Posts tagged ‘malerei’

16. Januar 2017

03/2017: zwei Künstlerinnen/two artists

Sophie Taeuber-Arp 19.1.1889 deutsch/english

Clarice Cliff 20.1.1899 english

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Sophie Taeuber-Arp

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Bühnenbild mit Marionetten, „König Hirsch“/setting for marionette play „King Stag“. Sophie Taeuber-Arp 1918

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Clarice Cliff

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Konisches Kaffeeservice/conical coffee ware. Clarice Cliff 1930

10. Oktober 2016

KW 41/2016: Anna Waser, 16. Oktober 1678 (Taufdatum)

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Anna Waser

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Anna Waser war Kind eines Züricher Amtsmannes, der dank seiner eigenen Bildung das Talent seiner Tochter erkannte und förderte. Bereits mit 14 Jahren verließ sie ihre Familie und Heimat, um in Bern bei Joseph Werner zu lernen. Sie blieb vier Jahre als einzige weibliche Schülerin bei ihm und kehrte dann zunächst nach Zürich zurück, bereits mit einem Ruhm bis über die Stadtgrenzen hinaus ausgestattet.

Drei Jahre später wurde sie von einem kunstinteressierten Adligen in ein kleines Städtchen in Hessen, Deutschland berufen: Wilhelm-Moritz von Solms-Braunfels lud sie nach Braunfels ein, wo sie als Hofmalerin ihre Karriere hätte fortsetzen können. Leider kam es anders: Ihre Mutter erkrankte und ihr Bruder, der bis dahin als Hauslehrer ebenfalls in Braunfels tätig gewesen war, ging als Feldprediger nach Holland. So musste Anna Waser nach Zürich zurückkehren, um ihre Mutter zu pflegen und den Haushalt des Vater zu übernehmen. Neben diesen „weiblichen“ Pflichten blieb ihr wenig Muße für ihre Kunst, nur kleinere Arbeiten konnte sie noch ab und an ausführen. Als auch ihre Eintragung in ein Künstlerlexikon mit Autobiographie, Selbstportrait und anderen Werken fehlschlug, verlor sie offenbar den Kampf gegen eine Depression. In einer Chronik wird über die verhinderte Künstlerin gesagt: „Mit 30 Jahren verlor sie ihre Leibs- und Gemütskräfte.“ Fünf Jahre später bereits starb sie an den Folgen eines Sturzes.

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Von 172 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 18 (inklusive Anna Waser) Frauen:

15.10.1290 Anna Premyslovna
16.10.1456 Ludmilla von Podiebrad
13.10.1498 Claude de France
11.10.1523 Eleonore von Fürstenberg
15.10.1607 Madeleine de Scudéry
13.10.1630 Sophie von der Pfalz
12.10.1664 Praskowja Fjodorowna Saltykowa
13.10.1679 Magdalena Augusta von Anhalt-Zerbst
13.10.1690 Katharina Opalińska
13.10.1710 Anna Charlotte Amalie von Nassau-Dietz-Oranien
11.10.1727 Elizabeth Griffith
11.10.1730 Hannah Lightfoot
13.10.1785 Maria Anna Amalie von Hessen-Homburg
11.10.1797 Emilie Linder
13.10.1797 Ida Pfeiffer
11.10.1798 Ida Arenhold
11.10.1799 Paula Montal Fornés

4. Juli 2016

KW 27/2016: Artemisia Gentileschi, 8. Juli 1593

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Artemisia Gentileschi

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Artemisia Gentileschi war die talentierte Tochter eines Barockmalers, der wie damals verbreitet von Caravaggios Stil beeinflusst war. Sie zeigte schon früh mehr Können als ihre Brüder und wurde von ihrem Vater gefördert.

Mit 18 wurde sie von einem Kollegen und Freund ihres Vaters, der sie unterrichten sollte, vergewaltigt. Da der Mann ihr versprach, sie zu heiraten – was ihre Ehre hätte retten können –, unterhielt sie weiterhin ein auch sexuelles Verhältnis zu ihm. Als sich nach mehreren Monaten herausstellte, dass ihr Vergewaltiger bereits verheiratet war und niemals vorhatte, sie zu ehelichen, zeigte ihr Vater ihn an. Im folgenden Prozess, bei dem es vornehmlich darum ging, dass er ihre Jungfräulichkeit geraubt hatte, aber auch, dass er Bilder aus dem Haus Gentileschi gestohlen habe sollte, wurden Artemisia Daumenschrauben angelegt und musste sie sich einer peinlichen gynäkologischen Untersuchung unterziehen – denn natürlich war die Glaubwürdigkeit der Überlebenden das, was am meisten zu bezweifeln war. Schließlich wurde der Täter zu acht Monaten Haft (für alle angezeigten Taten) verurteilt, von denen er allerdings keinen einzigen im Gefängnis verbrachte. Artemisias Ruf in Rom war nun angegriffen, weshalb sie nach Florenz ging, wo sie eine lange und erfolgreiche Karriere als Malerin begann.

