein paar frauen mehr, die auch personen sind, und dialoge, die sie nicht nur auf anhängsel der männlichen protagonisten reduzieren.)
geena davis als wilde, starke, schnelle, aggressive und entschlossene piratin, die matthew modine als übersetzer rekrutiert (tatsächlich: als objekt/sklave kauft) und ihm am ende das leben rettet. was wir davon haben, wenn frauen nicht nur die hilflosen klötze am bein sind: teams, die miteinander funktionieren und doppelt so viel action bringen.