Posts tagged ‘technik’

3. Dezember 2012

KW 49/2012: Grace Hopper, 9. Dezember 1906

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Diese ehrwürdige alte Dame machte es möglich, dass ich diesen Text schreibe und Menschen, die ich nicht mal kenne, zugänglich mache: Grace Hopper entwickelte den ersten funktionierenden Compiler.

Da ich keine Technikkennerin bin, kann ich nicht erklären, was genau das bedeutet, aber es ist mir klar, dass Grace Hopper dafür gesorgt hat, dass Computer nicht nur große Rechenmaschinen sind, sondern auch komplexere Befehle ausführen können und aus dem „simplen“ Binärcode so etwas Tolles wie das Internet machen können.

Die Tatsache, dass schon in den 50er Jahren auch Frauen schon die Möglichkeit hatten, so technikaffin zu sein und vor allem unbekannterweise so viel zur Entwicklung unserer heutigen Kultur und Welt beizutragen, ist an sich ein Faszinosum. Man muss es möglicherweise der optimalen Ressourcenausnutzung des Militärs danken, dass sie einen großen Geist nicht aufgrund des körperlichen Geschlechtes bremsen und ausschließen…

Selbstverständlich gibt es zu ihr einen Beitrag auf frauen-informatik-geschichte.de und eine relativ ausführliche Biographie auf der Seite der Yale Universität (die sich damit natürlcih brüsten, dass Grace Hopper dort Mathematik studiert hat). In ihrem Andenken wird jährlich der Grace Murray Hopper Award an junge (unter 35) Computerexperten verliehen, die sich durch besondere Leistungen hervorgetan haben. Außerdem feiert das Anita Borg Institute for Women and Technology alljährlich die Grace Hopper Celebration of Women in Computing. (Eventuell nicht mehr in 2012?)

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8. Mai 2012

sonntag ist muttertag!

danke an gorgeous.

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19. April 2012

toy genderism

danke an onkel mo.

5. März 2012

KW 10/2012 – Clara Rockmore, 9. März 1911

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13. Februar 2012

KW 7/2012: Roberta Williams, 16. Februar 1953

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Nach Mystery House, The Wizard and the Princess (beide 1980) und Time Zone (1982) war das Graphic Adventure King’s Quest (I, 1984) der größte Wurf der PC-Spieleentwicklerin  Roberta Williams. Bereits nach Mystery House hatte sie mit ihrem Ehemann Ken Williams On-Line Systems, später Sierra On-Line, gegründet. King’s Quest I war das erste 3D-animierte Computerspiel und die Serie gilt als eine der erfolgreichsten der Geschichte. Roberta Williams ist damit als Frau eine der erfolgreichsten Figuren in der Computerspielbranche, mit ziemlicher Sicherheit jedenfalls die erfolgreichste Frau darin.

Das Schöne ist, dass sie selbst in einem Interview (Link unten) sagt, dass sie selbst nicht im gender-Modus ist, wenn sie Spiele entwickelt. In einem Arbeitsfeld, dass sowohl bei den Herstellern wie auch bei den Konsumenten so männlich dominiert war und in manchen Genres noch immer ist, lenkt sie selbst den Fokus darauf, dass Phantasie und Einfallsreichtum sowie ein solider Sinn für Humor wichtiger sind als das Geschlecht. Mehr angefeindet als dafür hat sie sich nach eigener Aussage (Link ebenfalls unten) gefühlt für die Tatsache, dass sie mit dem Geschäftsführer von Sierra On-Line verheiratet ist – der nicht der Geschäftsführer wäre, hätte sie nicht Mystery House entwickelt.

Roberta Williams ist mir schlicht aufgrund ihrer Tätigkeit und ihrer Einstellung dazu sympathisch. Ich weiß, dass Adventurespiel nicht unbedingt ein typisch weibliches Hobby sind, ich für meinen Fall spiele auch selten selber (ICO und Shadow of the Colossus sind die Ausnahmen) – aber ich habe immer viel Spaß daran gehabt, meinem Lebensabschnittspartner, auch meinem jetzigen Ehemann, beim Spielen zuzusehen und gegebenenfalls beim Lösen der Rätsel behilflich zu sein. Roberta Williams‘ Job ist bzw. war es, sich phantastische Welten und Rätsel auszudenken – ich liebe es, mich in solche phantastischen Welt zu vertiefen und Rätsel zu lösen. Und ganz nebenbei freut es mich dann einfach, dass es eine Gallionsfigur für technisch interessierte Frauen an so prominenter Stelle gibt.

Auf der Seite WomenGamers.com spricht Roberta Williams im Interview über ihre Erfahrungen als Frau im der Computerspieleentwicklung, über weibliche Figuren in Computerspielen und ihre Einschätzungen des weiblichen Marktes für Computerspiele (nicht zu vergessen, dass dieses Interview im 2000 geführt wurde). Auf MobyGames.com gibt es noch eine Spiele-spezifische Kurzbiografie von ihr. Und die Seite AdventureClassicGaming.com hat einmal 1999 und einmal 2006 mit Roberta Williams gesprochen.

16. Januar 2012

in memoriam Arfa Karim

die guten sterben jung.