Artemisia gilt als eine der wichtigsten, wenn nicht die wichtigste Malerin des Barock; ihre Werke sind von körperlich und seelisch starken, entschlossenen und wenig zimperlichen Frauen dominiert. Theoretisch wird das Frauenbild ihres Werkes auch auf ihre eigene Lebensgeschichte zurückgeführt – eines ihrer bekanntesten Werke, „Judith und Holofernes„, zeigt, so kann man sich vorstellen, ihre eigene Phantasie, was sie mit ihrem Vergewaltiger gerne getan hätte. Auch kann man in der Vertrautheit und engen Zusammenarbeit mehrerer Frauen auf ihren Bildern ihren Wunsch nach starker schwesterlicher Gemeinschaft lesen – ein Wunsch, der geprägt ist von dem Vertrauensbruch einer mütterlichen Freundin (Artemisias Mutter starb, als sie 12 war), die die Vergewaltigung wohl hätte verhindern oder zumindest bezeugen können, die sich aber lieber nicht einmischte (der englische Wiki-Artikel geht auf diese Details und diese Lesart ausführlicher ein).

Ein interessanter Kommentar zum Werk und der Historie Artemisias Gentileschi ist das Portmanteau „Susanna and the Elders: Restored“ von Kathleen Gilje, dem ich gerade  erst einmal als echtes Röntgenbild aufgesessen bin. Eine spannende Sache.

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Von 139 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 14 (inklusive Artemisia Gentileschi) Frauen:

7.7.1207 Elisabeth von Thüringen
5.7.1321 Johanna Plantagenet
6.7.1387 Blanka, Königin von Navarra
7.7.1528 Anna von Österreich
5.7.1532 Anna von Tecklenburg-Schwerin
5.7.1554 Elisabeth von Österreich
10.7.1640 Aphra Behn
5.7.1670 Dorothea Sophie von der Pfalz
5.7.1755 Sarah Siddons
9.7.1764 Ann Radcliffe
9.7.1766 Johanna Schopenhauer
5.7.1773 Johanna Elisabeth Bichier des Ages
8.7.1792 Therese von Sachsen-Hildburghausen

4. Januar 2016

KW 1/2016: Elisabetta Sirani, 8. Januar 1638

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Elisabetta Sirani

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Elisabetta Sirani war eine von den Damen, die sich vom Mangel an Möglichkeit nicht abschrecken ließen und einfach ihre eigene Möglichkeit schufen. Mit Talent und Selbstbewusstsein ausgestattet, arbeitete sie bereits 17jährig als professionelle Malerin – natürlich gingen alle ihre Einnahmen in die Familienkasse (sprich: in die Kasse des Vaters), statt wie die der anderen Mitarbeiter anteilig in ihre eigene Kasse. Um für sich selbst und ihre Mutter zu sorgen, malte und verkaufte sie unter der Hand weitere Bilder. Da sie als Frau nicht an einer regulären Kunstakademie studieren konnte, gründete sie kurzerhand eine eigene Kunstakademie, an der sie mindestens 14 andere Künstlerinnen unterrichtete und förderte. Mit 27 Jahren verstarb sie wahrscheinlich an den Folgen eines durchgebrochenen Magengeschwürs.

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Um die Überschaubarkeit weiblicher Rollenvorbilder besonders in den Jahren vor dem 19. Jahrhundert zu demonstrieren, liste ich (versuche ich zu listen) in diesem Jahr alle Frauen der Woche vor 1800, denen einen Wikipedia-Artikel gewidmet ist. Von um die 230 relevanten Personen vor 1800 sind diese 15 (inklusive Elisabetta Sirani) Frauen:

6.1.1256 Gertrud von Helfta
6.1.1412 Jeanne d’Arc
10.1.1480 Margarete von Österreich
7.1.1528 Jeanne d’Albret
7.1.1591 Dorothea von Sachsen
9.1.1624 Meishō
6.1.1655 Eleonore Magdalene von Pfalz-Neuburg
10.1.1748 Franziska von Hohenheim
7.1.1753 Augusta Louise zu Stolberg-Stolberg
5.1.1762 Constanze Mozart
5.1.1763 Johanne Justine Renner
5.1.1780 Claire Élisabeth Jeanne Gravier de Vergennes
7.1.1796 Charlotte Augusta von Wales
10.1.1797 Annette von Droste-Hülshoff

27. August 2012

KW 35/2012: vier Malerinnen

30. August 1855: Evelyn de Morgan

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30. August 1908: Leonor Fini

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01. September 1886: Tarsila do Amaral

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02. September 1864: Séraphine Louis

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21. Juni 2012

frauen in der pinakothek münchen

in der pinakothek münchen kann man noch bis zum 15.06. die ausstellung „frauen“ besuchen, in der die werke von pablo picasso, max beckmann und willem de kooning zu sehen sind, auf denen frauen gemalt sind. es geht also zwar eigentlich „wieder nur“ um den männlichen blick auf die frau, aber auch das sollte einen besuch wert sein.

6. Februar 2012

KW 6/2012: Anita Rée, 9. Februar 1885

Wiki deutsch

Mit den Feiertagen am Ende des Jahres 2011 und einer echten Grippe habe ich leider etwas Zeit verloren, die ich aber einholen kann, indem ich die Bilder der Frau der Woche für sich selbst sprechen lasse.