Arfa Karim

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9. Januar 2012

KW 2/2012: Melitta Schenk Gräfin von Stauffenberg, 9. Januar 1903

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Melitta Schenks Sternstunde auf einen Moment ihres Lebens zu begrenzen, fällt schwer. Aus offizieller Sicht kann man die Jahre 1943 und 1944 wohl als ihre erfolgreichsten betrachten: Sie erhielt das Eiserne Kreuz II. Klasse und das Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten für ihre Arbeit bei der Deutschen Luftwaffe, ein Jahr später promovierte sie. Und das nicht nur als Frau in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts, sondern auch als Person jüdischer Herkunft im Dritten Reich.

Vorher hatte sie bereits ein Diplom in Mathematik, Physik und Flugmechanik mit Auszeichnung erhalten, war bei der Luftwaffe, bis sie 1936 wegen ihrer jüdischen Abstammung entlassen wurde, hatte an der Entwicklung von Steuerungs- und Navigationssystemen bei Askania gearbeitet und war als zweite Frau in Deutschland zur Flugkapitänin ernannt worden.

Die Betrachtung ihrer Vita löst bei mir in vielerlei Hinsicht Erstaunen aus. Ihr Beispiel steht vor allem für die Durchsichtigkeit des Systems, nach dem im Dritten Reich Juden und politisch Verfolgte begnadigt wurden, für die Beugungsfreiheit, die sich die Faschisten mit ihren eigenen Rassengesetzen erlaubten. Selbst wenn „nur“ ihr Großvater jüdischen Glaubens war und ihr Vater zum Protestantismus konvertiert hatte – für die Logik der Rassenlehre spielte das ja eigentlich keine Rolle. Sehr wohl aber, wieviel eine Jüdin zum Bestehen des Dritten Reiches und zum Vorteil in der Kriegsführung beitragen konnte. Melitta Schenk war so gut in ihrer Tätigkeit, dass sie nicht nur über die Vorurteile gegen das weibliche Geschlecht erhaben war, sondern auch so nützlich für die Interessen ihrer Nation, dass ihr offiziell die Gleichstellung mit arischen Personen erteilt wurde.

Und gerade dieses Überspannen so gegensätzlicher Pole in ihrem Leben fasziniert mich an Melitta Schenk Gräfin von Stauffenberg. Mal das Klischee von Frauen und Technik beiseite – das sowieso als solches außer Acht gelassen werden sollte: Mit ihrer Forschung trug sie zum Erhalt eines Staates bei, der ihr und ihrer Familie nach dem Leben trachtete – umso mehr, nachdem ihr Schwager das Attentat auf Hitler auszuüben versucht hatte. Sie war jedoch entgegen der politischen Verfolgung eine Patriotin, und das erscheint nicht einmal paradox: Deutschland war ihre Heimatnation, sie kannte und liebte keine andere – und sie stellte sie über das herrschende System. Ebenso standen ihr die Piloten, die im Krieg flogen, als Kollegen und Landsleute nah, sodass es in ihrem Berufsinteresse lag, mit ihrer Forschung die bestmöglichen Bedingungen für diese herauszuholen, ungeachtet der Motivation des Krieges.

Ich will nicht sagen, dass ich sie für für ihre Errungenschaften in der Kriegstechnik ehre – am erfoglreicheren Vernichten menschlichen Lebens zu arbeiten ist mir doch zu fern meiner eigenen Überzeugung – aber ich bewundere ihre Integrität. Wie es scheint, gab es für sie kein Dilemma in ihrer Arbeit für das Hilterregime; vielleicht sah sie über die von kleinlichen Menschen geschaffenen Rahmenbedingungen hinweg den größeren Zusammenhang. Der Erhalt der Heimat und das Leben ihrer Landsleute waren ihr wichtiger als Recht oder Unrecht des Krieges, die Forschung war ihr wichtiger als das Widersetzen gegen ein arbiträres, doch nur zeitlich begrenztes System (wenn sie das so absehen konnte). Und dennoch war sie nicht unpolitisch: sie hatte sich bereit erklärt, ihren Schwager beim Attentat auf Hitler zu unterstützen, kam jedoch aufgrund technischer Details nicht zum Zuge.

Melitta Schenk Gräfin von Stauffenberg wäre möglicherweise eine von den drei historischen Persönlichkeiten, denen ich gerne einmal begegnen würde (auf die anderen beiden werde ich mich nicht festnageln lassen). War ihre klare Linie durch die Wirren der Zeit hindurch festen moralischen Standards geschuldet, die sich nicht von politischen Lagern vereinnahmen ließen, oder war sie eine Opportunistin für die eigene Forschung? Wie konnte sie mit der Diskrepanz ihrer Interessen umgehen, ohne sich selbst handlungsunfähig zu machen?

Von einem „ungeheuren Gewissenskonflikt“ ist in ihrere Biografie auf der Seite Biografien-News zu lesen, doch darüber zu erfahren gibt es wenig. Dafür eine detaillierte Auflistung wichtiger biografischer Punkte inklusive ihrer aberwitzigen Sturzflug-Experimente – 2.000 in den Jahren zwischen 1939 und 1944 – auf der Seite von Lautlingen, auf der sie als Verbündete und Verwandte der Grafen von Stauffenberg gelistet ist. Außerdem gibt es eine kleine Sammlung an Texten und Links zu ihr auf der Seite der australischen CTIE – wie es aussieht, ein Teil des Technischen Instituts der Monash University.